Für den Ernstfall wappnen

Auto-Verbandskasten: So wird er vorschriftsmäßig und sicher

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Sicher in den Winter: Autofahrer statten ihr Fahrzeug nicht nur mit den richtigen Reifen aus, sondern packen auch Eiskratzer und Schneebesen ein. Doch denken sie auch daran, den Inhalt ihres Auto-Verbandskastens noch einmal gründlich zu überprüfen?

Ratsam wäre es. Denn laut Straßenverkehrsordnung ist das Mitführen eines vollständigen Erste-Hilfe-Kastens vorgeschrieben. Fehlt dieser, droht dem betreffenden Autofahrer bei einer Kontrolle ein Bußgeld von bis zu 25 Euro. Aber nicht nur deswegen sollten Autofahrer diesbezüglich gewissenhaft sein. Schlimmer als ein Bußgeld wäre natürlich, wenn Sie Ersthelfer an einer Unfallstelle sind und keine Verbandsmaterialien zur Hand haben.

Inhalt regelmäßig überprüfen

Um diese unangenehmen oder sogar gefährlichen Konsequenzen zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig (mindestens einmal im Jahr sowie nach jeder Benutzung) überprüfen, ob ihr Erste-Hilfe-Kasten noch vollständig ist, und alle fehlenden Materialien umgehend ergänzen. Praktisch allen modernen Verbandskästen liegt ein Inhaltsverzeichnis bei, auf dem aufgeführt ist, welche Verbandsmaterialien hinein gehören. Dies orientiert sich an der Norm DIN 13164, die den Inhalt von Erste-Hilfe-Kästen für Kraftfahrzeuge vorschreibt.

Aber nicht nur die Vollständigkeit der im Verbandskasten enthaltenen Materialien gilt es zu überprüfen. Sie sollten außerdem auch sicherstellen, dass die enthaltenen Materialien nicht abgelaufen sind. Anderenfalls müssen Sie einen neuen Verbandskasten kaufen oder den alten neu auffüllen. Das Datum steht auf der Außenseite der Verpackung. Hitze und Kälte haben einen Einfluss auf die Klebefähigkeit der Heftpflaster. Überprüfen Sie diese ebenfalls und tauschen Sie nicht mehr funktionsfähiges Verbandmaterial aus. Auch die Einweghandschuhe können mit der Zeit rissig und spröde werden.

Damit der Erste-Hilfe-Kasten möglichst lange zuverlässig seinen Dienst tut, sollten Sie ihn also nach Möglichkeit vor Nässe schützen. Auch Staub, Benzin und Schmierstoffe können schädlich sein; halten Sie ihr Verbandsmaterial daher auch von diesen Stoffen möglichst fern.

Neukauf: Darauf sollten Sie achten

Steht der Neukauf eines Verbandskastens an, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass dieser der oben genannten DIN-Norm entspricht. Zwischen den vorschriftsmäßigen Angeboten gibt es jedoch durchaus kleinere Unterschiede, die die Anwendung der Verbandsmaterialien im Ernstfall erleichtern. Besonders praktisch sind Taschen, die mit kleinen Piktogrammen zeigen, wie das jeweilige Verbandmaterial angewendet werden soll.

Wenn Sie Ihren Verbandskasten überprüfen, können Sie gleichzeitig auch Ihre Kenntnisse in der Ersten Hilfe auffrischen. Entsprechende Kurse bieten beispielsweise das Deutsche Rote Kreuz und der ADAC an. So sind Sie für den Notfall bestens gerüstet.

Finger weg von eigenhändigen Ergänzungen

Bei aller Gewissenhaftigkeit sollten Sie allerdings davon absehen, es bei der Ausrüstung Ihres Auto-Verbandskastens zu gut zu meinen. Eigenhändige Ergänzungen können mehr schaden als nutzen. So gehören Arzneimittel auf keinen Fall in den Erste-Hilfe-Kasten. Wenn Sie erste Hilfe leisten, wissen Sie nicht, ob der Verletzte womöglich allergisch auf Schmerzmittel oder andere Medikamente reagiert. Deren Anwendung sollten Sie daher unbedingt dem medizinischen Fachpersonal, also Notärzten und Rettungssanitätern, überlassen. Beschränken Sie Ihren Verbandskasten also bitte auf das in der DIN 13164 vorgeschriebene Material.

Halten Sie sich an diese Regeln, sollte Ihr Auto-Verbandskasten nicht nur jeder Verkehrskontrolle problemlos stand halten, sondern Ihnen auch im Ernstfall - von dem natürlich jeder hofft, dass er nicht eintritt - gute Dienste leisten. So tragen Sie mit dazu bei, den Straßenverkehr in Deutschland ein kleines Stück sicherer zu machen.

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