Stiftung Warentest

32 Zahnpasta-Marken im Test - überraschendes Ergebnis

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Stiftung Warentest zeigt: Auch günstige Zahnpasten sind wirksam.

Berlin - Wer ein strahlendes Lächeln möchte, sollte mindestens zwei Mal am Tag die Zähne putzen. Aber welche Zahnpasta ist dafür am besten geeignet? Stiftung Warentest hat 32 Pasten unter die Lupe genommen - mit überraschenden Ergebnissen.

Sie kommen in allen erdenklichen Farben und Geschmäckern daher und haben doch alle dieselbe Aufgabe: Zähne sauber halten. Zahnpasten sind in fast jedem deutschen Haushalt vorzufinden. Die einen schwören auf teurere Marken, wie die von Elmex, andere greifen zu billigeren aus dem Discounter-Sortiment. Stiftung Warentest hat 32 Universal-Zahnpasten getestet. Heraus kam, dass teuer nicht immer gleich besser ist.

Fünf der Zahncremes, darunter "K-Classic Multicare" von Kaufland, schnitten sehr gut ab. 13 wurden als gut bewertet, befriedigend oder schlechter waren 14 Produkte. Den meisten fehlte der Hinweis darauf, dass sie wegen ihres Zinkgehalts nicht für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Drei Pasten wurden sogar als mangelhaft bewertet: die Naturkosmetik-Cremes von Lavera und Weleda sowie die Zirkulin Propolis. Sie schnitten so schlecht ab, weil sie kein Fluorid enthalten. Dabei ist dieses beim Putzen besonders wichtig und wirksam. Es gibt den Zähnen Mineralien zurück und macht sie widerstandsfähiger.

Die Spitzenreiter kommen aus dem Discounter

Besonders überraschend: Die Spitzenreiter im Test kommen von Lidl, Rossmann und Kaufland. Alle drei liegen preislich unter einem Euro. Hier kann man also durchaus auch günstigeren Varianten vertrauen. Die Testsieger bieten eine optimale Kariesprophylaxe und entfernen Verfärbungen zuverlässig. Die Produkte enthalten alle Zink, das gegen Bakterien wirkt und damit vor Plaque, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen schützt. 20 der 32 getesteten Produkte enthielten Zink.

Ein Übermaß des Mineralstoffs kann aber langfristig negative Effekte haben. Zink kann beispielsweise das Immunsystem schwächen, zu Blutarmut und nervenbedingten Bewegungsstörungen führen. Zulässig ist 1 Prozent Zink in Zahncremes. Die von Stiftung Warentest gemessenen Werte lagen deutlich darunter.

Vorsicht vor zu viel Zink bei Kindern

Kindern und Jugendlichen kann zu viel Zink eher schaden als Erwachsenen. Ihr Bedarf wird in der Regel bereits durch die Nahrung gedeckt. Zahnpasten, die speziell für Kinder ausgeschrieben sind, sollten nach Meinung des Instituts für Risikobewertung kein Zink enthalten. Viele Kinder benutzen aber die Zahncreme ihrer Eltern mit. Deshalb fordern Stiftung Warentest und das Institut für Risikobewertung, dass auf zinkhaltigen Pasten ein Hinweis enthalten sein sollte, damit Minderjährige diese nicht verwenden. Bislang gibt es dazu noch keine gesetzliche Regelung. Elf der getesteten Produkte wurden abgewertet, weil sie nicht darauf hinweisen, dass sie Zink enthalten.

Ein besonderer Exot unter den Zahnpasten schnitt besonders schlecht ab - und das, obwohl er knapp 100 Euro teurer ist als seine günstigen Konkurrenten: Der Anbieter Swiss Smile hat eine Zahncreme mit Goldstaub auf den Markt gebracht. 75 Milliliter kosten stolze 100 Euro. Doch laut Stiftung Warentest investiert man das Geld lieber anderweitig: Die Goldzahnpasta enthält nur eine geringe Menge an Fluorid. Auch der Goldanteil in der Paste habe keine positive Wirkung auf die Zähne, so Stiftung Warentest.

Auch beim Test von Thunfisch-Konserven kam Stiftung Warentest zu einem überraschenden Ergebnis.

sb

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser