Arbeitsagentur Rosenheim

Arbeitslosenquote geht im Mai auf 2,8 Prozent zurück

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Landkreis - Die Frühjahrsbelebung gewinnt an Fahrt, viele offene Stellen liegen vor: Die Agentur für Arbeit in Rosenheim hat erfreuliche Zahlen für den Mai vorgelegt.

„Die Entwicklung des Arbeitsmarktes zeigt sich ähnlich positiv wie im letzten Jahr. Die Arbeitslosenzahlen sind seit Februar rückläufig, jetzt im Mai sind sie auf 8 020 Personen zurückgegangen. Das sind zwar etwas mehr als im Vorjahr (plus 90), aber gegenüber dem Vormonat konnte die Arbeitslosigkeit deutlich abgebaut werden und zwar um minus 480“, so Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Dies ist eine überaus erfreuliche Entwicklung, denn immer mehr Menschen mit Fluchtgeschichte werden anerkannt, melden sich beim Jobcenter arbeitslos und suchen dann eine Arbeitsstelle, um finanziell auf eigenen Füßen stehen zu können. Der Arbeitsmarkt zeigt sich so robust und aufnahmefähig, dass dies auch immer wieder gelingt, insbesondere dann, wenn die Deutschkenntnisse ausreichend vorhanden sind. Grundsätzlich stellen wir fest, dass mit diesem Frühjahrsaufschwung alle Erwerbslosen leichter und schneller eine Arbeit finden, vorausgesetzt es liegen keine Vermittlungshemmnisse vor.“

Rückgang in verschiedenen Personengruppen

Im Mai ging die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent zurück. Eine Entwicklung, die auch bei den Arbeitslosenquoten nach Personengruppen zu beobachten ist. So ist die Quote bei den Männern von 3,2 auf 3,0 zurück gegangen, bei den Frauen von 2,7 auf 2,5 , bei den Jüngeren unter 25 Jahren von 2,5 auf 2,3 und bei den Ausländern von 7,9 auf 6,6 Prozent.

Cujai zur Gesamtsituation: „Der Arbeitsmarkt hier in der Region brummt, Eintrübungen sind nicht erkennbar, im Gegenteil: Viele Menschen, vor allem diejenigen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit im Freien, auf dem Bau oder in der Gastronomie beschäftigt waren, haben ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Und auch in den sonstigen gewerblichen Branchen, wie zum Beispiel im Bereich Metall und Elektro, läuft es gut. Betriebe melden Personalbedarf, der aber bei einer niedrigen Arbeitslosenquote - bei unter drei Prozent spricht man landläufig von Vollbeschäftigung - nicht immer sofort befriedigt werden kann.

Gelder aus dem europäischen Sozialfonds

Viele Langzeitarbeitslose und Bürger/innen mit ausländischem Pass sind bei den Jobcentern (JC) arbeitslos gemeldet. Bei einer spezifischen Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen wird dies deutlich. Von den Arbeitsagenturen in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen werden nach dem Sozialgesetzbuch III insgesamt 4 320 Personen betreut, davon sind 340 langzeitarbeitslos, das heißt ein Jahr und länger ohne Beschäftigung, und 1 030 sind Ausländer. Bei den JC im Agenturbezirk, die für Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II zuständig sind, sieht es wie folgt aus: 3 700 Menschen sind als Arbeitslose erfasst, davon sind 1 400 langzeitarbeitslos und 1 110 sind Ausländer. In diesem Zusammenhang möchte ich erneut auf das ESF-Programm für Langzeitarbeitslose hinweisen, hier gibt es Gelder aus dem europäischen Sozialfonds für Lohnkostenzuschüsse und Coachings. Interessierte Firmen erhalten Auskünfte bei den jeweiligen Jobcentern für die Stadt und den Landkreis Rosenheim oder beim Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.“

Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe ist weiterhin hoch. Betriebe meldeten dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 1 040 neue sozialversicherungspflichtige Stellenangebote. Mit einem Stellenbestand zum Stichtag (12. Mai) von insgesamt 3 770, das sind 50 mehr als im Vormonat und fast 500 mehr als im Mai letzten Jahres, wird deutlich, dass die Arbeitgeber in unserer Region dringend Personal suchen.

Ein kurzer Blick zum Ausbildungsmarkt: Auch hier gibt es für den Ausbildungsbeginn im Herbst noch 1 460 offene Ausbildungsstellen, gleichzeitig suchen noch 1 150 junge Menschen einen Lehrbetrieb. Es lohnt sich, die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bei der Suche nach einer Ausbildung einzuschalten.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent, bei den Ausländern liegt sie bei 8,6 Prozent. Derzeit sind 1 586 Bürger ohne Arbeit, davon 565 mit ausländischem Pass. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 35 auf 576. Für 1 010 arbeitslose SGB II-Kunden, 33 weniger als im April, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 321 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 852 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Rosenheim hat aktuell mit 2,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk. Die Arbeitslosenquote bei den Ausländern beträgt 5,9 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 312, davon haben 697 eine ausländische Nationalität. 1 848 Männer und Frauen sind bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 129 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1 464 arbeitslose SGB II-Kunden, 65 weniger als im April. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 264 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 683 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im April eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent aus, bei den Ausländern liegt sie bei 7,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 1 758, davon haben 552 eine ausländische Nationalität. Von der Gesamtzahl sind 1 115 Männer und Frauen, 96 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 643 (22 weniger als im April) sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 896 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 537 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 360 Bürger, davon 321 Ausländer ohne Erwerbstätigkeit. Insgesamt errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent. Bei den Ausländern liegt die Quote bei 5,1 Prozent. Von den 1 360 Arbeitslosen sind 776 bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 84 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Bei diesem Jobcenter sind 584 Arbeitslose, 14 weniger als im April, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 260 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 006 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Allgemeine Hinweise

Ab Berichtsmonat Mai 2016 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert. Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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