Wärme und Strom aus der Luft: Kleine Garten-Windanlagen

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Kleine Windanlagen auf Masten produzieren im Hinterhof oder im Garten Strom. Allerdings schaffen sie das nur bei entsprechender Windstärke. Foto: BWE

Der Wind weht oft - und er treibt Windräder an, die Strom erzeugen. Was in einer großen Vielzahl auf Feldern funktioniert, kann man auch zu Hause nutzen: Für den Garten gibt es Kleinwindanlagen.

Berlin (dpa/tmn) - Bei der Nutzung von Windenergie sind Berg- und Küstenbewohner klar im Vorteil. Bei ihnen weht öfter eine steife Brise. Eine Kleinwindanlage macht daraus Strom und Wärme.

Wie kommt die Energie ins Haus?

Auf dem Markt sind Mikrowindanlagen bis 5 Kilowatt Nennleistung, Miniwindanlagen von 5 bis 30 Kilowatt und Mittelwindanlagen von 30 bis 100 Kilowatt. Sie kommen auf Dächer oder auf Masten im Garten. Besonders beliebt bei vielen Nutzern sind Anlagen mit vertikaler Rotorachse. "Ihr Aussehen entspricht am ehesten unseren Vorstellungen von einer Windmühle", erklärt Wolfram Axthelm vom Bundesverband WindEnergie. Aber Anlagen mit horizontaler Rotorachse haben fast immer einen höheren Wirkungsgrad.

Wer kann Windenergie für den Haushalt nutzen?

Das Gros der Kleinanlagen läuft erst bei Windgeschwindigkeiten von 2,5 bis 3 Meter pro Sekunde an. Die Nennleistung erreichen die meisten bei deutlich mehr als 10 Meter pro Sekunde, also ab der Beaufort-Windstärke 6. "Die Wahrscheinlichkeit, in einer Gegend mit solchen Windstärken zu wohnen, ist gering", sagt Axthelm. "Selbst an der Nordsee gibt es Windgeschwindigkeiten von mehr als 4 Beaufort im Sommer zu 30 Prozent und im Winter zu 55 Prozent."

Für wen eignet sich dann die Technik?

Kleinwindanlagen können eine gute Ergänzung zur Solarthermie sein. "Wenn im Herbst und Winter die Kraft der Sonne nachlässt, aber mehr Wind zu erwarten ist, ist es eine gute Idee, Wind und Sturm für sich arbeiten zu lassen", sagt Axthelm. Der von den Anlagen erzeugte Strom kann mit Hilfe einer Heizpatrone den Warmwasserspeicher der Heizung vorsorgen.

Wann rechnet sich die Investition?

Ob zur Stromgewinnung oder zur Unterstützung der Heizung: Um ökonomisch zu arbeiten, muss der Wind ungewöhnlich kräftig sein. "Nur in seltenen Fällen reicht die Stärke aus, um die kleinen Windräder wirtschaftlich anzutreiben", erklärt Werner Neumann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Wer darauf vertraut, kann sein Geld gleich so in den Wind schießen." Für ihn sind kleine Windanlagen nicht mehr als eine Spielerei. "Wer unbedingt auf Windenergie setzen will, kann sich besser an einem Windpark oder einer Bürgerwindanlage beteiligen."

Laut Wolfram Axthelm vom Bundesverband WindEnergie rechnen sich kleine Windkraftanlagen vor allem über den Eigenverbrauch. Allerdings wird der selbst verbrauchte Windstrom mit 1,87 Cent pro Kilowattstunde EEG-Umlage belastet. Der Betrag steigt jährlich, ab 2017 beträgt er 2,5 Cent pro Kilowattstunde.

Wer Strom ins öffentliche Netz einspeist, erhält immer weniger Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) dafür. Die Anfangsvergütung für Windenergie an Land lag mit Inkrafttreten des EEG 2014 bei 8,9 Cent für die Kilowattstunde. Seit 2016 wird die Vergütung quartalsweise um jeweils 1,2 Prozent abgesenkt. Ab April beträgt der Einspeisetarif 8,69 Cent pro Kilowattstunde. Nähere Informationen dazu gibt es bei der Bundesnetzagentur. Die Anschaffungskosten liegen bei 3000 bis 9000 Euro pro Kilowatt Nennleistung. Dazu kommen jährliche Betriebskosten für Wartung, Instandhaltung und Versicherung in Höhe von 2 bis 3 Prozent der Investitionskosten. Die Lebensdauer liegt bei 10 bis 20 Jahren. Fazit: Ein großer Gewinn ist mit den Anlagen nicht zu machen.

Bundesnetzagentur zur Vergütung von Strom von Windanlagen

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