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Autofahren während der närrischen Tage: Darauf müssen Sie achten

Wer sich dem Karnevalsrausch hingibt, fährt besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
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Wer sich dem Karnevalsrausch hingibt, fährt besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die einen lieben, die anderen hassen die tollen Tage: Autofahrer sollten während der Faschingszeit mental ganz neutral unterwegs sein und Verzicht üben.

Die fünfte Jahreszeit steuert auf ihren Höhepunkt zu: Zwischen Altweiberdonnerstag und Fastnachtdienstag sind besonders viele Jecken unterwegs. Sei es auf Karnevalsumzügen, auf dem Weg zur oder von der Kneipe und Kappensitzung – oft ist Alkohol mit im Spiel. Autofahrer müssen in dieser Zeit ganz besonders umsichtig agieren.

Straßensperrungen in der Karnevalszeit: Wann muss das Auto weg?

Nicht nur in den Fastnachtshochburgen am Rhein gibt es klassischen Straßenkarneval mit Umzügen. Auch in kleineren Städten und Dörfern wird dieser Brauch gepflegt. Oftmals werden dafür ganze Straßenzüge gesperrt. Anwohner sollten sich rechtzeitig über den Verlauf des Umzuges informieren. Denn während der Feierlichkeiten ist in der Regel kein Durchlass für Privatfahrzeuge. Wer an diesen Tagen mit dem Auto fahren will, muss lange bevor die Feierlichkeiten starten, unterwegs sein.

Meist stellen die Behörden im Bereich des Umzugs ein paar Tage vorher temporäre Halteverbotsschilder auf. Drei Tage haben Parker in den betroffenen Abschnitten für gewöhnlich Zeit zum Umparken, dann kann das Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt werden. Einen sicheren Parkplatz zu finden, empfiehlt sich aber ohnehin, schließlich sollen die feiernden, nicht immer ganz nüchternen Jecken keinen Schaden am Kfz verursachen. Bei Vandalismus schützt lediglich die Vollkasko, eine Teilkasko kommt nur bei einem aufgebrochenen Auto auf.

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Mit dem Auto im Fasching unterwegs

Autofahrer, die nach Ende eines Umzugs oder in der Nähe von bekannten Fastnachtskneipen unterwegs sind, sollten besonders aufmerksam sein. Jecken auf dem Bürgersteig mit mehr oder weniger Alkohol im Blut könnten jederzeit auf die Fahrbahn treten. Die Einhaltung von Verkehrsregeln steht bei Feiernden nicht unbedingt ganz oben auf der Liste, außerdem können ihre Kostüme das Sichtfeld einschränken und somit die Wahrnehmung von anderen Verkehrsteilnehmern erschweren.

Apropos Verkleidung: Autofahrer sollten sich nicht mit Hüten, Perücken, dicken Brillen oder wallenden oder unförmigen Kostümen hinters Lenkrad setzen. Sicht und Bewegungsfreiheit leiden darunter; ein Umstand, der bei einer Kontrolle ein Bußgeld zur Folge hat. Besser also, man legt Masken, Pappnasen und andere Utensilien vor der Autofahrt ab.

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Alkohol am Steuer: Keine gute Idee

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber immer wieder eine Extra-Erwähnung wert: Alkohol und Autofahren* passen nicht zusammen! Bereits ab 0,3 Promille kann es im Falle eines Unfalls zu strafrechtlichen Konsequenzen mit Fahrverbot, Punkten und Bußgeld kommen. Bei 0,5 Promille drohen 500 Euro Strafe, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Ab 1,1 Promille attestiert der Gesetzgeber automatisch absolute Fahruntüchtigkeit. Wird ein Autofahrer mit diesem Promillewert von der Polizei erwischt, kommen zu drei Punkte in Flensburg und einer Geldstrafe noch ein sechsmonatiges Fahrverbot. Außerdem wird die Fahrerlaubnis eingezogen. Für Fahranfänger besteht zudem ein striktes Alkoholverbot

Betrunken auch nicht mit dem Fahrrad fahren

Angetrunken Rad zu fahren, ist übrigens ebenfalls keine gute Idee. Bei einem Unfall ist ab 0,3 Promille die Gefahr groß, dass der Führerschein weg ist. Ab 1,6 Promille gelten Radler als absolut fahruntüchtig. Wer die Grenze überschreitet, begeht daher sogar eine Straftat, die mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet wird. Die Fahrerlaubnis wird ebenfalls eingezogen.

Mehr erfahren: Mit dieser Checkliste finden Sie heraus, ob Sie noch fahrtüchtig sind.

Unfall unter Alkoholeinfluss wirkt sich auf Versicherungsschutz aus

Auf einen weiteren wichtigen Aspekt im Zusammenhang mit Fahrten unter Alkoholeinfluss weist die Versicherung HUK-Coburg hin. War bei einem Unfall Alkohol im Spiel, kann sich das auch auf den Versicherungsschutz auswirken. Lässt sich ein Unfall eindeutig auf Alkoholkonsum zurückführen, greift in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Trunkenheitsklausel. Der Versicherer reguliert den Schaden des Opfers, kann aber den Verursacher in Regress nehmen und sich bis zu 5.000 Euro vom Schädiger zurückholen. In der Kasko-Versicherung kann sich der Versicherer auf Leistungsfreiheit berufen und nur einen Teil des Schadens oder gar nichts bezahlen.

Wer sich als Beifahrer zu einem alkoholisierten Fahrer ins Auto setzt, riskiert ebenfalls reduzierte Versicherungsleistungen. Kommt es etwa zu einem Unfall und der Beifahrer wird verletzt, können seine Ansprüche gegenüber dem Fahrer wie zum Beispiel Schmerzensgeld gekürzt werden. Die Rechtsprechung unterstellt hier, dass in einem solchen Falle der Beifahrer sich selbst gefährdet und die Verletzungsfolgen dadurch mit verursacht hat.

Wer also auf den Genuss von alkoholischen Getränken nicht verzichten möchte, nutzt am besten öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi, um von A nach B zu kommen.

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Mit Restalkohol am Steuer

Es ist kein Geheimnis, dass die Polizei während der tollen Tage Autofahrer auf Alkohol am Steuer kontrolliert und zwar nicht nur abends und nachts, sondern auch morgens – gerne auch an Aschermittwoch. Denn wer an den bunten Tagen zu tief ins Glas schaut, hat auch am nächsten Morgen bei vermeintlich klarem Kopf noch Restalkohol im Blut.

Als Faustregel gilt: Ein gesunder Körper baut in einer Stunde etwa 0,1 Promille Alkohol ab. Wer also abends nach einer feucht-fröhlichen Feier mit einem Alkoholwert von 1,0 Promille schlafen geht, benötigt im Schnitt 10 Stunden, um den Alkohol im Körper abzubauen. Im Zweifelsfalle ist es ratsam, auch am Morgen danach aufs Autofahren zu verzichten.

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Elfriede Munsch/SP-X

Die irrsten Autofahrer der Welt

Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs.
Scheibenwischer kaputt?! Mit einer Paketschnur per Handbetrieb war ein Autofahrer bei Regen auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre.
Petri Heil! Ein toter Walhai wird auf einem Traktor zu einem Fischgroßmarkt in Xiangzhi (China) transportiert. Ein einheimischer Fischer hatte den Walhai aus dem Meer gezogen. Anfangs war der Mann überzeugt, dass ihm ein "Seeungeheuer" ins Netz gegangen wäre. © AFP
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design.
Polizei stoppt pinken Opel im "Pozilei"-Design. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie in um 1.30 Uhr am Sonntagmorgen in Hüllerup bei Flensburg einen besonderes Fahrzeug stoppten. Und zwar einen rosafarbenen Opel. Hinter dem Steuer saß eine junge Fahrerin. © dpa/ Polizei Flensburg
Man muss schon sehr genau hinsehen, um zu begreifen, was der 47-Jährige aus Polen alles auf seinen 40-Tonner geladen hat: Auto auf Laster auf Laster auf Laster, also drei Fahrzeuge hatte der Lkw-Fahrer auf- und ineinander geladen. Der Polizei Krefeld fiel das ungewöhnliche Gespann auf, als der Mann gerade dabei war, einen weiteren Transporter auf den Anhänger seines Lastzuges zu laden. © Pol Krefeld
3 Laptops im Lkw
Bei einer Routinekontrolle stoppte die Schweizer Polizei am Montag einen Lastwagen mit drei Laptops im Führerhaus. Was einen normalen Menschen schon am Schreibtisch überfordert, praktizierte der Lasterfahrer ganz selbstverständlich hinterm Steuer auf der Autobahn. © Polizei Kanton Solothurn
Da die Hecktüren des Transporters trotz der Millimeterarbeit beim Einpacken nicht ganz zugingen, fiel die Ladung einer Streife der Autobahnpolizei auf. Die beiden kasachischen Fahrer hatten einen Mittelklassewagen auf die Seite gelegt und passgenau hochkant in ihren Kleintransporter geschoben. © Polizei/dpa
Zwei junge Autofreaks haben sich im Kreis Vechta mit einem umgebauten Auto der besonderen Art eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Auspuff des Wagens ragte vorne aus der Motorhaube. Auch über das selbst gemalte Kennzeichen aus Pappe staunten die Beamten nicht schlecht. © Polizei/dpa
Manchmal muss selbst die Polizei noch staunen: Ein Autofahrer hat in Bremervörde eine Badewanne hinter sich hergezogen. Der Anhänger schlingerte an einem langen Seil hin und her. Funken flogen in alle Richtungen. In der Wanne saß ein Mann mit Motorradhelm. © dpa
In Österreich hat es Niko Alm, ein Anhänger der Spaßreligion «Fliegendes Spaghettimonster» mit Nudelsieb auf dem Kopf auf seinen Führerschein geschafft. Er habe gesehen, dass man bei Passfotos ausnahmsweise ein Kopfbedeckung tragen dürfe, wenn diese religiös begründet sei. © Polizei
Auto mit Baumstämmen beladen
Bei einer Kontrolle in Eisenach hat die Polizei einen mit sechs Baumstämmen beladenen Kleinwagen aus dem Verkehr gezogen. Der Fahrer hatte seinen Ford Fiesta mit zweieinhalb Meter langen Stämmen beladen, die weit aus dem Kofferraum herausragten. Die Stämme hatten einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern und die Ladung war nicht gesichert. © Polizei/dpa
Das Wrack eines Pkw Jaguar wird von Tauchern der hessischen Wasserschutzpolizei aus dem Main bei Kelsterbach geborgen. © Polizei/dpa
Bei Vollbremsung Genickbruch: Die Aachener Polizei hat ein höchst riskant beladenes Auto zweier Handwerker in Aachen angehalten. Zwei Stuckateure hatten eine lange Leiter durch den offenen Kofferraum über den Kopf des Beifahrers gelegt und den Hals quasi als Halterung genutzt. © Polizei/dpa
Ist der Fahrer dieses Wagens ein wahrer Einparkkünstler? Urteilen Sie selbst. © herne
Der Mann aus Norwegen war von Polizisten gestoppt worden, als er mit Rollskiern auf der Autobahn unterwegs war, um Benzin für sein liegen gebliebenes Auto zu holen. Nach einer Verwarnung musste der Mann seinen Weg zu Fuß fortsetzen. © Polizei
Ist dieser Trabi etwa zu überladen? © dpa
VW Polo Couch Sofa an Bord
Unglaublich, was so alles in einen VW Polo (viele denken, das muss doch ein Golf sein) passt. Ein Autofahrer hatte neben seiner Frau eine komplette Couchgarnitur in seinen Wagen gepackt. Doch die Polizei stoppte den Transport. © Polizei
Ein 24-jähriger Autofahrer hatte in den Kofferraum seines Kleinwagens einen Jetski geladen.
Komplett vom Kurs abgekommen ist wohl dieser Autofahrer: Mit einem Jetski an Bord und offener Heckklappe war der Wassersportler auf der Autobahn unterwegs. © Polizei
Panzer
Das braungrüne Tarnmuster auf dem Wagen hat wenig genutzt. Eine Streife der Polizeiautobahnstation Südhessen fiel der „Panzer“ sofort ins Auge. © Polizei
Panzer
Bei dem kuriosem Gefährt handelte es sich jeoch eigentlich um einen umgebauten Ford Galaxy im Camouflage-Look. Der 26-jährige britische Autobesitzer hatte einen „Geschützturm“ mit passendem Rohr auf das Dach montiert und den Van komplett in Tarnfarben umlackiert. © Polizei
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport
Pony auf dem Rücksitz: Die Polizei Koblenz stoppte den ungewöhnlichen Transport. © POL Koblenz
Mit einer Lichterkette hinter seiner Windschutzscheibe hat ein Autofahrer die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich gezogen. Dazu hatte der Mann noch nachtaktive Nager an Bord. Die Hamster habe der 29-Jährige nicht allein zu Hause lassen wollen. © Polizei

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