Zahl der Arbeitslosen leicht gestiegen

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Landkreis - Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent – nach 2,8 im Vormonat und Vorjahr – herrscht weiterhin eine stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Die Statistiken:

„Trotz des leichten zahlenmäßigen Anstiegs um 190 bleibt die Zahl der Arbeitslosen mit 7790 Betroffenen auf sehr niedrigem Niveau“, so Harald Neubauer, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zu den aktuellen Arbeitsmarktdaten. Neubauer weiter: „Bis jetzt können wir keine gravierenden Anzeichen erkennen, die über das jahreszeitlich übliche Maß hinaus die Arbeitslosigkeit steigen lassen. Da wir in Bayern immer sehr spät mit der Urlaubs- und Ferienzeit dran sind, stieg auch in der Vergangenheit die Zahl der Arbeitslosen von Juni auf Juli in der Regel leicht an. Hauptbetroffene sind in diesem Jahr aber eindeutig die unter 25-jährigen. Über 200 haben sich nach dem Abschluss ihrer schulischen, beziehungsweise betrieblichen Ausbildung arbeitslos gemeldet. Diese Jugendlichen haben zwar ihre Ausbildung – in der Regel erfolgreich – abgeschlossen, wurden aber von ihren Lehrherren nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Besonders häufig geschieht dies im kaufmännischen Bereich. In gewerblich-technischen Berufen erfolgt die Übernahme deutlich öfter, denn der Fachkräftemangel ist im Bewusstsein der Betriebe und zieht sich bis auf Facharbeiterebene herunter. Ein anderes Problem stellen die Jugendlichen ohne abgeschlossene Berufsausbildung dar. Sie werden meist nur befristet eingestellt und sind dann wieder arbeitslos. Alles in Allem sind derzeit 790 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, das sind fast 35 Prozent, oder 200 mehr als im letzten Monat und fast 15 Prozent (+ 100) mehr als im Juli 2011.“

Der Agenturleiter abschließend. „Wir wollen die Situation der Jugendlichen nicht dramatisieren, sie sieht wesentlich besser aus als in anderen europäischen Ländern, trotzdem sollten Betriebe abwägen, ob es nicht besser wäre die Kosten der Ausbildung gezielt für sich selbst zu nutzen und die jungen Leute anschließend zu beschäftigen.“ Neubauer zur Ausbildungssituation: „Wir wissen, dass noch nicht alle Jugendlichen, die eine betriebliche Ausbildung anstreben, für den Herbst schon eine Lehrstelle gefunden haben. Ich möchte daher jeden einzelnen ermuntern: Bewirb Dich, es sind noch viele Ausbildungsmöglichkeiten offen. Manchmal lässt sich vielleicht nicht mehr der „Traumberuf“ realisieren, aber eine gute Alternative kann sich später als „der richtige Beruf“ entpuppen.“ Zurzeit sind noch 660 Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche. Gleichzeitig gibt es über 1000 offene Ausbildungsstellen (Stadt und Landkreis Rosenheim: 650; Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: 210; Landkreis Miesbach: 240).

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird in zwei „Rechtskreisen“ ausgewiesen, je nachdem, wer für die Betreuung zuständig ist. Von der Agentur für Arbeit in Rosenheim und deren Geschäftsstellen wurden im Juli nach dem Rechtskreis SGB III insgesamt 4000 Personen betreut (= Arbeitslose, die Anspruch auf das Arbeitslosengeld I aus ihrer letzten Beschäftigung, oder Ausbildung haben, sowie diejenigen, die keinerlei finanzielle Leistungen bekommen). Im Vergleich zu Juni sind das 310 Arbeitslose mehr. Bei den Kunden, die von den zuständigen Jobcentern im Rechtskreis SGB II betreut werden, ist die Entwicklung zum Vormonat deutlich positiver. Mit aktuell 3790 Personen sind es 120 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger als noch im Juni. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht also ausschließlich zu Lasten des SGB III-Bereiches.

Den insgesamt 7790 Erwerbslosen stehen 2920 Arbeitsstellen, darunter 2740 sozialversicherungspflichtige gegenüber. Neu gemeldet wurden den Vermittlungsfachkräften vom Arbeitgeber-Service 1065 Stellen, darunter 1010 die der Sozialversicherungspflicht unterliegen, das sind 25 Prozent mehr als im Vormonat. Neubauer dazu: „Viele Arbeitsmöglichkeiten bietet das gesamte Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch wer Facharbeiterkenntnisse im Metall-, Kfz-, Elektro- oder Baubereich hat, findet innerhalb relativ kurzer Zeit eine neue Arbeitsstelle. Erfahrungsgemäß werden jetzt im August weniger Arbeitsverträge als sonst abgeschlossen, da viele Personalentscheider schon in Urlaub sind, oder demnächst gehen, so dass Neueinstellungen hinaus geschoben werden.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1522 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um acht Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist mit 4,7 Prozent gleich geblieben. Von den betroffenen Personen werden derzeit 588 (plus 52) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 934 gegenüber dem Vormonat um 44 gesunken.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent auf. Hier sind mit 3384 erwerbslosen Personen 127 mehr gemeldet als im Juni. Von den Beschäftigungslosen werden 1783 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 129 mehr als im Juni. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1601 Frauen und Männer zuständig, in etwa so viele wie im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1654 gemeldeten Arbeitslosen eine Zunahme (plus 50) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote ist mit 2,6 Prozent um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 920 Erwerbslose, 104 mehr als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 734 SGB II – Kunden (minus 54 gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach ist die Arbeitslosenquote mit 2,5 Prozent gleichgeblieben. Hier sind derzeit 1232 Personen erwerbslos gemeldet, drei weniger als im Vormonat. 711 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 22 mehr als im Juni. Die optierende Kommune verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Minus von 19 Betroffenen, aktuell sind 521 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Allgemeine Hinweise: Ab Berichtsmonat Mai 2012 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert. Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrundegelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

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