Gute Luft, ein wenig Fett: Pflegetipps für Musikinstrumente

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Ein Klavier braucht gute Luft: In der Nähe eines Klaviers sollte man ein Hygrometer aufstellen, um das Raumklima zu überwachen. Ist es zu trocken, kann ein Luftwäscher Abhilfe schaffen. Foto: Franziska Gabbert

Ein Klavier ist im Grunde auch ein Möbelstück. Und ähnlich wie ein Tisch braucht es auch ab und an etwas Pflege - und zwar mehr als nur Staubwischen. Und die Trompete? Die Gitarre? Auch sie brauchen zum Erhalt optimale Raumbedingungen und ab und an eine Reinigung.

Bonn (dpa/tmn) - Einem Musikinstrument ist durchaus anzusehen, ob es gepflegt wird oder nicht. Die Hölzer verziehen sich, Risse entstehen, Ventile klemmen. Doch wie pflege ich diese eigentlich richtig?

Instrumenten geht es dort am besten, wo es auch für Menschen angenehm ist. Temperaturen von 20 bis 22 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 45 bis 60 Prozent sind ideal für Holz- und Blechinstrumente, sagt Arthur Knopp, Präsident des Gesamtverbands Deutscher Musikfachgeschäfte. "Große Temperaturschwankungen, Nässe oder auch lange Trockenheit mögen sie gar nicht. Dann leidet das Holz."

Und: "Saiten verstimmen sich, Tasten klemmen, Wirbel drehen sich heraus, das Holz quillt auf", erklärt Knopp. "Bei Klavieren kann sogar der Resonanzboden reißen, dann ist das Instrument gar nicht mehr zu retten." Zu warm darf es auch nicht werden, sonst bleichen die Instrumente aus und verstimmen sich. Sie sollten deshalb nicht in der Nähe von Heizungen, Kaminen oder sonnigen Fenstern stehen.

"Die aktuellen Baustandards der Wohnungen sind so ausgelegt, dass sich Mensch und Instrumente wohlfühlen", sagt Knopp. In Altbauten, wo die Wände noch nicht so gut gedämmt sind, kann es aber durchaus problematisch sein, ein Klavier an eine Außenwand zu stellen. Dort drohen Feuchtigkeitsschäden. Aber: "Heute ist es eher umgekehrt. Die Raumluft ist oftmals zu trocken", sagt der Experte. Das macht besonders Klavieren und Flügeln zu schaffen. Von einer Fußbodenheizung steigt trockene Luft nach oben und trocknet das Holz aus. "Da hilft eine Alufolie, die unter dem Klavier verlegt wird", rät Kopp. "Es lassen sich aber auch Befeuchtungssysteme direkt in das Instrument einbauen, die die Feuchtigkeit konstant halten."

Der Bundesverband Deutscher Klavierbauer empfiehlt, in der Nähe des Klaviers ein Hygrometer aufzustellen, um das Raumklima zu messen. Ist es zu trocken, kann ein Luftwäscher Abhilfe schaffen. Er befeuchtet die Räume und reinigt sie gleichzeitig von Staub und Schmutz. Die Pflege und Wartung von Klavieren und Flügeln gehört in die Hände eines Fachmannes. Sie sind schnell verstimmt, selbst wenn sie nicht oft gespielt werden. "Spätestens alle ein bis zwei Jahre sollte ein Klavierstimmer beauftragt werden", rät Knopp.

Auch Gitarre oder Geige brauchen ab und zu Öl, besonders die Griffe, die mit der Haut des Menschen in Berührung kommen. Denn das Fett verhindert, dass zu viel Handschweiß in das Instrument eindringt. Blasinstrumente müssen nach jeder Benutzung gut trocknen. Denn durch den Atem bildet sich in ihrem Inneren Kondenswasser. "Das führt mit der Zeit zu unangenehmen Gerüchen", sagt Knopp. Dem kann man aber vorbeugen, indem man sie ab und zu mit Wasser und mildem Spülmittel ausspült. Holzblasinstrumente brauchen außerdem einen dünnen Ölfilm, damit sie nicht austrocknen. Deshalb sollte man sie regelmäßig mit einem Spezialöl aus dem Fachhandel behandeln.

Den Stimmzügen von Metallblasinstrumenten reicht einmal im Halbjahr ein wenig Fett, erklärt Berndt C. Meyer, Meister für Metallblasinstrumentenbau in Dresden. Und etwas Öl sollte einmal im Monat an die Lagerstellen der Drehventile und deren Drückermechanik kommen. "Anspruchsvoller sind die Perinetventile", sagt Meyer. "Sie müssen vor jedem Spiel mit einem Tropfen Öl behandelt werden." Keinesfalls dürfen Blasinstrumente in feuchtem Zustand in einen Kasten oder ein luftundurchlässiges Etui gelegt werden. Sonst bilden sich Feuchteschäden. "Wird das Instrument lange nicht genutzt, sollten die Züge komplett herausgenommen und das Wasser vollständig entfernt werden."

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