Zahl der Arbeitslosen steigt zu Beginn der Urlaubszeit nur leicht an

Arbeitsmarkt präsentiert sich weiter heiter

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Rosenheim - Die Zahl der Arbeitslosen ist im Monat Juli zwar leicht angestiegen. Trotzdem ist das Ergebnis besser als im Vorjahr! Die Arbeitslosenquote bleibt weiterhin niedrig:

Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim zur aktuellen Lage: "Im Berichtszeitraum (16. Juni bis 13. Juli) endeten viele schulische und berufliche Ausbildungen, sodass wir einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnen mussten. Insbesondere bei den jungen Menschen unter 25 Jahren hat sich die Zahl der Arbeitslosen leicht erhöht und zwar von 670 (Juni) auf 840 jetzt im Juli. Wie jedes Jahr um diese Zeit beobachten wir, dass - trotz des Fachkräftebedarfs der Wirtschaft - nicht alle 'fertigen' Azubis von ihrem Ausbildungsbetrieb als Arbeitskräfte übernommen werden. Für diese jungen Leute, die noch über keine langjährige berufliche Praxis verfügen, suchen wir interessierte Arbeitgeber, die bereit sind, die frisch ausgebildeten Fachkräfte in der Praxis zu erproben. Sprechen Sie unsere Vermittlungsfachkäfte an, welche Möglichkeiten der Einarbeitung es gibt. Andere junge Frauen und Männer möchten auf ihre Ausbildung noch eine höhere Qualifikation draufsatteln, sie wollen auf die BOS (Berufsoberschule) und anschließend studieren. Diese jungen Leute suchen nur befristete Jobs, da sie ab Herbst wieder auf die Schulbank zurückkehren."

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen von 7670 im Juni auf 7850 im Juli leicht angestiegen (plus 170). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit jedoch gesunken (minus 220 Personen). Damit setzt sich der positive Trend der letzten Monate fort. Die Arbeitslosenquote blieb mit 2,7 Prozent (Vorjahr 2,9 Prozent) weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Zur Stellensituation:

Seit Beginn des Jahres wurden der Agentur für Arbeit über 7 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet, deutlich mehr (plus 690) als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allein von Mitte Juni auf Mitte Juli haben die Arbeitsvermittler/innen 1120 neue sozialversicherungspflichtige Stellenangebote entgegen genommen. Zum Stichtag (13.07.2015) gab es 3600 offene Stellen, darunter 3410 sozialversicherungspflichtige. Die Chancen, bei Arbeitslosigkeit wieder eine Arbeitsstelle zu bekommen, differieren - unabhängig von weiteren Faktoren - sehr stark, je nachdem, welchen Beruf man erlernt beziehungsweise ausgeübt hat. Einige Beispiele verdeutlichen dies: Bei Berufen im kaufmännischen Bereich sind derzeit über 900 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, bei der Agentur für Arbeit gemeldete Stellen gibt es 130. Bei den Verkaufsberufen sieht die Relation etwas besser aus, hier sind 200 Stellen gemeldet, 840 Menschen sind arbeitslos und suchen wieder eine Arbeit in diesem Bereich. Bei Mechatronik, Energie- und Elektroberufen ist die Gesamtsituation umgekehrt, hier gibt es mehr Stellen als Bewerber (100 Arbeitslose kommen auf 190 Stellen). Viele freie Arbeitsstellen gibt es in Heimen, Sanatorien und Kliniken, mit allen Berufsbildern rund um die Pflege.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die Gesamtzahl der Arbeitslosen wird nach zuständigen Rechtskreisen unterschieden. Die Arbeitsagentur betreut Menschen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III und die Jobcenter nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II.

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1663 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um insgesamt 37 Personen angestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Von den betroffenen Personen werden derzeit 613 (plus 25) von der Arbeitsagentur in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden ist um zwölf auf 1050 leicht angestiegen.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent (Vormonat: 2,5) auf. Hier sind mit 3399 erwerbslosen Personen 79 mehr gemeldet als im Juni. Von den Beschäftigungslosen werden 1952 Personen durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut, 115 mehr als im Juni. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim ist für 1447 Frauen und Männer zuständig, 36 weniger als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet einen leichten Anstieg (13 mehr als im Vormonat) bei der Arbeitslosigkeit auf nun 1614 gemeldete Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vormonat 2,4 Prozent. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 920 Erwerbslose (minus vier). Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 694 arbeitslos gemeldete SGB II – Kunden (plus 17 gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,3 Prozent (Vormonat: 2,2). Hier sind derzeit 1170 Personen erwerbslos gemeldet, 44 mehr als im Vormonat. 708 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 60 mehr als im Juni. Das Jobcenter in Miesbach verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Minus von 16 Betroffenen, aktuell sind 462 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Allgemeine Hinweise:

Ab Berichtsmonat Mai 2015 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert. Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrundegelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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