Bahnchef rechnet mit Warnstreiks der Lokführer

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Sieht es so bald schon wieder aus? Noch ist unklar, ob die Lokführer bereits ab Montag streiken.

Frankfurt/Main - Zittern um den Arbeitsweg am Montag: Am Freitag wollte die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) noch nicht sagen, ob es zu Warnstreiks kommt. Banhchef Gruber rechnet aber mit einem Arbeitskampf.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) lässt die Bahnkunden vorerst im Ungewissen über mögliche Warnstreiks in der kommenden Woche. Derzeit könne er keine Aussagen über mögliche Ziele und Aktionen machen, sagte am Freitag ein Sprecher der GDL in Frankfurt. Nicht einmal den Wochentag der ersten Aktionen wollte er mitteilen.

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Bahn-Streiks kaum noch abzuwenden

Bahnchef Rüdiger Grube rechnet in den kommenden Tagen mit Warnstreiks. “Es würde mich wundern, wenn es nächste Woche nicht zu Warnstreiks kommt“, sagte Grube im baden-württembergischen Bad Bellingen der dpa. Gleichzeitig forderte er die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. “Mich ärgert, dass die Bahn und ihre Kunden in Geiselhaft genommen werden.“ Die Bahn werde daher versuchen, mit der Gewerkschaft einen Kompromiss zu erzielen. “Wir sind in Gesprächen. Aber bei solchen Tarifauseinandersetzungen geht es ja immer auch im Show“, sagte Grube weiter.

Der GDL-Sprecher sagte dagegen, von aktuellen Gesprächen zur Abwendung der Warnstreiks in letzter Minute sei ihm nichts bekannt. Ohne ein neues Angebot der Bahn bestehe dazu auch kein Grund.

Gewerkschaftschef Claus Weselsky wiederholte im Interview mit der “Leipziger Volkszeitung“ (Samstag) seine Aussage, dass von Montag mit Streiks zu rechnen sei. Die GDL werde die Kunden rechtzeitig informieren und mit kürzeren Ausständen beginnen, die in mehreren Schritten gesteigert werden könnten. Zugleich bat der GDL-Chef die Bahnfahrer um Verständnis. “Unser Streik soll die Arbeitgeber treffen, er wird aber, das liegt in der Natur der Sache, Auswirkungen auf die Reisenden haben.“ Er gehe von einer großen Akzeptanz aus.

Die Gewerkschaft hatte nach den gescheiterten Tarifverhandlungen mit Deutscher Bahn AG und mehreren Privatbahnen für den Beginn der kommenden Woche Warnstreiks angekündigt. Als ein mögliches Ziel war die von einer DB-Tochter betriebene Berliner S-Bahn genannt worden.

Die GDL fordert einen einheitlichen Flächentarifvertrag für alle 26 000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr, unabhängig davon, für welches Unternehmen sie arbeiten. Dem bereits erreichten Branchentarifvertrag zwischen der Bahn, sechs großen Wettbewerbern und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sie sich nicht anschließen. Die Ergebnisse lägen erheblich unter den Forderungen der GDL, sagte Weselsky in dem Interview. Der Vertrag beinhalte ein niedrigeres Einkommen bei höherer Wochenarbeitszeit. Es würden immer mehr Details des EVG-Vertrags bekannt, die zeigten, dass dies ein schlechter Vertrag sei, erklärte der Gewerkschafter.

dpa

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