Mietvertrag unter Verwandten

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Rosenheim - Bei Vermietung an Verwandte ist der Ärger oft vorprogrammiert. Wie lassen sich die häufigsten Stolpersteine vermeiden?

Seinen Verwandten tut man gern Gutes: Das Darlehen für den Führerschein des Enkels oder das Eigenheim der Tochter, die Ausbildungsstelle im Familienbetrieb oder die Vermietung der Eigentumswohnung an einen Angehörigen – um sich abzusichern, empfiehlt es sich, eine vertragliche Regelung zu treffen.

„Arbeitsverträge, Darlehensverträge und auch Mietverträge werden vom Finanzamt dann anerkannt, wenn sie so auch unter Fremden abgeschlossen sein könnten“, erklärt Steffi Müller, Präsidentin der Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen.

Im Falle der Vermietung von Wohneigentum an Angehörige können beide profitieren: Die eine Seite zahlt günstige Miete und die andere profitiert von einer geringen Steuerbelastung. „Um aus einem solchen Mietvertrag steuerliche Vorteile zu ziehen, müssen einige Dinge beachtet werden“, sagt Müller.

Angehörige vertraglich wie jeden anderen behandeln

Die Verträge zwischen Verwandten müssen bürgerlich-rechtlich wirksam sein und dem so genannten Drittvergleich standhalten: Das Finanzamt prüft, ob der Vertrag auch unter Fremden zu den gleichen Bedingungen zustande gekommen wäre und ob die Vereinbarungen tatsächlich erfüllt werden.

„Das heißt: Immer alles schriftlich festhalten – von der Miethöhe, aufgeteilt in Grundmiete und Betriebskosten, bis zum Datum der Fälligkeit und der Kündigungsfrist. Ein Standardmietvertrag reicht hier aus und erfüllt in der Regel die steuerlichen Anforderungen“, rät Müller.

Der geschlossene Mietvertrag muss anschließend auch erfüllt werden, der Mieter muss die Räumlichkeiten bewohnen und die festgelegte Miete aus seinen eigenen Mitteln bestreiten. „Unterhaltspflichtige Eltern können diese Mittel jedoch vorher an ihr Kind überweisen“, sagt Müller.

„Auch wenn Kinder ihren nicht mehr erwerbstätigen Eltern eine Eigentumswohnung zur Miete überlassen, können sie die Kosten für z. B. die Grundsteuer oder auch Reparaturmaßnahmen als Werbungskosten geltend machen“, so Müller weiter.

Vereinfachte Steuerregelung für Mietverträge unter Verwandten ab 2012

Bei der Abzugsfähigkeit der Kosten ist die Höhe der Miete ausschlaggebend. Nach der ab 2012 geltenden neuen Regelung dürfen nun die vollen Werbungskosten abgezogen werden, wenn die Miete mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete beträgt.

„Nun sind die Regelungen deutlich vereinfacht“, erläutert die Kammerpräsidentin. Die neuen Grenzen wirken sich unter Umständen auch auf bestehende Mietverträge aus. „Es sollte jeder, der eine Wohnung verbilligt an Verwandte vermietet, unbedingt prüfen, ob sich mit der Neuerung Handlungsbedarf ergibt“, empfiehlt Müller abschließend.

Geld sparen? Der Berater hilft. Welche Formalitäten bei Mietverträgen unter Verwandten unbedingt zu beachten sind und welche Kosten in welcher Höhe steuerlich berücksichtigt werden, weiß der Steuerberater. Steuerberater helfen, den Überblick zu behalten und Einbußen zu vermeiden.

Pressemeldung Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen

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