Blackbox speichert Daten

Fahrstil bestimmt Preis für Autoversicherung

Ab Oktober 2015 soll das automatische Notrufsystem "eCall" in Pkw zum Standard werden. Das dafür notwendige Datenaufzeichnungsgerät ist auch Voraussetzung für den Abschluss eines Telematik-Versicherungstarifs.
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Telematik-Versicherungstarif: Ein Zusatzgerät eine sogenannte Blackbox im Auto zeichnet Daten auf und wertet das Fahrverhalten aus.

Der eine Autofahrer rast, der andere hält sich an die Tempolimits und lässt seinen Wagen oft in der Garage stehen. Eine Kfz-Versicherung bietet nun Tarife nach Fahrstil an. Ist das fair?

Die auf Autoversicherungen spezialisierteSparkassentochter S-Direkt will erstmals in einem Zusatzangebot die Fahrdaten ihrer Kunden auswerten und so von der Fahrweise abhängige Tarife anbieten.

Bei dem zusätzlich zu einer Kfz-Versicherung buchbaren Service wird ins Auto des Versicherten eine Box eingebaut, die Daten über das Fahrverhalten speichert. Kunden mit einer sicheren Fahrweise sollen niedrigere Beiträge zahlen.

Spion fährt mit

Ab Januar 2014 könnten das Telematik-Angebot zunächst bis zu 1000 Versicherte nutzen, sagte S-Direkt-Vorstandsmitglied Jürgen Cramer am Dienstag in Düsseldorf. Entwickelt hat die Technik der Mobilfunkbetreiber Telefónica. Datenschützer sehen die Speicherung der Fahrdaten bislang kritisch.

Box kann bei Unfällen den Rettungsdienst rufen

Die Telematik-Box soll S-Direkt zufolge etwa Daten über Fahrzeit, zurückgelegte Kilometer, Geschwindigkeitsüberschreitungen und Bremsverhalten sammeln und auswerten. Die Daten werden laut Cramer bei Telefónica gespeichert. An S-Direkt würden nur die Kilometeranzahl und auf Basis der Fahrweise errechnete Punktwerte übermittelt. Darüber hinaus kann die Box bei Unfällen automatisch den Rettungsdienst rufen. Wird das Auto geklaut, lässt es sich über die Telematik orten.

Datenschützer sind kritisch

Datenschützer hatten sich in den vergangenen Monaten vermehrt kritisch zu den Telematik-Plänen geäußert. Der Sprecher des Landesdatenschutzbeauftragten Nordrhein-Westfalens forderte am Dienstag, dass die Kunden vor Vertragsabschluss umfangreich über die Sammlung der Daten aufgeklärt werden müssten. Er rate zu Datensparsamkeit und deshalb zunächst von einem solchen Vertrag ab. „Aber jeder kann selbst entscheiden. Man darf nicht von vornherein sagen: Das geht gar nicht. Das Modell funktioniert sicherlich mit Einschränkungen“, so der Sprecher. Eine einheitliche Meinung unter Datenschützern zu solchen Telematik-Lösungen gebe es bislang noch nicht.

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Laut S-Direkt wird der Datenschutz strengstens eingehalten: „Es müssen nicht nur Maßnahmen zum Schutz des Lebens der Autoinsassen mit der innovativen Technik verknüpft sein, auch der Schutz der Fahrinformationen muss absolut sichergestellt sein“, sagte Cramer.

Auch andere Mobilfunkanbieter wie Vodafone arbeiten derzeit an Lösungen unter dem Schlagwort Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M). Die M2M-Technik beschränkt sich allerdings nicht nur auf das Autofahren. Bis 2020 sollen weltweit 50 Milliarden Geräte über das Internet miteinander vernetzt sein, wird in der Branche erwartet.

dpa

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