Klassische Herbstunfälle: Wer entschädigt?

Düsseldorf - Ein abgebrochener Ast beschädigt das Autoblech und nasses Laub lädt ein zu einer schmerzhaften Rutschpartie. Doch wer kommt dafür auf?

Die goldene Herbstzeit kann viel Freude mit sich bringen, doch farbiges Laub, glänzende Kastanien und „gemütliches“ Wetter bergen auch Gefahren in sich. Wir haben uns einige herbstliche Unfallszenarien angeschaut:

Wo kann es teuer werden, was übernimmt die Versicherung? 

Gefährliche Ausweichmanöver bei Wildwechsel

Gerade im Straßenverkehr heißt es während der Herbstzeit: Aufpassen! Bedingt durch Nebel und Regen kommt es gerade im Herbst häufig zu Autounfällen wegen Wildwechsel. Paradoxerweise sollten die Fahrer gerade dann besonders vorsichtig sein, wenn sie dem Wild ausweichen wollen. Zum einen kann dies nämlich dazu führen, dass das Auto von der Fahrbahn abkommt und gegen einen Baum prallt, zum anderen, dass die Versicherung den Schaden nicht vollständig deckt.

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● Vorsicht Wild: Abblenden und hupen!

Die Teilkaskoversicherung übernimmt zwar zumeist den Schaden durch einen Zusammenprall mit Haarwild, dieser kann aber geringer sein als der Schaden der durch das Abweichen von der Straße entsteht! Nur Vollkaskoversicherte stehen auf der „sicheren“ Seite – in beiden Fällen werden die anfallenden Kosten übernommen.

Wichtig ist es auch den Schaden umgehend der Polizei zu melden, da nur eine möglichst genaue Beschreibung des Unfallhergangs die Deckung der Folgekosten ermöglichen kann.

Rutschiges Laub vor der eigenen Haustür

Ist das schöne Herbstlaub einmal von den Bäumen gefallen, kann es sich auf Gehwegen schnell in eine rutschige Masse verwandeln. Wem diese zum Verhängnis wird, der muss sich an den so genannten „Raumpflichtigen“ wenden. Dieser ist meist die Kommune.

Der Raumpflichtige muss Gehwege von dem Laub befreien und kommt für die Folgekosten einer solchen Verletzung auf. Häufig wird diese Verpflichtung allerdings auf Hauseigentümer und damit auf Mieter abgeschoben! Sollten Sie in ihrem Mietvertrag eine solche Klausel finden, ist es ratsam sich daran zu halten, denn die aus einem solchen Sturz entstehenden Kosten können teuer werden.

Schäden durch abgebrochene Äste

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Nicht nur vom Boden, auch aus der Luft drohen herbstliche Gefahren: Diese drücken sich zumeist als Sturmschäden aus, etwa wenn abgebrochene Äste auf parkende Autos fallen oder Baumfrüchte für unschöne Dellen im Blech sorgen.

Für die Übernahme von Schäden die durch Äste von Bäumen an öffentlichen Straßen entstanden sind gilt, dass diese die Gemeinde übernimmt. Allerdings nur dann, wenn der fragliche Baum nicht gepflegt wurde! Kommunen haben aber die Pflicht, Bäume zweimal im Jahr auf deren Gesundheitszustand zu überprüfen. Sollte der Ast von einem kranken Baum gefallen sein, hat der Baumbesitzer folglich seine Verkehrssicherungspflicht missachtet und muss zahlen. Ansonsten zählen Schäden durch gesunde abgebrochene Äste zum „naturgegebenen Lebensrisiko“ und werden nicht übernommen.

Dies gilt auch für schädigende Baumfrüchte aller Art. Die Kommunen sind weder verpflichtet Warnschilder aufzustellen, noch für Schäden durch fallende Kastanien oder Eicheln aufzukommen.

Windig, aber nicht stürmisch

Schon Sturm oder erst Wind? Für alle Sturmschäden spielt die Windstärke eine wichtige Rolle, denn meist zahlt die Gebäudeversicherung erst ab Windstärke 8 für Schäden am Haus. Auch in der Teilkaskoversicherung gilt diese Regelung.  

Quelle: ARAG Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG

Rubriklistenbild: © dpa

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