Regionale Banken legen solide Zahlen vor

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Stolz auf Erreichtes, zuversichtlich in die Zukunft blickend: Die Vorstände der regionalen Genossenschaftsbanken, die im Kreisverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken Traunstein-Berchtesgadener-Land zusammengeschlossen sind. Von links nach rechts: Franz Bachmayer, Konrad Baueregger, Wolfgang Völkl, Georg Kamml und Werner Maier.

Landkreis - Die fünf Genossenschaftsbanken in der Region blicken optimistisch in die Zukunft. Das wurde bei der gemeinsamen Präsentation der Bilanzen deutlich.

Sie stellen in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und angrenzend im Landkreis Altötting eine „geballte“ Kraft mit einer starken Marktstellung dar: Die fünf Genossenschaftsbanken in der Region, die sich im Kreisverband Traunstein – Berchtesgadener Land zusammengeschlossen haben. Über 2,7 Milliarden Euro Bilanzsumme erwirtschafteten die insgesamt 714 Mitarbeiter der fünf Kreisverbandsbanken im vergangenen Jahr, was einem Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Wir können mit den Ergebnissen des abgelaufenen Geschäftsjahres sehr zufrieden sein“ betonte Kreisverbandsvorsitzender Wolfgang Völkl anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Kreisverbandes in Truchtlaching. Auch für das laufende Jahr rechne man mit einer Fortschreibung des Wachstumstrends.

Dabei erläuterten die fünf Vorstände Wolfgang Völkl (VR Oberbayern Südost eG, gerundet 1,5 Mrd.Euro Bilanzsumme), Konrad Baueregger (Rb Trostberg-Traunreut eG, 600 Millionen Euro), Werner Maier (Rb Rupertiwinkel eG, 300 Million Euro), Franz Bachmayer (Rb Chiemgau-Nord-Obing eG, 240 Millionen Euro) und Georg Kamml (Rb Anger eG, 85 Millionen Euro) ausführlich die Entwicklung der Institute und zusammengefasst des Kreisverbandes, der in allen wichtigen Geschäftssparten auf einem soliden Wachstumspfad ist. Die Mitgliedsinstitute haben – nicht zuletzt auch fusionsbedingt – zum Teil deutlich unterschiedliche Größen.

Trotz der gewachsenen Dimensionen der vielfach fusionierten Einzelinstitute, betonten alle Vorstände die Priorität der Kundennähe und des persönlichen Kontaktes zum Kunden, der sich bei den Genossenschaftsbanken auch in Zeiten des Internetbankings und der oft mit Kostenvorteilen aggressiv werbenden Onlinebanken nicht ändern soll. „Die Menschen in der Region vertrauen uns. Sie wissen, dass ihr Geld bei uns sicher ist“ betonte Kreisverbandsvorsitzender Völkl und sein Stellvertreter Baueregger ergänzte nicht ohne Stolz: „Wir sind dort, wo andere hinwollen: Vor Ort, lebendig und greifbar.“ Der persönliche Kontakt, der „direkte Draht“ sei für das Vertrauen zwischen Kunde und Berater beziehungsweise der Bank unerlässlich.

Alle Ampeln auf Grün

Steigerung gab es für den Kreisverband in allen relevanten Geschäftsfeldern. So stiegen die bilanziellen Kundengelder um 2,3 Prozent auf 2,098 Milliarden Euro, die betreuten Kundengelder auf 3,149 Milliarden Euro was einem Plus von glatten 3 Prozent entspricht. Auch das Kundenkreditvolumen legte mit 6,3 Prozent auf 1,765 Milliarden Euro kräftig zu. Über die genossenschaftseigenen Warenhäuser konnte der Warenumsatz – insbesondere an Landwirte – mit 2,1 Prozent auf 66,2 Millionen Euro gesteigert werden. Stabil und für die Bilanzstruktur ebenfalls wichtig ist die hohe Zahl der Mitglieder , die sich mit Genossenschaftsanteilen an den Kreisverbandsbanken beteiligten: Über 54.000 Mitglieder weisen die fünf Kreditinstitute auf und sorgen mit für eine gute Kapitalisierung der Institute.

Mit 68 Auszubildenden wiesen die Kreisverbandsbanken, die zusammen 55 Bankstellen in den drei Landkreisen unterhalten, eine hohe Ausbildungsquote von 9,5 Prozent auf. Der Beruf des Bankkaufmanns sei attraktiv, man biete den jungen Menschen durch eine qualifizierte Ausbildung attraktive Zukunftsperspektiven sagte Bankenvertreter Bachmayer. Seiner Verantwortung vor Ort werde man auch dadurch gerecht, dass man im abgelaufenen Geschäftsjahr über 3,5 Millionen Euro an Gewerbesteuern gezahlt habe. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe man Investitionen im Gesamtvolumen von 3,8 Millionen Euro getätigt und hierbei nach Möglichkeit Auftragsvergaben bevorzugt an heimische Handwerksbetriebe erteilt. Das geplante Investitionsvolumen für dieses Jahr liegt bei 5 Millionen Euro. Man sehe sich als Förderer des Mittelstandes und der Region.

Keine Kreditklemme

Die Bankvorstände wiesen in ihren Ausführungen darauf hin, dass sich der Kreisverband ähnlich wie der landesweite Durchschnitt der Genossenschaftsbanken entwickle und stellten insbesondere auch auf die hohen mittel- bis langfristigen Darlehensausreichungen an den bayerischen beziehungsweise regionalen Mittelstand heraus. „Unsere Kunden kennen keine Kreditklemme“ betonte Kreisverbandsvorsitzender Völkl und machte gleichzeitig deutlich, dass die in ihrer Finanzierungsstruktur und Geldanlagepolitik bodenständig-konservativ strukturierten Genossenschaftsbanken keine Spekulationen im Stile einer Lehman Brothers vornehmen können: „Wir wachsen nur über unsere Kunden.“ Vom Selbstverständnis der Bank sehe man die Versorgung der heimischen Privat- und Firmenkunden mit der benötigten Liquidität weiterhin aus eine der Hauptaufgaben der Bank. Man reiche Kredite bei vertretbaren Anfragen aus, was für beide Sparten gelte. Im Anlagegeschäft habe sich der Kundentrend fortgesetzt – vor dem Hintergrund historisch niedriger Zinsen – auf langfristige Anlageformen zu verzichten, Sichteinlagen (Kontoguthaben und ähnliches) wurden von diesem Trend begünstigt.

Hohe Eigenkapitalquote

Besonders erfreut zeigten sich die Bankenvertreter über die weiter angewachsene Eigenkapitalquote. Man habe die Rücklagen durch Gewinnthesaurierungen um 17,6 Millionen Euro auf nunmehr 186,6 Millionen Euro aufstocken können. Auch das haftende Eigenkapital geht weiter in die richtige Richtung: Mit einer Steigerung um 8,8 Prozent auf 308,4 Millionen Euro „sind wir den verschärften Eigenkapitalrichtlinien schon heute gewachsen“ betonte Verbandsvize Baueregger erfreut.

Kräftige Kritik äußerten die Bankvorstände zu weiteren EU-Regulierungen im Zusammenhang mit „Basel III“. Die ab 2015 sukzessive kommenden Liquiditätskennziffern würden die Kreditvergabemöglichkeit der genossenschaftlichen Banken gerade im langfristigen Bereich einschränken. „Die regulierungsbedingte Verknappung und Verteuerung von Krediten schlägt voll auf den Kunden durch“ kritisierte Bankenvorstand Kamml von der Raiffeisenbank Anger. Man fordere eine faire Regulierung und wende sich gegen die Gleichstellung mit Großbanken, die – im Gegensatz zu den Genossenschaften und regionalen Sparkassen – gerade in der Finanzkrise oft nur durch staatliche Stützungen vor dem Zusammenbruch bewahrt wurden. Kritik gab es auch zu überbordenden Regulierungen, die – insbesondere nach Ausbruch der Krise ab dem Jahr 2007 – auf nationaler und europäischer Ebene eingesetzt haben. „Hier muss dringend konsolidiert werden“ forderten die Bankenvertreter.

Guter Ausblick

Der Wachstumstrend des letzten Jahres habe sich auch im neuen Jahr unvermindert fortgesetzt, wenngleich man für die kommenden Monate eher von einer leichten Wachstumsdelle oder Verlangsamung des positiven Trends ausgehe. Die Gesamtentwicklung sei aber unvermindert gut bis zufriedenstellend – analog des Bayern-Trends der Genossenschaftsbanken. Man wolle gemäß dem genossenschaftlichen Selbstverständnis auch künftig einen maßgeblichen Beitrag zur Kreditversorgung der Region leisten.

awi

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