Trotz Kaufprämien

Elektroautos: Die Deutschen bleiben skeptisch

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Die Bundesregierung ist vom Ziel, bis 2020 eine Million Elektromobile auf die Straßen zu bringen, meilenweit entfernt.

Nürnberg - Obwohl die Regierung Käufer kräftig bezuschussen will, denken nur wenige Deutsche an die Anschaffung eines Elektroautos. Denn mehrere Gründe sprechen dagegen.

Laut einer repräsentativen GfK-Umfrage halten zwei Drittel der Befragten die Anschaffungskosten für zu hoch. Auch Kaufprämien ändern demnach an dieser Einschätzung nichts. Die geringe Reichweite der Fahrzeuge schrecken 56 Prozent der Befragten ab, gut die Hälfte moniert fehlende Ladestationen und lange Ladezeiten.

Nur für jeden siebten Bundesbürger kommt so beim nächsten Pkw-Kauf ein Elektro-Auto in Frage. Für mehr als die Hälfte der Interessenten ist dabei jedoch nicht eine Kaufprämie entscheidend, sondern Umweltaspekte und geringere Verbrauchskosten durch die Einsparung von Benzin.

Eine Ladestation zu Hause wünschen sich drei Viertel der Befragten, ein Aufladen an der Arbeitsstelle könnten sich 37 Prozent vorstellen. Dafür würden auch längere Ladezeiten akzeptiert. Für 46 Prozent der Befragten ist es wichtig, das E-Auto auch schnell an der Tankstelle laden zu können.

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Laden zu Hause die Grundvoraussetzung für eine weitere Verbreitung der Elektromobilität ist", betonte Philipp Schmidt, Energie- und Umweltexperte beim Marktforschungsunternehmen GfK. Zudem müsse es ein möglichst breites Netz auch für kurze Ladezeiten geben.

Die Bundesregierung hatte sich in der abgelaufenen Woche mit der Autoindustrie auf ein Förderpaket verständigt, um die Nachfrage nach batteriegetriebenen Wagen spürbar anzukurbeln. Käufer von Elektroautos sollen als zusätzlichen Anreiz ab Mai bis zu 4000 Euro Zuschuss bekommen. Daneben sollen tausende neue Ladestellen installiert werden. Von Verbraucher- und Umweltverbänden sowie aus Teilen der Industrie gab es scharfe Kritik an den Kaufprämien.

dpa

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