Traditionell hohe Arbeitslosenzahlen im Winter

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Landkreis - Traditionell steigt in den Wintermonaten die Arbeitslosenquote an. Im Januar stieg die Quote um 0,8 Prozent auf 4,4 Prozent an. Der Arbeitsmarktbericht im Detail:

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein lag im Januar bei 4,4 Prozent, das ist ein Anstieg gegenüber Dezember um 0,8 Prozentpunkte. 11.566 Menschen waren in diesem Monat arbeitslos gemeldet, das sind 2 236 oder 24,0 Prozent mehr als im Dezember. Im Vorjahresvergleich liegt die aktuelle Arbeitslosenzahl um 1330 Menschen darunter. Im Januar 2014 lag die Quote bei 4,5 Prozent. Die Landkreisquoten im Einzelnen: Landkreis Altötting: 4,3 Prozent; Landkreis Berchtesgadener Land: 5,7 Prozent; Landkreis Mühldorf: 4,6 Prozent und Landkreis Traunstein 3,8 Prozent. „Die meisten der Arbeitslosen aus den Außenberufen mit Wiedereinstellungszusage haben sich nun gemeldet“, sagt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „in unserem südlichen Agenturbezirk mit ausgeprägter Wintersaison profitiert die Tourismusbranche von der derzeitigen Schneelage, die in anderen Branchen als Einschränkung betrachtet wird.“

1 125 jüngere Arbeitslose unter 25, das sind 286 mehr als im Dezember und 44 weniger als im Vorjahr sind gemeldet. Diese Altersgruppe bildet 9,7 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten, die isolierte Arbeitslosenquote liegt bei 3,5 Prozent. In der Untergruppe der 15 bis 20-jährigen ist der Anstieg geringer, 15 Jugendliche mehr als im Dezember sind gemeldet. Das ist ein Hinweis darauf, dass viele junge Menschen zwischen 20 und 25 auch bei den Wiedereinstellern sind. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist gegenüber Dezember leicht angestiegen, derzeit sind 2 491 Menschen länger als ein Jahr auf der Suche. Das sind 143 oder 6,1 Prozent mehr als im Vormonat und 94 mehr weniger als im Januar 2014.

Der Anteil der Älteren zwischen 50 und 65 Jahren an der Grundgesamtheit liegt mit 4 090 Menschen bei 35,4 Prozent. Vor einem Jahr waren es 21 weniger. 646 Ältere mehr als im Dezember sind aktuell arbeitslos; die isolierte Arbeitslosenquote der Älteren beträgt 5,2 Prozent, in der Untergruppe der 55 bis 65 Jahre alten Menschen liegt die Quote bei 5,8 Prozent.

Den 4 724 Neumeldungen, das sind 1 874 mehr als im Dezember, stehen 2 488 Abmeldungen gegenüber. „Der erhebliche Anstieg der Neumeldungen um 65,8 Prozent gegenüber dem geringen Anstieg bei den Abmeldungen von 11,2 Prozent belegt die Saisondynamik deutlich. 3 463 der Neumeldungen kamen aus Erwerbstätigkeit und unsere Erfahrung zeigt, dass ein Großteil im Frühjahr wieder eingestellt wird“, erklärt Müller.

Der Bestand an Stellenangeboten ist mit 2 138 im Januar jahreszeitlich bedingt geringer, darunter sind 600 neue Angebote, gegenüber 718 im Dezember. Es wurden 112 Stellenangebote weniger gemeldet als im Vorjahresmonat. Die Analyse der drei am häufigsten vorkommenden Berufsbereiche innerhalb des Stellenbestandes zeigt, 702 Angebote aus Produktion und Fertigung, 323 aus Handel, Vertrieb und Tourismus und 408 Angebote bei Gesundheit und Soziales.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein beträgt im Januar 3,8 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahresmonat, als die Quote 4,1 Prozent betrug. Im Vormonat Dezember lag die Quote bei 3,1 Prozent. 3 441 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 672 Menschen mehr als im Dezember und 207 weniger als im Vorjahresmonat. Unter den derzeit 3 441 arbeitslosen Menschen sind 340 (Vorjahr ebenso 340) jüngere unter 25 Jahren, darunter 52 (Vorjahr 53) unter 20 Jahren. Der Anteil der Jun-gen am Gesamtbestand beträgt 9,9 Prozent, die isolierte Arbeitslosenquote 3,0 Prozent. 1 219 Ältere über 50 Jahre sind gemeldet, das sind 35,4 Prozent aller Arbeitslosen. Der Anteil der über 55-jährigen beträgt 22,7 Prozent der Gesamtheit, das sind 780 Menschen. Knapp ein Fünftel (19,8 Prozent) aller Gemeldeten zählen zu den Lang-zeitarbeitslosen. 683 Menschen sind im Januar in dieser Gruppe, 39 mehr als im Dezember und 23 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. „Wer lange arbeits-los ist, verlernt oftmals auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die gelebte Berufserfahrung. Wir wissen, dass es auch in dieser Gruppe Fachkräfte zu finden gilt“, appelliert Müller. 1 494 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 78,3 Prozent oder 656 Menschen mehr, als im Vormonat Dezember. Darunter waren 1 147 Menschen aus Erwerbstätigkeit, 108 aus Ausbildung und 211 aus Nichterwerbstätigkeit. 823 Menschen konnten sich im Januar aus der Arbeitslosigkeit abmelden, das sind 123 oder 17,6 Prozent mehr als im Vormonat. Hiervon gingen 476 in Erwerbstätigkeit, 62 in Ausbildung, 239 in Nichterwerbstätigkeit und 46 machten keine Angabe. Getrennt nach Rechtskreisen werden insgesamt 2 123 (Vormonat 1 513) Kunden von der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 318 (Vormonat 1 256) Kunden vom Jobcenter (SGB II) betreut. Der Arbeitgeberservice hat im Januar 191 neue Stellenangebote aufgenommen; das sind 45 weniger als im Vormonat (236). Der Bestand an offenen Arbeitsplätzen liegt bei 712. Hiervon sind 158 Teilzeitangebote.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting beträgt im Januar 4,3 Prozent, eine um 0,8 Prozentpunkte gestiegene Quote im Vergleich zum Dezember. Im Vorjahresmonat 2014 betrug sie 4,2 Prozent. 2 566 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 55 Menschen mehr als vor einem Jahr, und 485 mehr als im Vormonat. Das bedeutet eine geringfügige Steigerung um 2,2 Prozent zum Vorjahr und eine deutliche Steigerung um 23,3 Prozent verglichen mit Dezember.

Darunter sind 240 (Vorjahr 255) jüngere unter 25 und 936 (Vorjahr 904) ältere über 50 Jahre. Bei den unter 20-jährigen sind noch 31 gemeldet, 2 mehr als im Dezember und 13 weniger als im Januar 2014. 965 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 333 mehr als im Dezember, eine Steigerung um 52,7 Prozent. Hiervon kamen 654 aus Erwerbstätigkeit, 109 aus Ausbildung und 192 aus Nichterwerbstätigkeit. Dem stehen 481 Abmeldungen gegenüber, das sind 30 weniger als im Dezember. 178 Menschen gaben als Grund die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit an, 72 beginnen eine Ausbildung oder Qualifizierung. Getrennt nach Rechtskreisen waren 1 492 Menschen Kunden der Agentur und 1 074 Menschen Kunden des Jobcenters. 585 Langzeitarbeitslose, das sind 61 mehr als im Vormonat und 22 weniger als im Januar 2014 bilden 22,8 Prozent des Gesamtbestandes. „Langzeitarbeitslosigkeit betrifft alle Altersgruppen und kann sehr unterschiedliche Gründe haben“, erklärt Müller, „wir brauchen deshalb verschiedene Konzepte, die die jeweiligen Ursachen beachten, um den Menschen wieder in Erwerbstätigkeit zu bringen“, so Müller abschließend.

417 Stellen sind im aktuellen Bestand, 7 weniger als im Dezember. Im Vorjahres-vergleich ist das eine Steigerung des Angebots um 22 Stellen, das entspricht einem leichten Anstieg um 5,6 Prozent. 114 Stellen wurden dem Arbeitgeberservice neu gemeldet. 40 Prozent des Stellenbestandes werden von vier Berufsbereichen gebildet: Gesundheitsberufe mit 40 aktuellen Angeboten, Handel und Kfz mit 41, verarbeitendes Gewerbe mit 42 und wissenschaftliche und technische Dienstleistungen mit 44 Angeboten.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land beträgt im Januar 5,7 Prozent, das sind 2 796 Menschen, 635 mehr als im Dezember und 47 mehr als im Vorjahresvergleich, als die Quote noch bei 5,6 Prozent lag. Getrennt nach Rechts-kreisen gehören 1 820 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 976 Kunden zum Jobcenter das das SGB II umsetzt. Unter den 2 796 Menschen sind 280 jüngere unter 25 Jahren, das sind 66 mehr als im Dezember und 5 weniger als im Vorjahresmonat. 1 005 Ältere über 50 Jahre bilden 35,9 Prozent aller Arbeitslosen. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Anzahl der Menschen dieser Altersgruppe um 26,7 Prozent, das sind 212 Menschen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Jahresvergleich um 5,9 Prozent bzw. 27 Menschen gestiegen, das heißt, 483 Menschen sind aktuell davon betroffen. Der Anteil an der Grundgesamtheit beträgt 17,3 Prozent. „Wir haben hier im Monatsvergleich nur eine erfreulich geringe Steigerung um 11 Menschen mehr in der Langzeitarbeitslosigkeit“, erläutert Müller. „das darf uns nicht dazu verleiten, im Engagement nachzulassen. Vielmehr sehen wir den gesellschaftlichen Auftrag, der sich hinter diesen Zahlen verbirgt. Er lautet auch, dem Berufsweg dieser Menschen eine Chance zu geben. Und je länger es dauert, umso mehr Chancen müssen es sein“, appelliert Müller.

669 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, gegenüber 482 im Vormonat. 397 davon nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 77 gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 169 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 26 gaben sonstige Gründe an oder machten hierzu keine Angabe. 1 309 Neumeldungen sind zu notieren, das sind 586 mehr als im Dezember, jedoch 16 weniger als im Vorjahresmonat. 458 Stellen, ein Rückgang um 29, waren im Bestand, hiervon 152 neue Angebote. Die meisten Angebote gibt es mit 120 im Bereich Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung. 98 Angebote kommen aus dem Bereich, Handel, Vertrieb und Tourismus, und 96 Angebote aus Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung sind zu besetzen.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf liegt im Januar bei 4,6 Prozent. 2 763 Menschen waren gemeldet, 444 mehr als im Vormonat und 25 weniger als im Vor-jahresvergleich, als die Quote bei 4,7 Prozent lag. Die Altersgruppen teilen sich im Januar wie folgt auf: 265 jüngere unter 25 Jahren, darunter 36 unter 20 Jahren, gegenüber 204 im Vormonat und 289 im Vorjahresmonat. Das bedeutet in dieser Altersgruppe eine Verringerung im Jahresvergleich um 8,3 Prozent oder 24 junger Menschen. Unter den 2 763 sind 930 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, 113 mehr als im Dezember und 7 weniger als im Januar des Vorjahres. Diese Gruppe bildet 33,7 Prozent der Gesamtheit. 740 langzeitarbeitslose Menschen im Landkreis Mühldorf bilden 26,8 Prozent aller Gemeldeten. „Der Anteil der langzeitarbeitslosen Menschen an der Gesamtheit liegt im Landkreis Mühldorf bei über einem Viertel (26,8 Prozent)“, erläutert Müller „wir wenden uns an Arbeitgeber und werben bei jeder Bewerbung aus Langzeitarbeitslosigkeit um eine neutrale Haltung, die auf die Perspektive und das Können gerichtet ist und arbeitslose Zeit wohlwollend in den Hintergrund treten lässt“ appelliert Müller abschließend. 956 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 299 oder 45,5 Prozent mehr als im Dezember. Gegenüber Vorjahresmonat ist das ein Rück-gang um 4,5 Prozent oder 45 Menschen. Dem gegenüber konnten sich 515 Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, 29 weniger als im Vormonat. Hiervon gingen 156 in Erwerbstätigkeit, 89 in Ausbildung oder Qualifizierung, 219 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 51 machten hierzu keine Angabe. Getrennt nach Rechtskreisen waren im Januar 1 457 Kunden der Agentur (SGB III) und 1 306 Kunden des Jobcenters (SGB II).

551 Stellenangebote sind im aktuellen Bestand, 3 weniger als im Vormonat und 106, das sind 22,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 143 Angebote sind neu aufgenommen worden, ein Gleichstand zu Dezember. Die beiden chancenreichsten Berufsbereiche sind Produktion und Fertigung mit 194 Angeboten und Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung mit 124 offenen Stellen.

Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit/Agentur für Arbeit Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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