Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent im Dezember

Rosenheimer Arbeitsmarkt weiterhin robust

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Rosenheim - Das Jahr 2015 verabschiedet sich mit einer außergewöhnlich niedrigen Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent für den Monat Dezember. Der Jahresrückblick der Rosenheimer Arbeitsagentur:

Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur in ihrer Rückschau auf den Arbeitsmarkt 2015: „Die saisonale Winterarbeitslosigkeit konnte im vergangenen Jahr relativ schnell abgebaut werden. Bereits mit den Märzdaten sank die Zahl der Arbeitslosen unter die Zehntausender-Marke (9 700), und die Arbeitslosenquote ging wieder – genau wie im Vorjahr – auf 3,4 Prozent zurück. Das schöne Wetter und die gute Auftragslage der Betriebe beflügelten den Arbeitsmarkt, so dass die Arbeitslosenquote im Mai erstmals unter 3 Prozent fiel (2,8 Prozent). Seitdem konnten wir Monat für Monat immer eine gute Arbeitslosenquote vermelden, die niedrigste mit 2,6 Prozent im Oktober. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist im gesamten Agenturbezirk (kreisfreie Stadt Rosenheim, Landkreise Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen) mit fast 180 000 so hoch wie nie. Trotzdem bleibt es insbesondere für Langzeitarbeitslose, Ältere ab 55 Jahren und junge Menschen ohne Berufsabschluss schwierig, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und dauerhaft in Beschäftigung zu bleiben. Ihre Bewerbungen finden leider oft wenig Beachtung. Mit der Integration von Menschen mit Fluchthintergrund in Arbeit und Ausbildung stehen wir vor neuen Herausforderungen, die es im Jahr 2016 gemeinsam zu meistern gilt.“

Cujai weiter mit dem Jahresrückblick:

„Der Februarmonat war mit 10 450 statistisch erfassten Erwerbslosen der Monat mit der höchsten Arbeitslosenzahl. Bis zum Juni sank die Zahl auf 7 670 Betroffene. Die Folgemonate waren geprägt von einem leichten Auf und Ab bis im Oktober mit 7 380 Arbeitslosen der niedrigste Stand erreicht wurde. Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt ebenfalls überwiegend positiv aus, denn seit April lag die Zahl der Arbeitslosen Monat für Monat unter dem Vorjahreswert. Die durchweg niedrige Arbeitslosenquote spiegelt die insgesamt stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt wider."

Cujai zu den Dezemberzahlen:

„Das Jahr 2015 verabschiedet sich mit einer außergewöhnlich niedrigen Quote von 2,8 Prozent, bei 8 180 erfassten Erwerbslosen. Verantwortlich für dieses gute Ergebnis zeichnet – ähnlich wie in den beiden vergangenen Jahren – das gute Wetter bis zum zehnten Dezember, dem statistischen Zähltag. Die ausgesprochen milden, fast frühlinghaften Temperaturen, wenig Nachtfrost und kaum Niederschlag ermöglichten die Fortführung und/oder Fertigstellung von Arbeiten im Außenbereich. Das heißt, die saisonale Winterarbeitslosigkeit hatte bis zum Stichtag (10.12.2015) immer noch nicht eingesetzt. Bei den Beschäftigten in Außenberufen wie dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe, dem Straßenbau sowie der Land- und Forstwirtschaft tritt die Arbeitslosigkeit größtenteils erst nach den Weihnachtsfeiertagen ein. Damit Kündigungs- und Meldefristen eingehalten werden können, hat so mancher Arbeitgeber „vorsorglich“ die Entlassung ausgesprochen, es bleibt dennoch abzuwarten, ob nicht wenigstens teilweise weiter gearbeitet wird, wenn die Temperaturen so niedrig bleiben wie bislang.“

Qualtifikationsniveau verschiebt sich immer mehr

Ein Blick auf die Bewegungsdaten im Jahresverlauf zeigt, dass sich im Agenturbezirk Rosenheim monatlich zwischen 4 000 (Höchststand im Januar 2015) und 2 210 (niedrigster Stand im Mai 2015) Menschen arbeitslos gemeldet haben. Das ergibt in der Summe etwas über 33 000 Zugänge in die Arbeitslosigkeit, darunter 17 260 aus einer Erwerbstätigkeit heraus. Cujai dazu: „Die wirtschaftliche Lage der vielen Klein- und Mittelbetriebe hier in der Region war das ganze Jahr über sehr stabil. Viele haben ihren Beschäftigtenstand gehalten oder sogar moderat ausgebaut, zum Teil mit Arbeitskräften aus EU-Ostländern wie Rumänien, Ungarn und Kroatien. Zu größeren Einstellungen aus dem Gesamtpool der Arbeitslosen (Arbeitsagentur plus Jobcenter) ist es dagegen nicht gekommen. Das geforderte Qualifikationsniveau verschiebt sich immer mehr: Arbeitsplätze für An- und Ungelernte brechen weg, gleichzeitig werden Fachkräfte gesucht. Es wird daher auch im Jahr 2016 nicht einfach sein, Menschen mit Vermittlungshemmnissen (ungenügende Sprachkenntnisse, fehlende Ausbildung, gesundheitliche Probleme usw.) in Beschäftigung zu bringen. Im vergangenen Jahr konnten insgesamt fast 14 100 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit verzeichnet werden.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen:

Jugendliche unter 25 Jahren waren in der ersten Jahreshälfte etwas stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als in den Jahren davor, aber von Juli an drehte sich das Blatt. Letztendlich waren im Jahresdurchschnitt in etwa so viele Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet wie im Vorjahr, nämlich 870. Bei der Altersgruppe der Älteren, 55 Jahre und älter, gab es gegenüber dem Vorjahr eine positive Entwicklung, hier waren im Schnitt unter 2 000 Arbeitslose gemeldet (100 weniger als im Vorjahr). Bei Arbeitslosen mit ausländischer Nationalität ist die Zahl angestiegen, allerdings bei weitem nicht in dem Maße, wie Flüchtlinge in der Region eingetroffen sind. Im Jahresdurchschnitt waren 1 875 Ausländer als „arbeitslos“ erfasst, 180 mehr als im Vorjahr. Bei den Langzeitarbeitslosen errechnet sich ein Jahresdurchschnitt von 1 860 Betroffenen, 180 weniger als im Vorjahr. Das 2015 eingeführte und auch im Jahr 2016 weiterlaufende ESF-Programm (europäischer Sozialfonds) setzt genau hier an. Gelder für Lohnkostenzuschüsse, Coaching und spezielle Stellenakquise stehen zur Verfügung. Firmen die sich dafür interessieren erhalten Auskünfte bei den jeweiligen Jobcentern für die Stadt und den Landkreis Rosenheim, oder beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.“

Insgesamt liegt die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für den gesamten Agenturbezirk im Jahr 2015 mit 8 500, davon 4 770 SGB III-Kunden und 3 720 SGB II-Kunden, um 170 unter der des Vorjahres. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für das Jahr 2015 liegt bei 3,0 Prozent.

Zur Stellensituation insgesamt:

Im Dezember meldeten Betriebe und Verwaltungen der Agentur für Arbeit 850 zu besetzende Stellen, darunter 800 sozialversicherungs-pflichtige. Im Laufe der letzten zwölf Monate gingen insgesamt 13 170 freie Arbeitsplätze ein, davon waren 12 440 sozialversicherungspflichtig. Ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr! Zum Zähltag (10. Dezember) gab es insgesamt 3 510 zu besetzende Arbeitsangebote, die größtenteils auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de zu finden sind. Die Agenturleiterin dazu: „Betriebe melden uns laufend ihren Personalbedarf, der aber bei einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent nicht immer optimal befriedigt werden kann. Für 2016 wünsche ich mir daher, dass Ältere, Langzeit-arbeitslose, Menschen mit Behinderung, Jüngere ohne abgeschlossene Berufsausbildung und Flüchtlinge mit Arbeitsmarktzugang bei Stellenbesetzungen berücksichtigt werden und so eine Chance bekommen.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich im Dezember eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent (Vorjahr 5,0 Prozent). Derzeit sind 1 643 Bürger/innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 55 auf 617. Für 1 026 (plus 84) SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Jahresdurchschnittlich waren 1 700 Menschen im Bereich der Stadt Rosenheim ohne Beschäftigung, es errechnet sich – wie im Vorjahr – eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent. Die beiden Rechtskreise verzeichneten folgende Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche Bestand um 25 niedriger und im SGB II-Bereich um 21 höher als im Vorjahr.

Der Landkreis Rosenheim hat eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent (Vorjahr 2,7 Prozent). Hier sind 1 959 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 90 mehr als im Vormonat. Beim Jobcenter des Landkreises Rosenheim sind 1 390 Erwerbslose SGB II-Kunden gemeldet, drei mehr als im November. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt demzufolge bei 3 349. Im Jahresdurchschnitt waren 3 631 Personen im Landkreis ohne Erwerbstätigkeit. Die Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt beträgt 2,7 Prozent. (Vorjahr 2,8 Prozent). Die beiden Rechtskreise verzeichneten unterschiedliche Ergebnisse. Im SGB III-Bereich ist der jahresdurchschnittliche „Bestand“ an Arbeitslosen um 57 niedriger, im SGB II-Bereich dagegen um 16 höher als im Vorjahr.

Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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