Arbeitsmarktbericht Dezember Agentur für Arbeit Traunstein

Moderate Quote bei sehr hoher Dynamik

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Traunstein - Die Arbeitslosenquote ist im Agenturbezirk Traunstein im Dezember leicht gestiegen. 9330 Menschen sind damit aktuell von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein betrug im Dezember 3,6 Prozent, eine dem Saisonende entsprechende Steigerung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat November.

Die Landkreisquoten im Einzelnen: Traunstein 3,1 Prozent, Altötting 3,5 Prozent, Berchtesgadener Land 4,4 Prozent und Mühldorf 3,8 Prozent.

9 330 Menschen sind aktuell von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 601 mehr als im vergangenen Monat und 182 weniger als im Dezember 2013, als die Quote bei 3,7 Prozent lag. „Der Dezember gehört mit Mai und September stets zu unseren dynamischsten Monaten, bezogen auf die Arbeitsmarktbewegungen“, analysiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „Durch die Schwerpunktbranchen Bau und Hotellerie der beiden südlichen Landkreise, die beide witterungsabhängig sind, haben wir auch hohe Zahlen an Abmeldungen in die Gastronomie und Anmeldungen in den Bauaußenberufen. Momentan bewältigen unsere Eingangszonen ca. 150 Neuanmeldungen täglich“, so Müller.

Unter den 9 330 Menschen sind 839 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 100 mehr als im November und 43 weniger als im Vorjahresmonat. Die isolierte Arbeitslosenquote der Jüngeren unter 25 Jahren beträgt 2,6 Prozent. Im Vormonat waren es noch 2,3 Prozent. Die Quote der 15- bis unter 20-Jährigen ist mit 1,3 Prozent im Vormonatsvergleich um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

Der Anteil der Älteren zwischen 50 und 65 Jahren an der Grundgesamtheit liegt mit 3 444 Menschen bei 36,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es 37,1 Prozent. 222 Ältere mehr als im November und 87 weniger als im Vorjahresmonat sind aktuell arbeitslos; die isolierte Arbeitslosenquote der Älteren beträgt 4,4 Prozent, in der Untergruppe der 55 bis 65 Jahre alten Menschen liegt die Quote bei 4,9 Prozent.

Bei den Langzeitarbeitslosen, die schon länger als ein Jahr auf der Suche sind, unterscheidet sich die Anzahl um 47 im Vormonatsvergleich, aktuell sind noch 2 348 Menschen in dieser Situation, das sind 53 mehr als im Dezember 2013. „Eine unserer großen Aufgaben für das vor uns liegende Jahr wird es sein, für und mit diesen Menschen den Wiedereinstieg zu schaffen. Hier braucht es mutige Personalpolitik die sich auch die Zeit nimmt, einen zweiten und womöglich einen dritten Blick zu wagen“, appelliert Müller.

2 237 Menschen konnten sich im Dezember aus Arbeitslosigkeit abmelden. Das sind 73 weniger als im November und 2 weniger als im Dezember des Vorjahres. Darunter waren 769 Abmeldungen in Erwerbstätigkeit, 369 davon nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf, 979 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 120 gaben sonstige Gründe an oder machten keine Angabe. 2 850 Neumeldungen, 20 weniger als im November und 167 weniger als im Vorjahresmonat wurden gezählt. 1 594 davon meldeten sich aus Erwerbstätigkeit und 414 aus Ausbildung und/oder Qualifizierung. „Durch den frühen Zähltag am 11. Dezember, sind die Betriebe, die zum Monatsletzten schließen und die, die zu Beginn der Weihnachtswoche einstellen erst vollständig in den Januarzahlen enthalten“, erläutert Müller.

Aktuell sind 2 248 Stellen im Bestand, ein deutlicher Rückgang gegenüber November um 134 und gegenüber Vorjahresmonat ein Anstieg um 45 Angebote. Im Dezember sind 718 Stellen neu gemeldet worden, ein Minus von 12,5 Prozent oder 103 Angeboten gegenüber November und von 6,1 Prozent bzw. 47 Stellen im Vorjahresvergleich.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein beträgt im Dezember 3,1 Prozent. Im Dezember 2013 lag sie bei 3,3 Prozent. 2 769 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 201 Menschen weniger als vor einem Jahr und entspricht einem Rückgang um 6,8 Prozent. Im Vormonatsvergleich sind es 136 Menschen oder 5,2 Prozent mehr, als die Quote noch bei 2,9 Prozent lag.

7,8 Prozent oder 1 048 Menschen sind älter als 50 Jahre, verglichen mit November sind dies 48 Menschen mehr oder 4,8 Prozent. 644 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, eine Zahl, die im Vorjahresvergleich um einen Gemeldeten gestiegen ist, im Vergleich zu November um 13.

237 Menschen sind jünger als 25 Jahre, ein Anstieg um 45 zum Vormonat und ein geringfügiger Rückgang um 1 im Vorjahresvergleich. Die Zahl der 15- bis unter 20-jährigen ist mit 41 jungen Menschen um 13 höher als im November.

838 Neumeldungen wurden in Traunstein registriert, das sind 91 weniger als im November, und 100 weniger als im Vorjahresmonat. Die meisten Arbeitnehmer haben eine Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr. 512 Neumeldungen kamen aus Erwerbstätigkeit, 89 haben eine Ausbildung oder Qualifizierung beendet und 215 meldeten sich aus Nichterwerbstätigkeit arbeitslos. 700 Abmeldungen wurden gezählt, das sind 4 mehr als im November. Hiervon gingen 280 Menschen in Erwerbstätigkeit, 100 begannen eine Ausbildung und 290 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab.

Geteilt nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: Von den 2 769 arbeitslos Gemeldeten zählen 1 513 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 256 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II).

Im Arbeitgeberservice waren im Dezember 783 Stellenangebote registriert, gegenüber November sind das 72 Angebote weniger. „Der Stellenzugang fällt mit 236 Angeboten um minus 21 zum Vorjahr und um minus 50 gegenüber November geringer aus“, so Müller, „viele Stellen für die Wintersaison wurden bereits im November gemeldet“, erklärt Müller.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Dezember 3,5 Prozent, ein Gleichstand zum Vorjahr und ein Anstieg um 0,2 Prozentpunkte gegenüber November. 2 081 Menschen waren im Dezember arbeitslos gemeldet das sind 127 Menschen mehr als im Vormonat und 40 weniger als im Vorjahr.

Darunter sind 184 (Vormonat 177) Jüngere unter 25 Jahren und 29 (Vormonat 32) unter 20 Jahren. 786 Menschen sind älter als 50 Jahre, das sind 47 mehr als im November und einer weniger als im Vorjahresmonat.

8,2 Prozent der Gesamtheit sind schwerbehinderte Menschen. Mit 170 in dieser Gruppe ist eine Person weniger als im November zu zählen. Im Dezember des Vorjahres waren es noch 16 mehr. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vorjahresvergleich um 47 Menschen gesunken, der Novemberwert ist unverändert geblieben. 524 Menschen sind in dieser Situation, länger als ein Jahr auf der Suche zu sein. Das entspricht 25,2 Prozent aller Arbeitslosen. „Je länger ein Mensch auf Arbeitssuche ist, desto schwieriger wird es für ihn“, so Müller, „zur Arbeit gehören aktuelle Kenntnisse, die wieder gelernt werden müssen; zu einem gelungenen Einstieg gehört allerdings auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Team, die erst eine dauerhaft erfolgreiche Struktur etabliert“, appelliert Müller.

632 Neumeldungen stehen 511 Abmeldungen gegenüber. Hiervon konnten 144 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. 105 nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf und 236 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab.

Getrennt nach Rechtskreisen gehören 1 092 (Vormonat 945) Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 989 (Vormonat 1 009) sind Kunden des Jobcenters (SGB II).

424 Stellen sind im aktuellen Bestand, 13 weniger als im November und 39 mehr als im Dezember 2013, das ist ein Anstieg um 10,1 Prozent. 165 Angebote, das sind 27 weniger als im Vormonat, wurden neu aufgenommen. 30 Prozent der Stellen (131) im Bestand sind Angebote der Personaldienstleister.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land beträgt im Dezember 4,4 Prozent, das sind 2 161 Menschen, 232 mehr als im November und 37 weniger als im Vorjahresvergleich, bei derselben Quote.

Getrennt nach Rechtskreisen gehören 1 241 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 920 Kunden zum Jobcenter das das SGB II umsetzt. „Allein 514 Menschen meldeten sich im Rechtskreis SGB III arbeitslos“, erklärt Müller, „ein typisches Anzeichen für die beginnende Wintersaison, die uns zunächst die Außenberufler brachte. Wir freuen uns über jeden Arbeitgeber, der die Wiedereinstellungszusage gleich ausspricht, um einer Abwanderung seines Fachpersonals vorzubeugen“, schließt Müller.

Unter den 2 161 Menschen sind 214 jüngere unter 25 Jahren, das sind 36 mehr als im November und 8 weniger als im Vorjahresmonat. In der Untergruppe 15-20 Jahre waren im Dezember 44 gegenüber 32 im November gemeldet. 793 Ältere über 50 Jahre, das sind 94 mehr als im November und 3 weniger als im Vorjahresmonat bilden 36,7 Prozent aller Arbeitslosen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Jahresvergleich um 7,5 Prozent bzw. 33 Menschen gestiegen, das heißt, 472 Menschen sind aktuell davon betroffen. Der Anteil an der Grundgesamtheit beträgt 21,8 Prozent.

482 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, gegenüber 453 im Vormonat. Darunter waren 301 Kunden der Agentur (SGB III) und 181 Kunden des Jobcenters (SGB II). 210 davon nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 55 gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 188 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 29 gaben sonstige Gründe an oder machten hierzu keine Angabe. 723 Neumeldungen sind zu verzeichnen, das sind 8 weniger als im November. Weit mehr als die Hälfte (463) kamen aus Erwerbstätigkeit.

487 Stellen, ein Rückgang um 7, waren im Bestand, hiervon 174 neue Angebote. Im November waren es noch 10 weniger. Die meisten Angebote gibt es mit 145 im Bereich kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf liegt im Dezember bei 3,8 Prozent. 2 319 Menschen waren gemeldet, 106 mehr als im Vormonat und 22 mehr als im Vorjahresvergleich, als die Quote ebenfalls bei 3,8 Prozent lag.

Gemeldet sind 204 Jüngere unter 25 Jahren, darunter 37 unter 20 Jahren, gegenüber 192 im Vormonat und 224 im Vorjahresmonat. Das bedeutet in dieser Altersgruppe eine Verringerung im Jahresvergleich um 8,9 Prozent oder 20 junger Menschen.

Unter den 2 319 sind 817 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, 33 mehr als im November und 13 mehr als im Vorjahresmonat. Das sind 35,2 Prozent der Gesamtheit. 237 arbeitslose schwerbehinderte Menschen bilden 10,2 Prozent aller Gemeldeten. „Wir haben schwerbehinderte Menschen in jeder Altersgruppe“, erläutert Müller, „Behinderungen sind sehr unterschiedlich und haben auf die Ausübung des erlernten Berufes oder auf die Wunschausbildung so manches Mal überhaupt keinen Einfluss. Hier sind alle gefordert, sehr differenziert hinzuschauen“, regt Müller an. 708 Langzeitarbeitslose, 16 mehr als im November und 66 mehr als im Vorjahr stellen 30,5 Prozent der Gesamtheit.

544 Menschen konnten im Dezember ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind 68 weniger als im November, ein Rückgang um 11,1 Prozent. Darunter waren 229 Kunden der Agentur (SGB III) und 315 Kunden des Jobcenters (SGB II). Hiervon gingen 135 in Erwerbstätigkeit, 109 in Ausbildung, 265 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 35 machten keine Angabe. 657 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos. Hiervon 288 aus Erwerbstätigkeit, 121 aus Ausbildung und Qualifizierung. 217 kamen aus Nichterwerbstätigkeit und 31 gaben sonstige Gründe an.

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 42 auf 554 Stellenangebote gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 101 Stellen mehr, Arbeitgeber meldeten im 143 neue Arbeitsstellen, 16 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2 433 Arbeitsstellen ein; gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 28. Die beiden größten Berufsbereiche sind Produktion und Fertigung (187 Angebote) und das Gesundheitswesen (115 Angebote).

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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