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Italienisches Design und deutsche Diesel- Tugenden beim neuen Jaguar XJ.

Der neue Jaguar XJ streift die Fesseln der Tradition ab und mixt eine zeitgemäße große Limousine. Der schnittige Oberklässler steht nun zu Preisen ab 76 900 Euro beim Händler.

Vor allem äußerlich ist der Bruch mit der Tradition radikal. Orientierte sich der direkte Vorgänger noch an dem elegant-repräsentativen Stil seines 1968 erschienenen Ur-Ahnen, setzt die Neuauflage in Sachen Karosserieschnitt rigoros auf Sportlichkeit.

Stark geschlitzte Scheinwerfer, eine coupehaft abfallende Dachlinie und das kurze, aber prägnante Heck mit den senkrechten Rückleuchten orientieren sich nun mehr an Wettbewerbern wie den Maserati Quattroporte oder den Porsche Panamera als an klassische Vorstands-Limousinen wie eine Mercedes S-Klasse. Jaguar will damit vor allem neue Kundenkreise locken.

Konkurrenzfähig: Ab 76 900 Euro gibt es viel Ausstattung

Das ist auch bitter nötig: Gerade einmal 265 Einheiten des Vorgängermodells sind im vergangenen Jahr deutschlandweit verkauft worden. Der Neue setzt auf eine besonders leichte Aluminiumkarosserie. In der Basisversion bringt der immerhin mindestens 5,12 m lange Brite gerade einmal 1755 kg auf die Waage. Die Wettbewerber wiegen mindesten 150 kg mehr. Bei den Motoren kann vor allem der auch im kleineren Jaguar XF eingesetzte V6-Diesel punkten. Mit 275 PS ist er einer der stärksten seiner Art und überzeugt mit mächtigem Durchzug und flottem Antritt bei gleichzeitig akustischer Zurückhaltung.

Ungewöhnlicher Rücken: Vor allem hinten hat Jaguar das klassische Design verändert.

Die schnell schaltende Sechsgangautomatik passt sich dabei gut an. In lediglich 6,4 sek. ist Tempo 100 erreicht, die Spitze beträgt 250 km/h. Für Motorenliebhaber mit gut gefüllter Tankkasse gibt es außerdem zwei 5,0-l-V8-Benziner; sie bieten mit bis zu 510 PS Power im Überfluss, sind aber in Kauf und Unterhalt entsprechend kostspielig. Beim Fahrwerk hat Jaguar seinem neuen Flaggschiff einen Schuss mehr Sportlichkeit mitgegeben. Für ein Auto seiner Größe fährt der Hecktriebler behände um die Kurve, wobei auch das relativ günstige Leistungsgewicht hilft. Dabei kommt der klassenübliche Komfort nicht zu kurz, Querfugen und kleine Unebenheiten sind allerdings durchaus zu spüren. Gewohnt edel und wohnlich geht es im Innenraum zu.

Edles Ambiente: Immer noch viel Holz und Leder im Cockpit des neuen Jaguar XJ.

Der Fahrer sitzt wie in einer Burg aus Leder und Holz; das Cockpit ist nahezu komplett mit feinster Tierhaut bezogen. Die extrem breite Mittelkonsole sorgt für Geborgenheit. Wie bereits im XF sorgen einige gestalterische Gags für Eigenständigkeit. So werden etwa die Gänge der Automatik über ein Drehrad gewechselt, das beim Motorstart aus einem Versteck in der Mittelkonsole herausfährt. Anstelle konventioneller Analoganzeigen gibt es hinter dem Lenkrad einen großen Bildschirm, auf dem die Instrumente digital dargestellt werden. Beim Preis rangiert der Jaguar markenüblich knapp über dem Niveau vergleichbarer Mercedes-, BMW- und Audi-Modelle.

Zum Einstiegspreis von 76 900 Euro für den Diesel gibt es aber bereits eine recht komplette Ausstattung mit Ledersitzen, Festplattennavigation und Bi- Xenon-Scheinwerfern. Die V8- Benziner starten bei 96 600 Euro für die Sauger-Variante und bei 133 900 Euro für das Top-Modell mit Kompressor. In beiden Fällen liegt der Brite unter den Preisen für einen vergleichbaren Porsche Panamera oder Maserati Quattroporte.

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