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Die drei besten Alternativen zu WhatsApp

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München - Seit bekannt wurde, dass WhatsApp künftig Nutzerdaten an Facebook weitergeben wird, suchen viele Nutzer nach einer Alternative. Wir stellen Ihnen drei adäquate Dienste vor, die besonders sicher sind.

Im Februar 2014 hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Übernahme des Messengers WhatsApp versichert: Es werden keine Nutzerdaten ausgetauscht. WhatApp schrieb in einem Blogeintrag: "Für Sie, unsere Nutzer, wird sich Folgendes ändern: nichts". Gut eineinhalb Jahre später, im August 2016, wurde dieses Versprechen gebrochen: WhatsApp aktualisierte seine Nutzungsbedingungen. Die App übermittelt künftig Nutzerdaten an Facebook, unter anderem die Telefonnummer. Diesen neuen AGB kann man zwar widersprechen, der Datenaustausch wird dadurch aber nicht unterbunden.

Auch wird nun Werbekunden erlaubt, WhatsApp-Nutzern für Marketing-Zwecke Nachrichten zu senden. Die neuen Nutzungsbedingungen sind für viele WhatsApp-Nutzer ein triftiger Grund, sich nach Alternativen umzusehen. Doch bei der Vielzahl an Instant-Messaging-Diensten ist es gar nicht so einfach, den richtigen zu finden. Wir haben drei attraktive WhatsApp-Alternativen für Sie herausgesucht:

Das sind die besten Alternativen zu WhatsApp

Threema: Für alle, die großen Wert auf Datenschutz legen

Nachdem der ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden die weltweite Spionagepraktiken der NSA enthüllt hatte, wollten plötzlich alle wissen, welchen abhörsicheren Messenger der Whistleblower verwendet hatte. So stiegen die Nutzerzahlen des bisher eher unbekannten Schweizer Instant-Messaging-Dienstes Threema in kurzer Zeit auf knapp vier Millionen. Doch was macht den Messenger so attraktiv?

Threema funktioniert prinzipiell wie WhatsApp: Man kann Nachrichten, Fotos, Videos, Standorte und Sprachnachrichten verschicken sowie Gruppen gründen. Ein Manko von Threema ist aber, dass man damit nicht telefonieren kann. Dafür hat es den Vorteil, dass Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt werden. So haben selbst die Entwickler keinen Zugriff auf private Nutzerdaten. Die Daten genießen einen strengen Schutz, unmittelbar nach der Zustellung werden sie von den Servern gelöscht. Stiftung Warentest stuft Threema als datenschutzrechtlich "unkritisch" ein. Für iOS-User kostet die App momentan 99 Cent, für Android-Nutzer 1,29 Euro.

Signal: Empfohlen von Edward Snowden

"Ich nutze Signal jeden Tag", twitterte Whistleblower Edward Snowden im November 2015. Auch die Mitarbeiter von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton chatten abhörsicher mit Signal. Die App funktioniert wie Threema, sie hat jedoch einen entscheidenden Vorteil: Man kann damit telefonieren. Auch bei Signal steht der Datenschutz an erster Stelle: Alle Daten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Trotzdem können Geheimdienste mithilfe von Metadaten noch nachvollziehen, mit welcher Telefonnummer die App genutzt wird - das ist bei Threema nicht der Fall.

Wer die kostenlose App installiert hat, kann sich mit seiner Telefonnummer anmelden. Kontakte findet man über das Adressbuch. Der Nachteil von Signal: Manchmal dauert es mehrere Minuten, bis eine Nachricht den Empfänger erreicht. Ab und zu kann eine Mitteilung nicht verschickt werden und muss erneut gesendet werden. Zudem kann man nicht auf mehreren Geräten die gleiche Signal-Identität benutzen.

Wire: Verbindet Sicherheit mit Spaßfunktionen

Wire ist die unbekannteste WhatsApp-Alternative. Entwickelt wurde die kostenlose App in Deutschland und der Schweiz. Bei der Erstanmeldung kann man E-Mail-Adressen und Telefonnummern aus dem Adressbuch lesen lassen und hat so mit einem Klick alle Kontakte beisammen. Dieser Schritt ist freiwillig, die Daten werden anonymisiert und verschlüsselt gespeichert. Wire legt besonderen Wert auf den Schutz von Nutzerdaten, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kommt von Signal-Entwickler Moxie Marlinspike.

Das größte Problem von Wire ist momentan noch, dass nur wenige Menschen die App nutzen. Alan Duric, Technik-Chef von Wire, sieht trotzdem einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu Threema kann man mit Wire auch telefonieren, sogar im Gruppen- und Videomodus. Dabei ist die Tonqualität deutlich besser als bei anderen Apps, selbst WhatsApp oder Facebook können hier nicht mithalten. Wire funktioniert auch auf Macs und Windows-Rechnern. Die Browser-Version muss nicht mit dem Smartphone verknüpft werden. Eine weitere Besonderheit von Wire ist die Gif-Funktion, mit der animierte Bilder versendet werden können.

WhatsApp: die Alternative SMS

Wer keiner der WhatsApp-Alternativen traut, kann natürlich auch auf die gute alte SMS zurückgreifen. Diese wird Experten zufolge jedoch immer mehr zum Nischenprodukt. Miterfinder Friedhelm Hillebrand sieht laut Nachrichtenagentur dapd die Chancen der SMS in neuen Sparten: So könnten beispielsweise Autos in Zukunft bei einem Unfall automatisch eine Notruf-SMS verschicken. Der Experte hält es für möglich, dass künftig mehr Maschinen als Menschen simsen werden.

sb

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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