Arbeitsmarkt bleibt weiterhin stabil und aufnahmefähig

Im April niedrigste Arbeitslosigkeit seit 24 Jahren

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Rosenheim - Die Agentur für Arbeit stellt die neuen Zahlen für April vor. Im Vergleich zu den Vorjahren ist  der Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken. 

"Insgesamt ist der Arbeitsmarkt weiterhin sehr gut und wir können mit 8.500 gemeldeten Erwerbslosen sogar die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 24 Jahren in einem April ausweisen. Die Arbeitslosenquote ist von 3,3 Prozent im Vormonat auf 3,0 Prozent (Vorjahr ebenfalls 3,0 Prozent) zurückgegangen und unterstreicht damit die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes. Allerdings zeigen die Daten in diesem Monat regionale Unterschiede auf. 

So ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat sowohl in Stadt und Landkreis Rosenheim, wie auch in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz- Wolfratshausen gesunken, gegenüber dem Vorjahr ist aber in den beiden Nachbarlandkreisen, die zum Agenturbezirk gehören, ein deutliches Plus zu verzeichnen, in Stadt und Landkreis Rosenheim dagegen ein Minus. 

Generell ist zu beobachten, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer im Vergleich zu April letzten Jahres zunimmt. Hier merken wir, dass vermehrt Menschen mit Fluchthintergrund auf dem Arbeitsmarkt ankommen", so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur bei der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Cujai weiter: "Von Mitte März bis Mitte April haben sich 3.630 Personen bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern abgemeldet, die Zahl der neuen oder erneuten Meldungen blieb mit 2.710 deutlich hinter den Abmeldungen zurück, sodass sich im Ergebnis ein Rückgang bei der Arbeitslosenzahl auf 8.500 ergibt.

Der Rückgang wäre in diesem Frühjahr noch deutlicher ausgefallen, wenn wir nicht bei den arbeitslosen Ausländern einen Anstieg um 410 im Vergleich zum Vorjahr hätten. Die Vermittlung in Arbeit gelingt nicht von heute auf morgen, sondern braucht Zeit. Zeit für vertiefte Deutsch- und/oder Integrationskurse, Zeit für spezielle Maßnahmen der Agentur für Arbeit und der Jobcenter für die Hinführung zu Arbeit und Ausbildung. Der Arbeitsmarkt zeigt sich aber durchaus aufnahmefähig."

Die Agenturleiterin ergänzt: „Im Laufe der letzten Monate haben unsere Mitarbeiter/innen von der Arbeitsvermittlung (Agentur für Arbeit und Jobcenter) viele Gespräche mit Asylsuchenden, geduldeten und anerkannten Flüchtlingen geführt.

Nach Abklärung der Schrift- und Sprachkenntnisse, sowie der verwertbaren beruflichen Kenntnisse ist ein Teil der Menschen mit Fluchtgeschichte mittlerweile so weit, dass er oder sie eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt aufnehmen könnte. Sie erscheinen daher in unserer Arbeitsmarktstatistik. Natürlich sind unter den arbeitslos gemeldeten Ausländern auch Bürgerinnen und Bürger, die schon länger in Deutschland leben, darunter viele Türken, aber auch neu Zugezogene aus Ländern der EU-Osterweiterung die hier in der Saison gearbeitet haben und dies auch wieder tun wollen.  Gerade der Bau und das Gastgewerbe beschäftigen diese gerne für Tätigkeiten, für die sie schwer Arbeitskräfte bekommen."

Je nach erlerntem Beruf werden die Arbeitslosen den jeweiligen Berufsgruppen zugeordnet. Hier sieht man ganz deutlich, wo nach den Osterfeiertagen Arbeitslosigkeit abgebaut und Beschäftigung aufgebaut wurde. Darunter fallen alle Außenberufe bei Gartenbau- und Forstbetrieben, im gesamten Baugewerbe und bei Transportunternehmen, die insbesondere für den Bausektor tätig sind.Hier ging die saisonale Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat deutlich zurück. Der Bereich Tourismus, Hotellerie und Gastronomie „schwächelt“ noch etwas, hier war/ist das Frühlingswetter nicht schön genug, daher ist hier die Zahl der Arbeitslosen noch relativ hoch, insbesondere in den Fremdenverkehrsgebieten.

Zur Stellensituation: 

Die meisten Firmen, auch Klein- und Mittelbetriebe, blicken weiter optimistisch in die Zukunft. Im Berichtszeitraum (15. März bis 13. April) wurden 1 040 Arbeitsstellen, darunter 960 sozialversicherungspflichtige, der Agentur für Arbeit neu zur Besetzung gemeldet. Offene Stellen bieten insbesondere das verarbeitende Gewerbe, die Bauwirtschaft, der Handel einschließlich der Autohäuser, die Gastronomie und das Gesundheits- und Sozialwesen. 

Gute Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es außerdem nach wie vor bei Zeitarbeitsfirmen, die unterschiedlichste Stellen in ihrem Portfolio haben. Zur Monatsmitte gab es 3.720 Arbeitsstellen, darunter 3.460 sozialversicherungspflichtige. Viele dieser Stellenangebote sind auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de zu finden.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent, bei den Ausländern liegt sie bei 9,8 Prozent. Derzeit sind 1.654 Bürger ohne Arbeit, davon 591 mit ausländischem Pass. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 88 auf 611. Für 1.043 arbeitslose SGB II-Kunden, 26 weniger als im März, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.351 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.862 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit 2,6 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Die Arbeitslosenquote bei den Ausländern beträgt 7,0 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 506, davon haben 728 eine ausländische Nationalität. 1.977 Männer und Frauen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 351 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1.529 arbeitslose SGB II-Kunden, 32 mehr als im März. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 260 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.677 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im April eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent aus, bei den Ausländern liegt sie bei 9,2 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 1.876, davon haben 611 eine ausländische Nationalität. Von der Insgesamtzahl sind 1.211 Männer und Frauen, 214 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 665 (39 weniger als im März) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.879 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.521 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 458 Bürger, davon 336 Ausländer ohne Erwerbstätigkeit. Insgesamt errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent. Bei den Ausländern liegt die Quote bei 5,9 Prozent. Von den 1.458 Arbeitslosen sind 860 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 245 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler "Träger" (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Landkreis Jobcenter sind 598 Arbeitslose, 17 weniger als im April, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 149 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 947 sogenannten Be-darfsgemeinschaften leben.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2015 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden. 

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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