Schritt für Schritt

Unwetter überfluten das Haus: Tipps für Betroffene

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ein Bild der Verwüstung: Nach einer Überschwemmung stehen viele Betroffene vor dem Nichts.

München - Hochwasser und Überschwemmungen, wie am Mittwoch in Niederbayern lassen Betroffene verzweifelt zurück. So geht es nach der Katastrophe weiter.

Erst die Wassermassen, dann der Schutthaufen: Wenn Starkregen Keller überflutet, zerstören die Wassermassen alles, was man darin lagerte. Und noch mehr: Viele Wände und Böden - und das darunter liegende Dämmmaterial - saugen sich voll. Und selbst viele Hausbesitzer, bei denen das Wasser nicht durch Schächte und Fenster eindringen kann, sind betroffen: Ist die Kanalisation überfordert, drückt das Wasser oft durch die Kanalisation und Abflussrohre nach oben ins Gebäude. Oder Überschwemmungen treiben das Wasser von der Straße rein. Und nun?

Tipps zum Vorgehen für Betroffene und jene, denen solche Schäden in den kommenden Tagen noch drohen: Ganz wichtig vorab: Dokumentieren Sie jeden Schritt mit Hilfe von Fotos für die Versicherung.

Das Wasser steht im Haus

„Noch bevor man irgendwo hintritt, muss der Strom abgestellt“, betont Werner Weigl, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Denn es droht ein Kurzschluss - und im Wasser dann ein tödlicher Stromschlag. „Bei einer ordentlichen Stromversorgung ist das eigentlich kein Problem“, schränkt der Fachmann zwar ein. Dennoch sollte man nichts riskieren.

Wenn das Wasser erst mal raus ist

Auch wenn man sich überfordert fühlt, jetzt ist Geduld wichtig. Denn: Erst sollte man erneut Fotos zur Dokumentation machen, die Versicherung umgehend verständigen und das Aufräumen mit dieser besprechen, betont der Bund der Versicherten (BdV). Auch eine Schadensliste muss erstellt werden. Es kann sogar sein, dass erst ein Gutachter die Räume ansehen muss, bevor man komplett aktiv werden darf.

Allerdings müssen Versicherte zugleich dafür sorgen, dass keine weiteren Schäden entstehen. Das bedeutet etwa: Alles, was in der nun feuchten Umgebung des Kellers Schaden nehmen kann wie Elektrogeräte und Möbel, muss raus und trocknen können, erklärt Weigl. Auch dürfen die gefluteten Räume trocknen, etwa mit Leihgeräte aus dem Baumarkt. Denn das muss schnell geschehen, damit sich kein Schimmel bildet und damit noch mehr Schaden entsteht.

Das Aufräumen kann beginnen

Nasse und kaputte Möbel dürfen genauso wie verdorbene Lebensmittel nicht in den Hausmüll kommen. Sie werden extra entsorgt. Elektrogeräte dürfen erst wieder an das Stromnetz, wenn sicher ist, dass sie nicht durch Feuchtigkeit Schaden genommen haben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät sogar dazu, sie vom Fachmann überprüfen zu lassen. Aber damit noch nicht genug: „Alles, was feucht geworden ist, muss raus“, betont Weigl. Dazu können etwa auch Gipskartonplatten, Tapeten oder Fußböden gehören.

Räume müssen trocknen

Hier kommt es darauf an, wozu der Keller genutzt wurde und welche Baumaterialien es gibt: „Hat er keine besondere Nutzung und keine Dämmung - es gibt also auch keine Sauna und keinen Hobbyraum - reicht es in der Regel aus, rauszuwischen, sauberzumachen und ein Trockengerät aus dem Baumarkt aufzustellen“, erklärt Weigl. Trocken sei der Raum wieder, wenn ein Hygrometer eine Luftfeuchtigkeit im Raum von etwa 60 Prozent anzeigt.

Schwieriger ist es, wenn Gipskarton etwa für Trockenbauwände verbaut wurde. Dieser saugt sich vergleichsweise schnell voll und muss entweder mit einem Luftentfeuchter getrocknet oder sogar ersetzt werden. Und auch wer einen Estrich am Boden mit darunterliegender Dämmung hat, sollte einen Fachmann zum Trocknen und Begutachten rufen, rät Weigl. „Die Dämmung hat sich in aller Regel vollgesaugt.“ Hier kann es zum Beispiel sein, dass der Boden zum Austrocknen angebohrt werden muss.

dpa

Zurück zur Übersicht: Wohnen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser