Kolumne

Die Vermögensarchitekten: „Family Office“ und seine Bedeutung

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Prof. Dr. Thomas Druyen ist Direktor des Instituts für Vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie an der Sigmund Freud Privat-Universität Wien und Gründer des Instituts für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement.

Der Begriff „Family Office“ klingt einfach und ist gleichzeitig ein Quell unterschiedlicher Interpretationen. Viele haben ihn noch nicht gehört oder messen ihm keinerlei Bedeutung zu.

Selbst bei denjenigen, die über Vermögen verfügen, gibt es ganz verschiedene Einschätzungen. Im Grunde geht es um eine umfassende und unternehmerische Verwaltung, die aufgrund der Größe des jeweiligen Vermögens, aus familiärer Perspektive professionell wahrgenommen wird. Ganz grob gesagt, wie eine kleine eigene Bank. Dieser Aufwand lohnt und rechnet sich natürlich nur, wenn das Vermögen eine entsprechende Größe hat. Nun könnten wir Bürger sagen: Was geht das uns an? Zumal in Deutschland die Reputation des Reichtums nicht zum Besten bestellt ist. Sehr oft werden bei der Bewertung die präsenten Entgleisungen zu recht summiert, ohne allerdings die Leistungen, die Steuerbeiträge, die Arbeitsplätze oder die Förderung wissenschaftlicher oder humaner Projekte zu berücksichtigen.

Es ist an der Zeit, dass wir uns vergegenwärtigen, dass alle Milieus eines Landes, einer Großstadt oder eines Dorfes die gesellschaftliche Gemeinschaft bilden. Die fundamentalen Veränderungen unserer Zeit, von desaströsen Staatsbankrotten über neue universale und gigantische Weltunternehmen bis zu neuen digitalen und algorithmischen Plattformen oder klimatischen Verschiebungen beeinflussen unser Leben maximal. Vor diesem Hintergrund ist die ökonomische, gestalterische und kulturelle Kraft eines Family oder eines Multi Family Office, das die Interessen mehrerer Familien vertritt, auch für die ganze Gesellschaft von erheblicher Bedeutung. So werden die damit betrauten Berater und Verwalter zu Vermögensarchitekten. Ihre Ratschläge und Ihr Handeln sind nicht nur Wegweiser für familiäre und unternehmerische Zukünfte, sondern auch für bestimmte Teile der Zukunft unserer Gesellschaft. Insofern ist unser Interesse konstruktiv und ein Teil unserer aller Verantwortung.

Von Prof. Dr. Thomas Druyen 

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