Gemeinsam die Konsolidierung vorantreiben

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Traunstein - Gemeinsam wollen sie die anstehenden Herausforderungen meistern! Das ist das Ergebnis einer Personalversammlung bei den Kliniken Südostbayern AG.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern AG wollen gemeinsam mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat die Herausforderungen der Kliniken meistern. Das war das Ergebnis einer Personalversammlung. Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Hermann Steinmaßl erinnerte dabei auch an die wesentlichen Ziele der Fusion aus dem Jahre 2009, hinter der die beiden Kreistage nach wie vor stehen.

An erster Stelle steht dabei die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in der Region. Die Kliniken bilden das Rückgrat der medizinischen Versorgung in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein. Durchschnittlich jeder fünfte Bürger, das sind 55.000 im Jahr, ist einmal jährlich als Patient in den Kliniken. Die beiden Landkreise als die alleinigen Gesellschafter stehen zu ihrem Versorgungsauftrag im Krankenhausbereich, und das nach wie vor in kommunaler Trägerschaft.

Damit sind auch die Zusagen aus der Fusion für die Mitarbeiter gehalten worden; nämlich dass die Arbeits- und Ausbildungsplätze aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur gesichert, sondern zusätzliche geschaffen wurden. „Wir stehen zu Ihnen, aber wir brauchen auch Ihre Unterstützung“, so Steinmaßl wörtlich.

Die beiden Landräte Hermann Steinmaßl und Georg Grabner betonten dabei, dass die vorgesehenen Maßnahmen nur gemeinsam und im Dialog mit den Beschäftigten durchgeführt werden sollen. „Wir packen es nur gemeinsam“, erklärten sie.

Der Aufsichtsrat zeige sich zufrieden mit den eingeleiteten Maßnahmen. Diese werden weiterhin wesentlich zur guten und ortsnahen Versorgung der Bevölkerung beitragen. „Der Aufsichtsrat steht voll hinter dem Konsolidierungskurs“, war Landrat Grabner überzeugt. Mit dem Maßnahmenkatalog werde man das sportliche Ziel der Einsparmaßnahmen erreichen.

Man brauche aber auch das Vertrauen und die Rückendeckung der Mitarbeiter. Das große Kapital der Kliniken Südostbayern AG seien ihre Mitarbeiter. „Wenn wir uns alle einig sind, werden wir es gemeinsam schultern“, so Steinmaßl und Grabner.

In der Mitarbeiterversammlung der Kliniken Südostbayern AG stellte Vorstand Stefan Nowack die aktuelle Situation und die Wege für die Zukunft vor. Das vom Vorstand vorgelegte Konsolidierungskonzept wurde in einer vorausgehenden Sitzung vom Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG intensiv diskutiert und beschlossen.

Obwohl die vergangenen Jahre der Kliniken Südostbayern durch steigende Patientenzahlen und qualitätserhöhende Maßnahmen in der Medizin geprägt waren, hat sich im letzten Jahr durch die Rahmenbedingungen eine unbefriedigende wirtschaftliche Situation ergeben. Der Hauptgrund liegt darin, dass die Erlöserhöhungen deutlich niedriger als die Kostensteigerung sind. Um dieser Entwicklung entgegen zu steuern, hat der Aufsichtsrat zusammen mit der Vorstandschaft beschlossen, zur Sicherung der zukünftigen Wirtschaftlichkeit ein vielfältiges Maßnahmenpaket zu schnüren.

Ziel dieses Konsolidierungskonzeptes sei das schnellstmögliche Erreichen eines wieder wirtschaftlich positiven Ergebnisses bei weiterhin guter medizinischer Qualität, sagte Vorstand Nowack. Gerade die Erhaltung des sehr hohen Qualitätsstandards ist auch dem Aufsichtsrat ein wichtiges Anliegen bei den vorzunehmenden wirtschaftlichen Maßnahmen. Das beschlossene Konsolidierungspaket besteht aus vier Elementen: Maßnahmen im Personalbereich, Maßnahmen, um die Sachkosten zu reduzieren, Einnahmen steigernde Maßnahmen sowie Maßnahmen, bei denen die Abläufe verbessert werden, was auch den Patienten zugute kommt.

Ein wesentlicher Teil der Maßnahmen im Personalbereich besteht aus einer leistungsorientierten, analytischen Personalbedarfsermittlung. Das Ergebnis hieraus soll Potenzial aufdecken, in welchen Bereichen Optimierungen möglich sind. Um die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter dadurch nicht zu erhöhen, sollen die Arbeitsprozesse verbessert werden. Der notwendige Stellenabbau wird über die Fluktuation vorgenommen. Betriebsbedingte Kündigungen kommen nach heutigem Stand nicht zum Tragen. Da bei allen Maßnahmen die Ergebnisverbesserung im Vordergrund steht, können Stellenreduzierungen auch durch zusätzliche Erlöse vermieden werden.

Auch im Bereich der Sachaufwendungen wurden Projekte angesetzt, die zum einen Preisreduzierungen und zum anderen Verbrauchsmengeneinschränkungen zum Ziel haben. Diese Maßnahmen liegen im Wesentlichen im wirtschaftlichen Bereich. Im Medizinischen Bereich wird versucht, durch Verhandlungen mit den Lieferanten Einsparungen zu erzielen. Durch Einsparungen bei den Sachkosten könne ebenfalls der Druck bei den Personaleinsparungen vermindert werden, meinte Vorstand Nowack.

Einen großen Raum nehmen die Vorhaben zur Ertragsverbesserung ein. Hier wurden Vorschläge aus den medizinischen Bereichen geprüft und bewertet. Ein Teil der Maßnahmen führt sowohl zu Erlössteigerungen als auch zur Verbesserung der Versorgungsqualität. Beispiele sind die geplante Erweiterung der Intensivabteilung in der Kreisklinik Bad Reichenhall, aber auch die Einführung einer psychosomatischen Kindertagesklinik im Klinikum Traunstein. Auch an anderen Standorten sind medizinische Erweiterungen geplant, die zur Erlössteigerung beitragen.

Landrat Steinmaßl betonte abschließend: „Wir müssen die Menschen im Auge haben. Das sind die Bürgerinnen und Bürger in unseren Landkreisen, aber besonders auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Kliniken. Deshalb sind Maßnahmen zur wirtschaftlichen Verbesserung einerseits dringend voranzutreiben, aber die hohe Qualität in allen Häusern gilt es zu erhalten und den ständig steigenden Anforderungen anzupassen. Es gibt keinen Generalschlüssel. Vielmehr müssen viele kleine Schrauben richtig gestellt werden.“

Die Personalvertretungen der einzelnen Häuser und der Gesamtpersonalratsvorsitzende Hermann Dengl bedankten sich bei den Landräten für ihr klares Bekenntnis zu den Häusern und erklärten ihre Bereitschaft mitzuhelfen und die Konsolidierung mit realisierbaren Vorschlägen zu begleiten.

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