Das Duell: M 1er Coupé gegen TT RS

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Wer hat mehr Feuer? Wer besteht den Alltagstest? Zwei Redakteure

Zwei Bayern, zwei kernige Burschen – aber nur einer kann der Sieger sein. Das Duell: M 1er Coupé gegen TT RS. BMW gegen Audi. München gegen Ingolstadt.

Wer hat mehr Feuer? Wer besteht den Alltagstest?

Das Duell: 1er M Coupé und Audi TT RS

Und damit dieses Duell auch fair abläuft, haben gleich zwei Redakteure getestet. Uli Heichele und Rudolf Bögel. Dass zwei Oberbayern mal nicht einer Meinung sind, kommt normalerweise nur beim Fußball vor und ausnahmsweise jetzt auch bei diesem 340-PS-Boliden-Test.

Im Rausch der Pferdestärken

Die elegante Zurückhaltung täuscht: Das Cockpit des M 1er Coupé ist nichts für Biedermänner

Wofür Audi vier Buchstaben braucht, da genügt bei BMW einer: M wie München, M wie Motor, M wie Maschine. Und das ist das 1er Coupé auch: Eine Maschine, die im hohen Drehzahlbereich abzieht wie ein Luftballon, dem plötzlich die Luft entströmt (0auf100 Stundenkilometer in 4,9 Sekunden, maximales Drehmoment 450 Nm). Dabei entwickelt der 1er einen fein gewebten Klangteppich, der unaufdringlich, aber trotzdem kernig klingt. Das Fahrwerk ist hart und straff, reagiert aber nicht aggressiv wie ein angeschlagener Boxer in der letzten Runde, sondern mit der kalten Präzision der Klitschko-Brüder. Soviel zu den sportlichen Qualitäten, beimAussehenscheidensichdie Geister. Hier der zurückhaltende und nah an der Serie liegende M 1er, dort der rote Sportbaron, der mit seinem Heckspoiler extravagant nach Aufmerksamkeit verlangt. Wie sagt der Bayer so schön: „Für den, der’s mag, ist es das Höchste.“

Beim Innenleben schlägt der BMW klar die Konkurrenz aus Ingolstadt: Im Gegensatz zum TT RS ist der 1er mehr Auto. Auf den Rücksitzen kann man bei Körperlängen bis zu 1,80 Zentimeter relativ bequem sitzen, im Kofferraum ist Platz für die Wochenend-Einkäufe. Auch die Sportsitze haben sich einen Rest an Bequemlichkeit bewahrt, und wenn man in den unteren Drehzahlbereichen fährt, hat man das Gefühl in einer echten Limousine zu sitzen. Deshalb heißt es für mich: „And the winner is BMW.“ Mindestens mit einer Spoilerlängegeht das M1 er Coupé vor dem Audi über die Ziellinie. Warum? Weil der Münchner einfach das komplettere Auto ist. Kein reines Spielzeugauto für den Papa, bei dem der Rest der Familie außen vor bleiben muss, sondern eine voll alltagstaugliche Power-Limousine.

Ein kerniger Bayer, ein Muskelprotz, der bis auf die vier Auspuffrohre und den M-Schriftzug an den Seiten eher wie Biedermann daher kommt, aber eigentlich ein Brandstifter der Straßen ist.

Fazit TT RS

Das coolste Rennauto seiner (Preis-)Klasse, das auch für die Straßen zugelassen ist. Reinsetzen, Rennsemmel anwerfen, Reihen-Fünf-Zylinder durchstarten – und ab auf die Straße! Wer den TT RS fährt, hat die Bewunderung der Straße. Das muss man mögen. Soundmässig ist es den Technikern gelungen, ein ganzes Formel-IRennen in zwei Auspuffrohre zu packen, der Motor ist so agil, dass schon ein leichtes Zucken im Gasfuß zu einem Raketenstart reicht.

Der Audi TT RS ist die schnellste Seifenkiste der Welt – innen wirkt das Sportgerät leider ein wenig billig mit einem Navi für Arme, aber wer braucht das schon in diesem Auto? Und was zählen innere Werte, wenn die Äußerlichkeiten so attraktiv sind?

RUDOLF BÖGEL

Das neue BMW 1er M Coupé

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