Rassistischer Kommentar bei Facebook

Nach Rauswurf bei Porsche: Eltern sehen Sohn als Bauernopfer

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Feldkirchen - Die Feuerwehr Feldkirchen begrüßte 78 Flüchtlinge feuchtfröhlich. Die Aktion kam auch auf Facebook gut an. Nur bei einem 17-Jährigen nicht - mit harten Konsequenzen.

Die 6-jährige Dunja aus Syrien genießt die Wasserfontänen. 

Letzte Woche kamen 78 Flüchtlinge in Feldkirchen an der Donau in Österreich an. Bei 36 Grad im Schatten rückte die Freiwillige Feuerwehr des Ortes aus, um bei den Asylbewerbern für Abkühlung zu sorgen und sie so Willkommen zu heißen. Die Wasserfontänen der Feuerwehr fanden reichlich Anklang bei den Flüchtlingen. Die Aktion kam auch beim Radiosender "Kronehit" gut an, der prompt das Foto der 6-jährigen Dunja auf Facebook postete. 

Diskriminierender Kommentar führt zur Entlassung

Das kleine Kind aus Syrien genießt das kühle Nass. Das Bild des freudestrahlenden Mädchens hat jedoch Jürgen H. überhaupt nicht gefallen. Mit den Worten "Flammenwerfer wäre da die bessere Lösung gewesen", kommentierte der Azubi bei Porsche in Wels den Facebook-Post des Radiosenders. Da der 17-Jährige seine Beruf öffentlich in seinem Facebook-Profil hat, informierten entrüstete User seinen Arbeitgeber. Das Autohaus reagierte umgehend und kündigte Jürgen H. Gegenüber der Bild am Sonntag gab Richard Mieling, Sprecher der Porsche Holding Salzburg, folgendes Statement ab: "Wir sind gegen jede Form von Diskriminierung. Diese Aussage ist absolut inakzeptabel, daher haben wir den Lehrvertrag aufgelöst. Als 17-Jähriger muss man sich der Tragweite einer solchen Äußerung bewusst sein."

Eltern sehen Sohn als Bauernopfer

Die Eltern von Jürgen H. verteidigen ihren Sohn. Sein Junge sei am Boden zerstört, teilte der Vater der Bild am Sonntag mit. Außerdem "standen da viel schlimmere Aussagen" als die seines Sohnes. Die Eltern sehen ihren Jungen als "Bauernopfer". Laut seiner Mutter habe Jürgen das alles nicht so ernst gemeint und der Post sei eine Kurzschlussreaktion gewesen. Zudem hofft sie auf eine Rücknahme der Kündigung: "Ich finde jeder hat eine zweite Chance verdient."

Jürgen H. gibt sich reumütig

Nachdem Jürgen H. die Tragweite seines Kommentars erkannt hat, entschuldigte er sich einen Tag später auf seiner Facebook-Seite: "Ich entschuldige mich für meine gestrige Aussage, die für viel Aufregung gesorgt hat. Es war ein großer Fehler und ich werde mich ab sofort davon distanzieren. Es tut mir wirklich äußert leid und ich hoffe, jeder sollte wissen, dass man so etwas sicher nicht ernst meint."

Als weiteren guten Willen möchte der Junge einen Tag in einem Flüchtlingsheim verbringen, um dort Vorurteile abzubauen. An der Kündigung wird das Autohaus vorerst dennoch wohl festhalten. Seine Facebook-Seite hat Jürgen H. vorübergehend gelöscht.

deu

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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