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Unser Autor macht den Test

Elektroautos im Check: Die wichtigsten Fragen zur E-Mobilität

Liebe auf den ersten Blick. Autor Rudolf Bögel sammelt mit einem Honda e die ersten Erfahrungen in Sachen Elektromobilität.
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Liebe auf den ersten Blick. Autor Rudolf Bögel sammelt mit einem Honda e die ersten Erfahrungen in Sachen Elektromobilität.

Welches E-Auto für welchen Typ? Ist Reichweite alles? Und wie ist das mit dem Laden daheim? Unser Autor hat sich ein Elektro-Fahrzeug gekauft. Hier seine Tipps.

  • 9000 Euro Kaufprämie für ein E-Auto – das lohnt sich.
  • Viele haben Reichweitenangst, das ist jedoch unnötig.
  • Die Entdeckung der Stille – so viel Spaß macht ein E-Auto.

Seit 1000 Kilometern ist unser Autor Besitzer eines Honda e. Immerhin erst vor kurzem zum „German Car Of The Year 2021“ gewählt. Der Honda ist ein reines Elektro-Auto. Von daher bewegt man sich auf absolutem Neuland. Wie kommt man an den Zuschuss* von 9000 Euro, wie viel kostet eine Wallbox für daheim? Wer montiert eigentlich das Ding? Und überhaupt: Wird man im Alltag glücklich mit so einem E-Fahrzeug? Autor Rudolf Bögel hat alle Höhen und Tiefen der E-volution mitgemacht.

Fragen zu Elektroautos und E-Mobilität: Warum überhaupt ein E-Auto?

Das ist die Frage aller Fragen und lässt sich nur schwer beantworten. Schließlich ist immer noch nicht genau erwiesen, ob die derzeitigen Elektrofahrzeuge wirklich umweltfreundlicher sind als die modernen Verbrenner. Erst jüngst hat eine Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) große Zweifel geweckt. Die Quintessenz der Untersuchung läuft auf ein klares Jein hinaus: Auch E-Fahrzeuge seien, betrachtet man den gesamten Lebenszyklus, am CO2-Ausstoß wesentlich beteiligt, weil die Batteriezellen unter hohem Energieaufwand in Asien gefertigt werden und weil der Strom dort bekanntlich überwiegend aus der Kohleverbrennung stammt. Nun hat jede Studie eine Gegenstudie und es wird sicherlich bald jemanden geben, der das genaue Gegenteil beweist. Bleiben wir also beim bairischen Dialekt. Nix Gwiss, weiß ma ned. Übersetzt: Nichts Gewisses weiß man nicht. Von daher ist die Anschaffung eines Elektroautos entweder eine Glaubensfrage, eine Wette auf die Zukunft, oder schlichtweg die Beruhigung des eigenen Gewissens.

Schwedisch-chinesischer Exote. Der Polestar 2 dürfte die Mittelklasse aufmischen. Zwei E-Motoren und 408 PS treiben die Limousine an.

Elektroautos: Welchen Strom brauche ich?

Diese Frage hört sich beim Thema Elektro ziemlich unspannend an, weil es sich ja - egal ob Wechsel- oder Gleichstrom (AC/DC) – immer um elektrische Energie handelt. Dennoch ist das einer der springenden Punkte. Wer zu Hause Strom auftankt, kann über einen Öko-Stromvertrag zumindest darüber bestimmen, wie umweltfreundlich der Betrieb seines Autos tatsächlich ist. Sobald im Strommix Kohle auftaucht, ist das ganze E-Auto schon fast für die Katz.

Als Familienkutsche ist die Mercedes V-Klasse beliebt. Jetzt gibt es den Van auch mit elektrischem Antrieb für den gemeinsamen Ausflug am Wochenende.

Wo lade ich mein Auto auf?

Laden kann man sein Auto mittlerweile an vielen Stellen. Beim Discounter, auf dem Parkplatz in der Innenstadt, am Schnellader im Gewerbegebiet. Aber ist das wirklich praktikabel, wenn man nicht zu Hause laden kann? Nein. Denn das ist immer mit großen Mühen und unwägbaren Umständen verbunden – und kann außerdem ziemlich problematisch werden, wie eine irre Geschichte, zu lesen bei unseren Kollegen von 24auto.de, zeigte. Beim Supermarkt steht man nie länger als eine halbe Stunde, der Ladeplatz in der City oder am Flughafen ist im Zweifelsfall besetzt. Und: Zwar kann ich mein Auto im Industriegebiet ans Stromnetz hängen, aber wie komme ich dann nach Hause und wieder zurück zum Auto? Von daher: Wer nicht zu Hause laden kann, Finger weg vom E-Auto! Weil er nicht glücklich wird damit. Aber auch das Laden zu Hause an der Wallbox hat seine Tücken, aber dazu mehr in einer anderen Geschichte.

Dürfte schwer in Mode kommen. Den neuen Fiat 500 gibt es nur noch als Elektroauto. Mit einer Reichweite von über 330 Kilometern. Das reicht für Stadt und Land.

Soll ich mir ein E-Auto holen allein wegen der Kohle?

Bis zu 9.000 Euro Prämie, Geld zurück vom Staat! Das alles hört sich verlockend an. Und ist es auch. Aber man darf sich nicht darüber hinwegtäuschen – diese 9.000 Euro egalisieren nur den Preisnachteil von Elektroautos gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen. Wenn man Prämie (normalerweise 6.000 Euro vom Staat und 3.000 Euro vom Hersteller) abzieht, dann bewegt man sich im Endeffekt auf der Höhe eines vergleichbaren konventionellen Verbrenners. Es ist also nicht so, dass man durch den Erwerb eines E-Autos mehr im Geldbeutel hat. Allerdings erleichtern diese Zuschüsse den Umstieg auf ein Elektro-Auto. Und das noch bis Ende des Jahres 2025. Solange hat der Bund jetzt die Innovationsprämie verlängert. Außerdem gibt es Zuschüsse für den Einbau einer Wallbox. Bis zu 900 Euro.

Flotter Stromer aus Frankreich. Der Peugeot e-208 macht mit seinen 136 PS ganz schön Dampf. Seine Reichweite: 340 Kilometer.

Lesen Sie auch: Gebrauchtwagen-Könige: Bei diesen Autos lohnt sich der Kauf – denn sie begeistern bis heute.

Ist der Betrieb eines E-Autos billiger?

Auf alle Fälle. Für den Zeitraum von zehn Jahren fällt schon einmal die Kfz-Steuer weg. Geht man von einem Durchschnittswert von 250 Euro im Jahr aus, sind das weitere 2500 Euro, die in die Gesamtrechnung einfließen. Was den Strom-Verbrauch angeht, so liegen die meisten E-Autos zwischen 15 und 25 kWh pro 100 Kilometer. Das macht bei einem Preis von 0,30 Euro pro kWh Kosten zwischen 4,50 und 7,50 Euro auf 100 Kilometer. Da kann nur ein guter Diesel mithalten. Außerdem dürfte ein E-Auto auch bei den Wartungskosten günstiger wegkommen. Ein durchgerosteter Auspuff oder ein kaputter Katalysator gehören der Vergangenheit an. Und auch die Bremsscheiben oder Trommelbremsen (die gibt es jetzt auch wieder) dürften andere Wartungsintervalle aufweisen, wie herkömmliche Autos. Das alles lässt sich aber noch nicht genau beziffern. Das wird die Erfahrung zeigen. Genauso wie die Frage: Was passiert eigentlich mit den alten Akkus der ausgedienten Autos? Hierauf hat der Gesetzgeber noch keine ausreichende Antwort.

Fünf Bildschirme, darunte zwei für die Übertragung der Seitenspiegel-Kameras thronen auf dem Cockpit des Honda e.

Wie wichtig ist die Reichweite eines E-Autos?

Der Longplayer unter den E-Autos ist der Renault Zoe. Im siebten Jahr schafft er eine Reichweite zwischen 300 und 400 Kilometern.

Das ist der sensibelste Punkt, wenn man sich so einen Stromer kauft. Der Honda e zum Beispiel bringt es im besten Fall auf 220 Kilometer. Mulmig ist uns da schon bei dem Gedanken. Auch wenn die meisten Studien sagen, dass weit über 90 Prozent der Deutschen täglich nicht mehr als 50 Kilometer zurücklegen. Aber irgendwie verfolgt einem dann doch der Gedanke, dass man mit so einer Elektrokiste nicht zum Skifahren nach Garmisch und wieder zurück nach München düsen kann. Aber Hand aufs Herz, wie oft macht man das? Und wofür braucht man sein Auto hauptsächlich?

Leider auf Monate hinaus ausverkauft. Der VW eUp ist mit seiner Reichweite von 260 Kilometern das ideale Stadt-Auto.

Darum prüfe sich, welche Reichweite er wirklich braucht

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie oft Sie 100 Kilometer und mehr am Tag fahren? Brauchen Sie Ihr Auto, um in ihr Urlaubsgebiet zu kommen? Wenn beide Fragen mit einem „Ja“ beantwortet werden, dann lautet unser Ratschlag: Kaufen Sie sich einen Diesel. Alle anderen können sich zumindest überlegen, ob ein E-Auto nicht doch eine sinnvolle Alternative ist. Immer unter der Prämisse, dass man zu Hause auch laden kann. Denn dann ist Reichweite kein Thema mehr. Die Erfahrung lehrt, dass das tägliche Anstecken des Autos ein Auto-matismus wird. Immer wenn man es zu Hause abstellt, einfach Kabel rein in die Dose – und schon hat man beim Honda e täglich 220 Kilometer Reichweite. Und vielleicht hilft ja auch dieser Gedanke, um Reichweiten-Ängste abzubauen: Unser erstes Auto war ja auch nie voll. Benzin für einen Zwanziger in den Tank – mehr Reichweite war damals manchmal nicht drin.

Volle Fahrt voraus. Der ID 3 flitzt von 0 auf Tempo 100 in 7,3 Sekunden. Es gibt ihn mit Reichweiten von 330 bis 550 Kilometer.

Welches E-Auto für welchen Typ?

Jetzt wird es wirklich knifflig, weil es mittlerweile über 450 förderungswürdige Modelle von rein elektrischen Autos gibt. Sie unterscheiden sich je nach Typ: Sportauto, Kastenwagen, Kleinbus, Stadtflitzer oder SUV. Oder je nach Reichweite: Von 220 Kilometern wie beim Honda e bis zum Tesla Model 3 mit 580 Kilometern. Und dann ist da noch die Leistung. Vom eSmart mit seinen 82 PS bis zum Porsche Taycan Turbo S mit 761 PS kann man sich alles gönnen, was es bei den Verbrennern auch schon gibt. Welches E-Auto für welchen Typ ist deshalb eine reine Geschmackssache

Ein E-Auto macht immer Spaß, der Porsche Taycan noch viel mehr. die Basisversion 4S kommt 400 Kilometer weit, das Spitzenmodell Turbo S wartet mit 761 PS auf.

Und wie fährt sich so ein Elektroauto?

Da kann man nur sagen: Himmlisch leise. E-Auto-Fahren ist die Entdeckung der Stille. Der Sound of Silence wird nur unterbrochen durch Geräusche, die man im Verbrenner wegen Motor und Auspuff gar nicht hört. Also das Rollen der Reifen oder das Pfeifen des Fahrtwindes. Hinzu kommt das vom Gesetzgeber vorgeschriebene Warnsignal, das ein E-Auto bis mindestens Tempo 20 machen muss, damit Passanten es zum Beispiel in Tiefgaragen auch hören können. Die E-Motoren, egal wie stark sie sind, haben einen großen Vorteil. Sie müssen nicht erst Drehmoment aufbauen – es steht sofort zur Verfügung. Von daher ist auch der kleine Honda e zum Beispiel mit seinen 154 PS ein kleiner Racer, der schon so manchen Verbrenner-Kollegen an der Ampel vernascht hat. Meistens sind E-Autos auch wendig wie ein Hase auf der Flucht vor dem Fuchs. Deshalb lautet unser Fazit: Reinsetzen, fahren, selber urteilen. Wir haben nach einer Probefahrt selbst den größten Skeptiker mit einem Lächeln wieder aus dem E-Auto aussteigen sehen. (Rudolf Bögel) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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