Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Pläne von VW: Neue Strategie bis 2025

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„Zusammen“ heißt übersetzt die Strategie, die VW bis 2025 voranbringen soll.

Wolfsburg/München - Wohin will Volkswagen? Kommt das autonome Fahren? Was geht im Kerngeschäft Autobau? Wer soll das alles bezahlen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den VW-Plänen.

Neun Monate ist es her, dass Volkswagen in den USA zugeben musste, in großem Stil bei Abgastests der Dieselflotte getrickst zu haben. Weltweit sind etwa elf Millionen Autos betroffen, der materielle wie immaterielle Schaden noch nicht ansatzweise behoben. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb tritt Europas größter Autobauer die Flucht nach vorne an. VW-Konzernchef Matthias Müller verkündete am Donnerstag in Wolfsburg die „TOGETHER – Strategie 2025“, mit der laut VW der „größte Veränderungsprozess in der Geschichte des Unternehmens eingeleitet“ werde – Volkswagen solle für das „neue Zeitalter der Mobilität“ umgebaut werden. Die tz erklärt die neue Ausrichtung von Deutschlands bedeutendstem Unternehmen:

Wohin will der Konzern?

Die beiden großen Zukunftsthemen sind für VW alternative Antriebe wie Elektromotoren und die digitale Revolution mit mehr Internet im Auto. Beide Bereiche sollen neben dem klassischen Kerngeschäft die zweite Säule des Konzerns werden. In den Umbau will VW in den nächsten neun Jahren einen zweistelligen Milliardenbetrag investieren.

Was bedeutet das genau?

Müller kündigte an, dass die rein batteriebetriebenen Fahrzeuge des Konzerns im Jahr 2025 „rund 20 bis 25 Prozent“ vom dann erzielten Gesamtabsatz ausmachen sollen. Der VW-Konzern will deswegen mit Hochdruck auch eine eigene Fabrik für Batteriezellen für die wachsende Elektromobilität prüfen. Müller: „Allein für die Ausstattung unserer eigenen E-Flotte benötigen wir bis 2025 eine Batteriekapazität in einer Größenordnung von 150 Gigawattstunden – was zugleich ein gewaltiges Beschaffungsvolumen repräsentieren würde“

Kommt das autonome Fahren?

Ja. Ziel ist die Zulassung einer selbst entwickelten wettbewerbsfähigen technischen Lösung (Self-Driving System, SDS) bis zum Ende der Dekade.

Wie will sich VW digital entwickeln?

Schon vor kurzem wurde eine Beteiligung am Fahrdienst-Vermittler und Uber-Rivalen Gett mit 300 Millionen Dollar verkündet. Dies werde der „Nukleus für den Ausbau des Geschäfts“, sagte Müller nun. „Um diesen Kern werden wir in den nächsten Jahren in rascher Folge weitere Dienste wie Robotaxis, Carsharing oder Transport-On-Demand gruppieren.“ 1000 weitere Software-Experten will VW einstellen.

Was plant Volkswagen noch?

Die hausinternen Zulieferer sollen in einem eigenständigen Unternehmen gebündelt werden. Dazu prüft der Konzern für die Zukunft, ob diese neue Einheit auch mit der Konkurrenz Geschäfte machen darf. Außerdem will VW nicht mehr alles selbst machen und sucht nach Kooperationsfeldern und Partnern.

Was geht im Kerngeschäft Autobau?

VW bricht außerdem mit dem bisherigen Ausbau seiner großen Palette an Fahrzeugvariationen. Müller: „Die Gesamtzahl unserer heute rund 340 Modellvarianten werden wir reduzieren.“ Künftig werde VW statt mit zwölf Varianten nur mit vier großen Baukästen arbeiten.

Wer soll die 2025-Pläne bezahlen?

„Wir müssen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette, in allen Marken und Bereichen effizienter werden“, fordert Müller. Dabei gehe es um gezieltere und wirkungsvollere Ausgaben, nicht um Sparen nach der Rasenmähermethode.

Wie finden das alles die Investoren?

Sie dürften sich jedenfalls darüber freuen, dass Müller eine Steigerung der operativen Umsatzrendite auif schrittweise sieben bis acht Prozent als Ziel einer deutlich höheren Ertragskraft für den Autokonzern ausgegeben hat. 2015 waren bei der VW-Kernmarke lediglich knapp 2 Prozent vom Umsatz als operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern übrig geblieben – ein eher schwaches Ergebnis.

Bekommt Müller Rückenwind?

Ja. VW-Aufsichtsratschefs Hans Dieter Pötsch: „Die Strategie 2025 gibt Antworten auf Fragen, die die gesamte Branche bewegen. Sie ist der Startschuss für den Aufbruch des Volkswagen-Konzerns in eine neue Zeit.“ Auch Stephan Weil, VW-Aufsichtsrat und Niedersachsens Ministerpräsident (SPD), sieht die neue Strategie von Volkswagen als wichtigen Schritt in die Zukunft.

Michael Brommer

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