Alles Wissenswerte über die neue Kontonummer

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Die Felder IBAN und BIC (SWIFT-Code) werden auf einem Formular für Auslandsüberweisungen ausgefüllt (Illustration zum Thema Swift vom 23.06.2006).

München - Alle Bankkunden bekommen bald extrem lange neue Kontonummern und Bankleitzahlen. Hier erfahren Sie, was sich ab wann ändert, welche Vorteile das bringt und wie Bankgeschäfte künftig funktionieren:

Egal, ob Überweisung ins In- oder Ausland: Künftig müssen sich Deutschlands Bankkunden auf internationale Kontonummern und Bankleitzahlen einstellen. Nach den Plänen der EU-Kommission soll spätestens 2013 Schluss mit nationalen Codes sein. Dann gelten die europaweiten Ziffern- und Buchstabenkombinationen (IBAN und BIC), die deutlich länger als die bisher in Deutschland üblichen Zahlenreihen sind. Wir klären die wichtigsten Fragen:

Welche Vorteile bieten die neuen Kontonummern?

„Überweisungen laufen schneller, billiger und sicherer“, sagt EU-Binnenkommissar Michel Barnier – quer durch Europa. Für den Kunden fallen Kosten weg, weil versteckte Gebühren für Lastschriftverfahren verboten werden. Niemand müsse länger mehrere Konten in verschiedenen Ländern unterhalten.

Was ändert sich für die Bankkunden bei Überweisungen?

Bei Überweisungen muss der Bankkunde künftig mehr Kästchen als sonst ausfüllen. Statt der inländischen Kontonummer mit häufig zehn Stellen muss die 22-stellige internationale Kontonummer IBAN eingetragen werden. Die Bankleitzahl wird durch die internationale BIC ersetzt – an die Stelle der Zahlenkombination tritt eine Buchstabenreihe.

Ab wann gelten die neuen Vorgaben der Europäischen Union?

Spätestens Anfang 2013 sollen Bankkunden für nationale Überweisungen die neuen Kontonummern nutzen. Für Lastschriften soll die Umstellung Anfang 2014 vollzogen sein. So lange gelten die nationalen Systeme weiter. Die Bankenbranche fordert drei bis fünf Jahre für die Umstellung. Der Vorschlag der Kommission wird nur dann Gesetz, wenn das Europaparlament und der EU-Ministerrat, in dem die 27 Regierungen vertreten sind, zustimmen.

Wie kompliziert sind die neuen Angaben wirklich?

Kritiker geißeln die neue 22-stellige Zahl als „IBAN, die Schreckliche“. Die EU-Kommission argumentiert, dass die neue Zahlenkombination der IBAN leicht zu merken sei. Sie besteht aus einem Ländercode und einer zweistelligen Prüfziffer. Danach folgen die bekannte Bankleitzahl und die vertraute Kontonummer (Siehe Kasten). Wirklich neu sei also nur die Prüfziffer zu Beginn.

Lesen Sie auch: SEPA-Verfahren: Das ändert sich für Vermieter

Wo findet man schon heute die neuen Nummern?

Schon heute steht die IBAN auf jedem Kontoauszug, manchmal auch bereits auf Bankkarten. Beim Online-Banking kann der Kunde sich die gespeicherten Daten aus einer Liste auswählen, um Fehler zu vermeiden. Die deutsche Debatte erinnert manch einen EU-Diplomaten an die Umstellung der deutschen Postleitzahlen nach der Wiedervereinigung: „Auch damals gab es viel Lärm um nichts.“

Bei dem Code zur Identifizierung der Bank (BIC), der elf Buchstaben hat, sollen die Banken nach dem Willen der EU-Kommission den Kunden helfen. So fügen in Belgien und Österreich Institute bei Überweisungen den BIC-Code automatisch ein. Denkbar sei auch, dass die Kunden ihre vertrauten Zahlen weiter verwenden und die Banken diese in IBAN und BIC umrechnen. Außerdem sei die Umstellung in Luxemburg, Italien, Griechenland und Slowenien laut EU-Kommission schon reibungslos vollzogen worden.

Was passiert, wenn man Überweisungen falsch ausfüllt?

Verbraucherschützer warnen vor einem „Riesenchaos“: Ist die Überweisung mit einem Tippfehler einmal abgeschickt (zum Beispiel beim Online-Banking), ist sie nicht mehr zu widerrufen. Dann muss der Kunde seine Hausbank informieren, die sich mit der Empfängerbank in Verbindung setzt. Der Kunde muss seine Bank um Rückbuchung bitten. Laut Verbraucherschutzzentrale passiert dies auf eigenes Risiko und eigene Kosten.

Und wie funktioniert die Umstellung bei Lastschriften?

Bei Lastschriften soll die Umstellung spätestens Anfang 2014 vollzogen sein, allerdings gilt das in Deutschland weit verbreitete elektronische Lastschriftverfahren noch fünf Jahre. Beim Umstieg auf Sepa müssten Bankkunden ihre Einzugsermächtigung beispielsweise für ein Zeitungsabo, eine Versicherung oder den Strom erneuern. Das bedeutet für die Banken einigen Aufwand. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der deutsche Gesetzgeber für dieses Problem eine pragmatische Lösung findet, sodass alte Lastschriften möglicherweise einfach fortgeführt werden können.

So werden die neuen Nummern aussehen

Die bisherige Kontonummer wird von der internationalen Kontonummer IBAN abgelöst. Sie besteht in Deutschland aus einer 22-stelligen Kombination von Buchstaben und Ziffern. Die IBAN setzt sich zusammen aus dem Länderkennzeichen DE für ein deutsches Konto. Danach folgt eine zweistellige Prüfziffer, die achtstellige Bankleitzahl des Kontoinhabers (hier 370 400 44) und von hinten aufgefüllt die Kontonummer (die je nach Kreditinstitut bis zu zehn Stellen umfasst). Beispiel: DE89370400440532013000

Der BIC (Bank Identifier Code) ersetzt die bisherige Bankleitzahl (beispielsweise 37040044). Er identifiziert Kreditinstitute weltweit und ist entweder ac ht oder elf Stellen lang. Die ersten vier Stellen entsprechen der Bankbezeichnung, danach folgen der Ländercode DE, die zweistellige Ortsangabe und die Filialbezeichnung. Beispiel: MARKDEFFXXX

Von Marion Trimborn

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