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Phoenix zeigt TV-Dokumentation über den "Chiemgau-Kometen"

Stunde Null im Chiemgau nach Kometen-Einschlag

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Chiemgau - Historienfans erwartet morgen auf Phoenix ein besonderes Schmankerl. Der TV-Sender zeigt eine Dokumentation über den Chiemgau-Kometen.

Eine Darstellung zum Thema "Chiemgau-Komet"

© PHOENIX Bilderdienst

Eine Darstellung zum Thema "Chiemgau-Komet"

TV-Tipp:

Der Chiemgau-Komet - Stunde Null im Keltenreich

von Sven Hartung und Guido Weihermüller

POHENIX

Donnerstag, 9.2.2012

05.15 Uhr

An einem milden Herbsttag im Jahr 465 v. Chr. stören plötzlich unheimliche Riesenblitze und ohrenbetäubender Donner die Nachmittagsidylle in einer keltischen Siedlung im Chiemgau. Wenig später schlagen feurige Geschosse in die Felder ein. Alles Leben im Umkreis von 1.200 Quadratkilometern wird mit einem Schlag ausgelöscht. Zehntausende Menschen verlieren ihr Leben, weil ein über tausend Meter großer Komet in 70 Kilometer Höhe explodiert ist. Seine Fragmente rasen mit etwa 4.300 Stundenkilometer auf die Erde zu. Die verheerende Aufschlagsenergie kommt nach Schätzungen von Experten 8.000 Hiroshima-Atombomben gleich.

Eine Darstellung zum Thema "Chiemgau-Komet"© PHOENIX BilderdienstEine Darstellung zum Thema "Chiemgau-Komet"

Zwar erwähnen antike Autoren die Katastrophe mehrfach, doch der weltweit erste wissenschaftliche Nachweis für die Vernichtung von Menschen, Tieren und Bauwerken durch außerirdischen Einfluss konnte erst im Jahr 2000 erbracht werden. Beim Aufspüren keltischer Siedlungen im Chiemgau fiepten permanent die Suchsonden von Hobbyarchäologen. Schnell stand für die Jünger Schliemanns fest: Das Gebiet ist metallisch verseucht. In 50 Zentimeter Tiefe liegen winzige Metallkugeln im Boden, dazu aufgerissenes und glasiertes Gestein - Anzeichen eines thermischen Schocks. Nach und nach entdecken die Männer mehr als hundert Krater.

Professor Dr. Kord Ernstson, Geologe an der Universität Würzburg, fand mit einem Team aus Mineralogen und Archäo-Astronomen vor kurzem heraus, dass es sich bei den fremdartigen Metallkugeln um präsolares Material handelt. Also um Material nicht irdischen Ursprungs, das schon lange vor unserem Sonnensystem existierte und das der Komet bei seiner Reise durch die Galaxien mitführte. Die Analyse der Forscher ist eine Sensation, versuchte doch bisher selbst die NASA vergeblich, präsolares Material zu gewinnen. Vor zwei Jahren schickte sie eigens die Raumsonde "Rosetta" ins All, um im Schweif von Kometen die begehrte Materie einzufangen.

Eine Darstellung zum Thema "Chiemgau-Komet"© PHOENIX BilderdienstEine Darstellung zum Thema "Chiemgau-Komet"

Den überraschenden Funden im Chiemgau und den Erkenntnissen des Würzburger Teams verdankt auch die Keltenforschung Antworten auf bislang ungeklärte Fragen. So konnten sich Archäologen bislang keinen Reim darauf machen, warum Fürstensitze wie die Heuneburg, die nahe dem Meteoriten-Einschlags lagen, von einem zum anderen Tag verlassen wurden. Zudem wandten sich die Menschen rund um das damalige Katastrophengebiet urplötzlich verstärkt der Religion zu. Als Belege dienen ausgegrabene Objekte, die Fabelwesen, mythologische Tiere und Götter mit glotzäugigen Köpfen darstellen. Den himmlischen Mächten opferten die Kelten seit 465 v. Chr. zudem wieder Schmuck, also ihren wertvollsten Besitz. Ein Brauch, den sie drei Jahrhunderte zuvor aufgegeben hatten.

Einige Zeit nach dem Kometeneinschlag revolutionierten die keltischen Noriker die Schmiedekunst. Sie entwickelten den ersten Stahl Europas. Ihre Schwerter waren härter und widerstandsfähiger als alles bisher Dagewesene. Die Pioniere konnten Kohlenstoff und Eisen zu Spitzenqualität verbinden. Vermutlich verarbeiteten die Handwerker bei der Prozedur große Mengen von Meteoritengestein. Schnell lernten die Römer das neue Material zu schätzen. Fortan bezogen die Feldherrn ihre Waffen von den Kelten. Historiker behaupten, das Imperium habe seine Machtausdehnung nicht zuletzt jener genialen Erfindung zu verdanken.

Der Film präsentiert sich als dokumentarischer Wissenschaftskrimi, der Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen bei der Auswertung der einzigartigen Funde vom Chiemgau begleitet. Darüber hinaus machen eindrucksvolle 3-D-Animationen und Reenactments die Naturkatastrophe für den Zuschauer nachvollziehbar. Neue historische Erkenntnisse geben Aufschluss, wie der Einschlag des Kometen die gesamte antike Welt veränderte.

Pressemitteilung PHOENIX

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