Druck auf Arbeitgeber steigt

Bayerns IG Metall will Warnstreiks ausweiten

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Audi-Mitarbeiter nahmen in der Nacht am 29. April an einer Kundgebung im Werk der Autoherstellers in Ingolstadt teil und wärmten sich dabei an einem Feuer.

München - Für die Beschäftigten der bayerischen Metallindustrie fordert die Gewerkschaft fünf Prozent mehr Geld. Vor der nächsten Verhandlungsrunde will sie den Druck auf die Arbeitgeber jetzt steigern.

Die IG Metall hat für Montag zu weiteren Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie aufgerufen. In 23 Betrieben mit mehreren tausend Beschäftigten sollen die Mitarbeiter die Arbeit vorübergehend ruhen lassen. IG-Metall-Landeschef Jürgen Wechsler kündigte am Rande der Mai-Kundgebung in Amberg an, die Warnstreiks am Dienstag und Mittwoch mit mehreren Zehntausend Teilnehmern zu steigern. „Wenn die Arbeitgeber den Druck und die Wut der Beschäftigten über das magere Angebot sehen wollen, werden wir ihnen dies bieten“, sagte er: „Wenn Ihr unbefristeten Arbeitskampf haben wollt, könnt Ihr den bekommen, wir sind bereit!“

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld für ein Jahr. Die Arbeitgeber bieten bei zwei Jahren Laufzeit stufenweise 2,1 Prozent mehr sowie eine Einmalzahlung an. In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie arbeiten 810.000 Beschäftigte, davon nur noch 460 000 in tarifgebundenen Betrieben. Wechsler forderte den Staat auf, die Tarifflucht der Betriebe zu unterbinden. Inzwischen hätten in Deutschland weniger als 50 Prozent der Arbeitnehmer einen tarifvertraglich geregelten Arbeitsplatz. Das sei skandalös. „Deshalb haben wir eine klare Erwartung an die Politik: Wenn die Arbeitgeber sich nicht freiwillig einem Branchen-Tarifvertrag anschließen, dann muss der Gesetzgeber sie dazu verpflichten, einen Tarifvertrag anzuwenden“, sagte Wechsler. „Es kann nicht sein, dass sich immer mehr Arbeitgeber in die Büsche schlagen und aus den Arbeitgeberverbänden austreten!“

In Bayern nahmen am Freitag 18.000 Gewerkschaftsanhänger am Warnstreik teil

Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden hatten am Freitag etwa 18.000 Beschäftigte in rund 40 Metall- und Elektrobetrieben in Bayern an Warnstreiks teilgenommen. Schwerpunkte waren Audi in Ingolstadt und BMW in Dingolfing. Die Tarifverhandlungen in Bayern sollen in der zweiten Maiwoche fortgesetzt werden.

Die Beschäftigung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist den Arbeitgebern zufolge in den vergangenen Jahren noch stärker gestiegen als die Produktion. Komplexere Anforderungen von Kunden machten die Produktion arbeits- und personalintensiver - „immer weniger Abnehmer geben sich mit Standardlösungen zufrieden“, erklärte Verbands-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in München. Außerdem bauten die Firmen vorsorglich Personal auf, um trotz alternder Bevölkerung ihren Fachkräftebedarf langfristig zu sichern. Und auch die Digitalisierung erfordere zusätzliches Personal.

dpa

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