Trümmerbruch auf der Skipiste – was nun?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

München - Ein Skiunfall im Ausland kann schnell zu einer teuren Angelegenheit werden. Die Kosten für eine Bergung oder einen Krankenrücktransport übernehmen die gesetzlichen Kassen nämlich nicht!

Frischer Pulverschnee, blauer Himmel, der Adrenalinrausch bei der Abfahrt – Winterurlaub ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Doch Vorsicht: Jedes Jahr enden die Ferien für Tausende Wintersportler im Krankenhaus. Viele verlassen sich dabei auf ihre gesetzliche Krankenversicherung. Dass diese bei einem Unfall jedoch nicht automatisch alle Kosten übernimmt und was verunglückten Pechvögeln im Fall der Fälle hilft, erklärt Birgit Dreyer, Reiseexpertin von der ERV  (Europäische Reiseversicherung).

Der Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenversicherung greift innerhalb der gesamten Europäischen Union. Sind Wintersportler denn damit nicht ausreichend abgesichert?

Ob in Deutschland, Österreich, Frankreich oder Italien: Wenn der Berg ruft, treten die Risiken leicht in den Hintergrund. Fakt ist aber, dass sich jedes Jahr rund 6.400 Deutsche beim Wintersport so schwer verletzen, dass sie ins Krankenhaus müssen. Wer verletzt in der Notaufnahme liegt, wünscht sich dann meist nur, möglichst schnell wieder nach Hause zu seinen Lieben zu kommen. Einen Krankenrücktransport übernimmt aber nur eine private Reisekrankenversicherung. Die gesetzlichen Kassen zahlen keinen Cent dazu. Ähnlich sieht es bei der Bergung aus: In manchen Fällen müssen die Rettungskräfte verunglückte Skifahrer nach einem Sturz erst aufwändig suchen, bergen und ins Krankenhaus transportieren. Ohne privaten Reisekrankenschutz muss der Wintersportler auch hier selbst zahlen. Grundsätzlich gilt: Die Kassen erstatten Arzt- und Behandlungskosten im Ausland nur bis zur Höhe der deutschen Regelsätze. Medikamente und Therapiemaßnahmen sind jedoch häufig teurer als in Deutschland. Ohne eine Reisekrankenversicherung bleibt der verunglückte Reisende auf der Differenz sitzen.

Ist ein verunglückter Winterurlauber, der nach Hause zurück möchte, ohne private Reisekrankenversicherung auf sich alleine gestellt?

In vielen Fällen schon. Denn die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen den Krankenrücktransport grundsätzlich nicht. Eine Reisekrankenversicherung übernimmt diese Kosten und organisiert den Transport. Allerdings sollten Urlauber unbedingt darauf achten, dass der „medizinisch sinnvolle“ und nicht nur der „medizinisch notwendige“ Rücktransport abgedeckt ist! „Medizinisch notwendig“ bedeutet nämlich, dass der Patient nur dann nach Hause gebracht wird, wenn er am Urlaubsort nicht adäquat behandelt werden kann. Das ist aber meist nicht das Problem: Gerade in unseren Nachbarländern können die Ärzte eine medizinische Versorgung ja gewährleisten. Doch es fällt nicht schwer, sich auszumalen, dass ein verletzter Urlauber die ungewohnte Umgebung und dazu die womöglich fremde Sprache häufig als große Belastung empfindet. Bei einem „medizinisch sinnvollen“ Rücktransport wird der Patient unter der Voraussetzung, dass er transportfähig ist, nach Hause bzw. in ein Krankenhaus in seiner Heimat gebracht. Die Entscheidung über die Transportfähigkeit treffen dabei die Ärzte in der Notrufzentrale des Versicherers.

Welche Risiken bestehen für Wintersportler, die eine private Reisekrankenversicherung vergessen haben?

Wer ohne Reisekrankenversicherung in den Winterurlaub fährt, für den kann ein Unfall auf der Piste zur finanziellen Belastungsprobe werden: Angenommen, ein Skifahrer stürzt an einer schwer zugänglichen Stelle. Dann können allein schon die Bergung und der Flug mit dem Rettungshubschrauber mit 5.000 Euro und mehr zu Buche schlagen. Zudem muss der Patient die Krankenhauskosten vorstrecken. Die gesetzliche Krankenkasse erstattet ihm danach aber nicht mehr als den Regelsatz der Behandlungskosten. Der Rücktransport kommt in der Regel noch obendrauf. Schwerverletzte lassen sich oft nur in Flugzeugen mit spezieller Ausstattung und in Begleitung von medizinischem Personal transportieren – da können fünfstellige Beträge zusammenkommen. Daran sollten Reisende denken, ehe sie sich ins Tiefschnee-Vergnügen stürzen. Ein unbeschwerter Urlaub fängt mit der richtigen Vorsorge an: Sollte es dann zu einem Unfall kommen, kann sich der Patient in Ruhe auskurieren – ohne Angst vor hohen Rechnungen.

Privater Unfallschutz: Vor Unfallfolgen absichern

Neben einer privaten Reisekrankenversicherung ist für Wintersportler auch eine Unfallversicherung ein absolutes Muss. Denn diese schützt umfassend vor den oft langwierigen Folgen eines Skiunfalls – und das sogar weltweit, wie die Unfallexperten von ERGO wissen: „Bleiben etwa nach der Behandlung dauerhafte körperliche Beeinträchtigungen zurück, bekommt der Versicherte eine vertraglich vereinbarte Summe ausbezahlt.“ Damit kann der Betroffene zum Beispiel sein Haus barrierefrei umbauen lassen. Wertvoll ist zudem, dass sich der Verletzte nach dem Skiunfall auf versierte Helfer verlassen kann, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn gute Unfallversicherungen bieten darüber hinaus sogenannte Assistenzleistungen. Diese reichen von der Hilfestellung bei der Wiedereingliederung in den Beruf bis hin zur aktiven Unterstützung bei der Gesundung. Dazu zählen etwa speziell zugeschnittene Reha-Maßnahmen, Fitnesstrainings und Physiotherapien. Solche Angebote können Betroffenen maßgeblich bei der Bewältigung ihres Alltags helfen und dazu beitragen, dass verunglückte Skifahrer wesentlich schneller wieder ihre Leistungsfähigkeit erlangen.

Über die ERGO Expertin

Birgit Dreyer

Birgit Dreyer ist studierte Betriebswirtin und ausgebildete Reiseverkehrskaufrau und seit vielen Jahren in der ERGO Versicherungsgruppe tätig. Seit 2010 leitet sie die Kommunikation und den Kunden-Service bei der ERV, dem Reiseversicherer der ERGO Versicherungsgruppe und Deutschlands Marktführer in Sachen Reiseschutz. Ihre Freizeit verbringt sie mit Familie und Freunden aktiv in der Natur, beim Radeln, Wandern oder auf dem Wasser – aber auch gerne einmal in einer Kunstausstellung.

Pressemitteilung ERGO Versicherungsgruppe AG

Zurück zur Übersicht: Wissen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser