Arbeitsmarktbericht Juli der Agentur für Arbeit Traunstein

Ruhiger Saisonarbeitsmarkt zum Ferienbeginn

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Traunstein - Zu Beginn der Ferienzeit bleibt die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein stabil. Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen.

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein blieb im Juli mit 3,2 Prozent konstant gegenüber dem Vormonat Juni und dem Juli-Wert des Vorjahres. 8 413 Menschen, das sind 81 mehr als im Vormonat und 223 mehr als im Vorjahresmonat sind aktuell arbeitslos.

INFO:

Arbeitsmarktbarometer (xls)

Unter den 8 413 Menschen sind 849 Arbeitslose jünger als 25 Jahre darunter 175 unter 20 Jahre. Im Vormonat waren es noch 19,9 Prozent weniger. „Dieser Anstieg bei den unter 25-Jährigen ist ein Juli-typisches Phänomen“, analysiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „betrachtet man sich die Herkunft der neu Gemeldeten, fällt auf, dass 648 aus Ausbildung oder Qualifizierung kommen, gegenüber 415 im Juni. Auch Schulabgänger melden sich verstärkt an, der Höchststand wird wieder im August erreicht, vor dem Ausbildungsbeginn im September.“ 3 108 Gemeldete sind zwischen 50 und 65 Jahre alt. Darunter sind 2 049 arbeitslose Menschen älter als 55 Jahre. Der isolierte Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtarbeitslosigkeit beträgt 36,9 Prozent. In dieser Altersgruppe sind es im Vergleich zum Juni 43 Menschen weniger. Im Vorjahresvergleich sind es jedoch 65 Menschen mehr. 2 514 Neumeldungen wurden im Juli aufgenommen. Im Juni waren es noch 2 187 Zugänge, das bedeutet einen Anstieg um 15,0 Prozent, das sind 327 Menschen. Hiervon meldeten sich 964 Menschen aus Erwerbstätigkeit, 648 aus Ausbildung oder Qualifizierung und 833 aus Nichterwerbstätigkeit Seit Jahresbeginn haben sich im Agenturbezirk Traunstein 19.889 Menschen erneut oder erstmals arbeitslos gemeldet. Den Neumeldungen stehen 2 433 Abmeldungen gegenüber. Im Juni waren es 9 Menschen weniger, die sich aus der Vermittlung abmeldeten und im Juli des Vorjahres 49 mehr. 907 Menschen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, das sind 5 mehr als im Juni. 409 begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung, 940 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit und 177 nannten sonstige Gründe. Der Stellenbestand im Juli zeigt 2 360 Angebote, das sind 83 weniger als im Vormonat und 2 mehr als im Juli des Vorjahres. 890 Stellen wurden an den Arbeitgeberservice neu gemeldet; das sind 90 mehr als im Juni. Im Stellenbestand sind aktuell 411 Teilzeitstellen, die beiden größten Berufsbereiche mit diesen Angeboten sind der Handel mit 126 und das Gastgewerbe mit 104 offenen Stellen. Der Ausbildungsmarkt zeigt noch 1 039 offene Ausbildungsstellen im gesamten Agenturbezirk, das sind rein rechnerisch 2,2 Stellen je unversorgten Bewerber. „Die Vielzahl der Ausbildungsstellen sollte keinen Jugendlichen in trügerischer Sicherheit wiegen, selbstverständlich seine Wunsch-Ausbildung beginnen zu können“, mahnt Müller, „es muss auch der nach Eignung und Persönlichkeit passende Ausbildungsplatz sein. So optimistisch die Zahlen momentan auch sind, sie ersetzen nicht Engagement, Motivation und Leistungsbereitschaft“, so Müller.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein beträgt im Juli 2,6 Prozent, das ist ein Gleichstand gegenüber Juni und ein Rückgang zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte. 2 337 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 171 Menschen, bzw. 6,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Geteilt nach Rechtskreisen gehören 1 180 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 157 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II). Unter den 2 337 arbeitslosen Menschen sind 213 jüngere unter 25 Jahren, das sind 22 mehr als im Vormonat und 60 weniger als im Juli des Vorjahres. 882 (Vorjahr 948) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 598 älter als 55 Jahre. Die isolierte Arbeitslosenquote bei dieser Altersgruppe beträgt 3,2 Prozent. 599 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 25,6 Prozent. In dieser Untergruppe ist ein leichter Anstieg um 3,6 Prozent, das sind 21 Menschen, zu verzeichnen. „Langzeitarbeitslosigkeit ist eine Lebenssituation, die umso schwieriger wird, je länger sie dauert. Wir arbeiten an verschiedenen Modellen, um den Wiedereinstieg zu ermöglichen“, sagt Müller. 734 (Juni 790) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden, 303 nahmen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf, das sind 41,3 Prozent aller Abmeldungen. 122 begannen eine Ausbildung und/oder Qualifizierung, 255 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 54 Menschen nannten sonstige Gründe. Getrennt nach Rechtskreisen waren 455 Abmeldungen im SGB III-Bereich (Arbeitslosengeld I) und 279 im SGB II-Bereich (Arbeitslosengeld II) zu notieren. Dem stehen 708 Neumeldungen gegenüber, ein Anstieg zu Juni um 59 Menschen und ein Rückgang zum Vorjahresmonat um 83 Meldungen.

Der Stellenbestand im Landkreis Traunstein beträgt 926, das sind 9 mehr als im Juni, worunter 318 Neumeldungen sind. Der Arbeitsmarkt im Bereich Gesundheits- und Sozialberufe ist weiterhin sehr gut mit 104 aktuellen Angeboten. Aus dem Gastgewerbe stammen 151 Stellen, die wegen der beginnenden Hochsaison sofort zu besetzen sind. Der Ausbildungsstellenmarkt im Landkreis Traunstein bietet 382 freie Angebote, das sind 24 oder 6,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Dem stehen 169 momentan noch unversorgte Ausbildungssuchende gegenüber, das sind 32 weniger als im Vorjahr.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Juli bei Gleichstand mit Juni 3,4 Prozent, das sind 2 065 Menschen. Im Vormonat waren es 53 Menschen mehr. Der Vorjahresvergleich zeigt einen leichten Anstieg um 6,6 Prozent, d.h. 127 Menschen weniger waren von Arbeitslosigkeit betroffen; die Quote lag bei 3,2 Prozent. Darunter sind 61 Jugendliche unter 20 Jahren (Vormonat: 34), innerhalb der 233 unter 25 Jahren (Vormonat: 175). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 55 Jahre ist mit 501 im Vergleich zum Vormonat um 6 leicht gestiegen, im Juli des Vorjahres waren es 33 weniger. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Vormonatsvergleich um 5 und im Vorjahresvergleich um 9, so dass aktuell 551 Menschen im Landkreis zu dieser Gruppe zählen. „Der Arbeitgeberservice fragt verstärkt nach Teilzeitstellen bei den Unternehmen nach“, erklärt Müller, „ein Berufseinstieg in Teilzeit, eventuell mit der Option auf Stundenerhöhung, ist für viele langzeitarbeitslose Kunden eine gute Möglichkeit, schrittweise wieder ins Erwerbsleben einzusteigen“, so Müller abschließend.

620 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos. Das sind 65 mehr als im Juni und 87 mehr als im Vergleichsmonat 2013. Darunter waren 223 Meldungen aus Erwerbstätigkeit und 171 (Vormonat 109) aus Ausbildung oder Qualifizierung. 156 der Neumeldungen, 62 mehr als im Vormonat, sind aus der Altersgruppe 15 – 25 Jahre, ein Hinweis, dass darunter Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen sind. 566 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 211 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, das sind 37,2 Prozent aller Abmeldungen. 81 Menschen begannen eine Ausbildung oder Qualifizierung und 243 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Insgesamt teilen sich die Kunden in 960 bei der Agentur (SGB III) und 1 105 Kunden des Jobcenters (SGB II). 375 Stellenangebote sind im Juli im aktuellen Bestand, das sind 58 weniger als im Juni. Im Vorjahresvergleich gab es 9 Stellen mehr. Der Stellenzugang mit 176 unterscheidet sich nur um 2 Angebote weniger als im Vormonat, jedoch um 68 im Vorjahresvergleich. Der Bestand an Teilzeitstellen liegt insgesamt bei 17, darunter 12 neue Angebote. Der Ausbildungsstellenmarkt bietet mit 249 unbesetzten Angeboten 49 mehr als im vergangenen Jahr, Das rein rechnerische Verhältnis von unversorgtem Bewerber zu unbesetzter Ausbildungsstelle beträgt aktuell 1:2,7.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land beträgt im Juli 3,4 Prozent, ein Gleichstand gegenüber dem Vormonat Juni und dem Vorjahresmonat. 1 675 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind trotz der gleichen Quote 42 Menschen mehr als im Vorjahr. Darunter sind 151 Jüngere unter 25 Jahren, 9 mehr als im Juni und 15 mehr als im Vorjahresmonat. 653 Ältere über 50 Jahre, 10 weniger als im Juni bilden 39,0 Prozent der Gesamtheit. 467 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, das sind 5 mehr als im Vormonat, jedoch 110 oder 30,8 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2013. Im Landkreis Berchtesgadener Land gab es im Juli 501 Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit, das sind 91 weniger als im Juni; darunter 306 Kunden der Agentur und 195 Kunden des Jobcenters. Insgesamt 175 davon nahmen eine Erwerbstätigkeit auf (Agentur: 145; Jobcenter: 30), das sind knapp 35 Prozent aller Abmeldungen. 101 Menschen gingen in Ausbildung oder Qualifizierung (Agentur: 51 Jobcenter: 50). 189 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 36 gaben sonstige Gründe für ihre Abmeldung an. 511 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 74 Menschen mehr als im Juni. Darunter sind 220 Meldungen aus Erwerbstätigkeit und 123 aus Ausbildung oder Qualifizierung. 539 Stellen sind im Bestand, das sind 6 weniger als im Vormonat. 213 Angebote sind im Juli neu aufgenommen worden, gegenüber Juni ein Zuwachs um 31 Angebote. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 114 Stellen weniger. Knapp 70 Prozent aller Stellen im Bestand kommen aus drei Berufsbereichen: Produktion und Fertigung mit 143 Stellen, Dienstleistung, Handel und Tourismus 132 Angebote und Gesundheit und Soziales mit 102 freien Stellen. Die 76 Teilzeitstellen kommen überwiegend aus dem Handel und dem Gesundheitswesen.

Der Ausbildungsstellenmarkt im Landkreis Berchtesgadener Land bietet 81 aktuell noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern (Vorjahr 136) ein Angebot an 262 unbesetzten Ausbildungsstellen. „Eine Ausbildung ist der nächste wichtige Grundstein nach dem Schulabschluss“, so Müller, „wir appellieren an alle noch unentschlossenen Jugendlichen, die nächsten Wochen intensiv zu nutzen um den Berufseinstieg und damit auch einen großen Schritt in die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu schaffen“, ermuntert Müller.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf beträgt im Juli 3,9 Prozent, das ist ein leichter Anstieg um 0,1 Prozentpunkt im Vormonatsvergleich. 2 336 Menschen waren im Juli arbeitslos gemeldet, 46 oder 2,0 Prozent mehr als im Juni. Im Vorjahresvergleich ist dies ein Anstieg um 10,7 Prozent, 225 Menschen weniger waren im Juli 2013 gemeldet. Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 011 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 325 Kunden des Jobcenters. Aktuell sind 252 Jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 50 unter 20 Jahre alt sind. Im Juni waren es noch 200 junge Menschen, ein Anstieg um 26,0 Prozent. 840 Menschen sind älter als 50, darunter 520 über 55 Jahre. Diese Altersgruppe hat 36,0 Prozent Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen im Landkreis. Der Vormonatsvergleich zeigt einen geringfügigen Anstieg um 1,0 Prozent, das sind 8 Menschen; der Vorjahresvergleich jedoch einen Anstieg um 118 Menschen, das sind 16,3 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 742, das sind 5 Menschen mehr als im Juni. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtheit beträgt aktuell 31,8 Prozent. „Die Senkung der Langzeitarbeitslosigkeit ist uns ein ernstes Anliegen“, erläutert Müller, „wir wissen, dass es eine Vielzahl von Gründen dafür geben kann; genauso überlegen wir uns auch eine Vielzahl an individuellen Schritten gemeinsam mit dem Betroffenen, damit ein Wiedereinstieg oder auch ein Umstieg gelingen kann“, schließt Müller. 675 Neumeldungen, das sind 129 mehr als im Vormonat, und 117 mehr als im Juli 2013 wurden von der Arbeitsvermittlung bearbeitet. Hiervon kamen 241 aus Erwerbstätigkeit, 169 meldeten sich nach Ausbildung oder Qualifizierung und 240 kamen aus Nichterwerbstätigkeit. Dem stehen 632 Abmeldungen, das sind 45 mehr als im Vormonat, gegenüber. Hiervon gingen 218 Menschen wieder in Erwerbstätigkeit und 105 in Ausbildung/Qualifizierung. 520 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber Juni ist das ein Rückgang von 28, bzw. 5,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 18 Stellen mehr. 183 neue Stellenangebote wurden aufgenommen, ein Anstieg im Vergleich zu Juni um 16 oder 9,1 Prozent. 60,4 Prozent aller Stellenangebote kommen aus den beiden Berufsbereichen Produktion und Fertigung (204) und Gesundheit und Soziales (110). Der Ausbildungsstellenmarkt hat mit 146 unbesetzten Angeboten 23 weniger als im Berichtsjahr davor. Dem stehen 130 noch unversorgte Bewerber gegenüber. Das bedeutet rein rechnerisch 1,1 Stellen je Jugendlichem.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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