Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Unübersichtliche Situation

Jugendliche radelt auf Straße: Wer haftet nach Autounfall?

Sorgfaltspflicht für Radfahrer
+
Verlassen Radfahrer den Bürgersteig, um sich auf der Straße einzuordnen, gilt für sie die Sorgfaltspflicht.

Im Straßenverkehr ist stets volle Aufmerksamkeit gefragt - von allen Beteiligten. Das gilt besonders für unübersichtliche Situationen. Wer haftet, wenn dann ein Radler vom Bürgersteig auf die Straße fährt?

München (dpa/tmn) - Auch Radler müssen sich im Straßenverkehr an die Sorgfaltspflicht halten. Ansonsten haften sie nach einem Unfall allein. Etwa dann, wenn sie ohne auf die Vorfahrt zu achten vom Bürgersteig auf die Straße fahren. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts München (Az.: 10 U 2847/20), auf das der ADAC hinweist.

Im konkreten Fall radelte eine 15-Jährige zunächst auf einem Radweg, überfuhr dann einen Gehweg und gelangte auf die Straße. Dort stieß sie mit einem Auto zusammen. Sie gab an, am Gehweg angehalten zu haben und erst dann auf die Straße gefahren zu sein. Der Autofahrer sei viel zu schnell gewesen, zumal vor Ort Hecken, Sträucher und parkende Autos die Sicht behindert hätten. Sie forderte Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Die Versicherung des Autofahrers will nicht zahlen

Beides verweigerte die Versicherung des Autofahrers. Dieser sei mit 32 km/h langsam gefahren. Die Radlerin dagegen sei ohne auf die Vorfahrt des Autofahrers zu achten auf die Straße gefahren. Die Sache ging vor Gericht. Mit Erfolg für den Autofahrer. Im Verfahren wurde nachgewiesen, dass er rund 30 km/h schnell gefahren und nicht verpflichtet war, auf Schrittgeschwindigkeit zu gehen.

Konkrete Anhaltspunkte für eine gefährliche Situation hatten demnach gefehlt. Zunächst war die Radlerin durch die Hecke gar nicht sichtbar gewesen und der Autofahrer hatte Vorfahrt.

Die Radlerin hatte nicht angehalten

Widerlegt werden konnte auch die Behauptung der Radlerin, angehalten zu haben. Ein Sachverständiger ermittelte, dass sie mit etwa 15 km/h zusammenstieß - so schnell aus dem Stand zu beschleunigen sah dieser als ausgeschlossen an. Zudem wies ein Schild «Vorfahrt gewähren» auf die Situation hin. Einer 15-Jährigen hätte die Bedeutung bekannt sein müssen. Aufgrund des erheblichen Sorgfaltsverstoßes musste die Radlerin allein haften.

© dpa-infocom, dpa:210225-99-592955/2

Kommentare