Motorrad-Saison: Darauf müssen Sie achten

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Auch für die Johanniter-Motorradstaffeln startet jetzt die Saison. Die ehrenamtlichen Retter auf zwei Rädern sind in Bayern mit elf Motorrädern unterwegs.

Landkreis - Milde Temperaturen und Sonne locken in den nächsten Tagen viele Motorradfahrer auf die Straßen. Die Johanniter geben wertvolle Tipps für den Saisonstart:

Gerade zum Start der Motorradsaison sind die Gefahren enorm - jedes Jahr ereignen sich in Bayern schwere Unfälle. Die Motorradstaffel der Johanniter, die auch im Landkreis Rosenheim aktiv ist, gibt Auto- und Motorradfahrern daher wichtige Tipps zum sicheren Saisonstart.

Ist ein Motorradfahrer nach einem Unfall bewusstlos, muss der Helm zwingend abgenommen und der Motorradfahrer in die stabile Seitenlage gebracht werden.

"Die Gefahren sind für uns Motorradfahrer gerade zum Beginn der Saison vielfältig. Die Straßen sind oft verschmutzt und der Winter hat Straßenschäden hinterlassen. Dadurch und durch den kalten und weniger griffigen Asphalt herrscht erhöhte Sturzgefahr", gibt Wolfgang Baumüller, Rettungsassistent und ehrenamtlicher Leiter der Johanniter Motorradstaffel im Regionalverband München zu bedenken. Auch an die Autofahrer hat er eine Bitte: "Über die Hälfte aller Motorradunfälle werden von Autofahrern verursacht. Sie müssen sich nach den Wintermonaten erst wieder an die leicht übersehbaren Motorräder gewöhnen. Ein Schulterblick beim Spurwechsel kann vielen Motorradfahrern große Schmerzen ersparen. Ganz wichtig ist, dass Autofahrer vor dem Abbiegen oder beim Spurwechsel rechtzeitig blinken. Für Motorrad-, wie Autofahrer gilt: Auf kurvigen Straßen unbedingt auf der eigenen Spur bleiben." Um sich wieder an die rund 300 Kilo schweren Einsatzmotorräder zu gewöhnen, absolvieren alle Mitglieder der Johanniter Motorradstaffel zum Saisonstart ein Sicherheitstraining - ein zeitlicher Aufwand von wenigen Stunden, den die Johanniter allen Motorradfahrern empfehlen.

Typische Verletzungen bei Motorradunfällen sind Knochenbrüche, schwere Hautschürfungen oder Verletzungen an den Nerven, die zu Lähmungen führen können. Deswegen sollte jeder Motorradfahrer stets geeignete Schutzkleidung tragen. Eine normale Jeans bietet bei einem Unfall nicht mehr Schutz als die nackte Haut. Wichtig ist, dass die Protektoren richtig und fest sitzen. Das Schuhwerk sollte auch die Knöchel schützen.

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Motorradunfall kommt, muss ein Ersthelfer zunächst die Unfallstelle absichern. Dann ist es zwingend nötig, dass er dem Motorradfahrer bei Bewusstlosigkeit den Helm abnimmt - auch wenn am Helm ein Hinweis steht, dass er nur von einem Notarzt zu öffnen sei. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Verletzte nicht an Erbrochenem oder seinem eigenen Blut erstickt. Der Helfer greift in den geöffneten Helm, spreizt ihn seitlich und zieht ihn vorsichtig über Nase und Ohren vom Kopf ab. Ist eine weitere Person am Unfallort, sollte sie assistieren, indem sie Hals und Kopf waagerecht hält. Anschließend sollte der Verunglückte in die stabile Seitenlage gebracht werden, auch wenn er an der Wirbelsäule verletzt sein könnte. Dann wird die Notrufnummer 112 gewählt.

Wer so handelt, rettet möglicherweise nicht nur Leben, sondern unternimmt auch alles, was das Gesetz von Zeugen eines Unfalls verlangt. Da jeder unverhofft in die Lage kommen kann, bei einem Unfall helfen zu müssen, empfehlen die Johanniter eine regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse. Kurstermine findet man unter www.johanniter-wasserburg.de, telefonische Auskunft gibt es unter 08071 / 95566.

Die Tipps im Überblick

Für Motorradfahrer:

  • Gewissenhafte Funktionsprüfung des Motorrads zum Saisonstart.
  • Nie ohne komplette Schutzkleidung (auch für Sozius) auf die Straße.
  • Kühlen Asphalt und dadurch verminderte Griffigkeit bei Kurvenfahrten bedenken.
  • Besonders auf Fahrbahnverschmutzung und Straßenschäden achten.
  • Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben.
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben.

Für Autofahrer

  • Schulterblick vor dem Spurwechsel.
  • Vor dem Abbiegen und beim Spurwechsel frühzeitig Blinken.
  • Lieber zweimal schauen: Motorräder sind schmal und werden oft übersehen.
  • Besonders vor dem Wenden, Ausscheren und Abbiegen auf überholende Motorräder achten.
  • Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben.
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben.

Pressemitteilung Johanniter Wasserburg

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