innovativer Materialmix

Kommender Audi A8: Die Leichtigkeit des Luxus

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Ein Ingenieur erklärt die neue Fügetechnologie für den A8.

Was sein Blechkleid anbelangt, folgt der neue Audi A8 dem Trend: Die Oberklasse-Limousine wird im Herbst dieses Jahres mit einem Fließheck daherkommen.

Das lässt den A8 deutlich sportlicher aussehen als seine Vorgänger. Die wahre Innovation zeigt sich aber, wenn man den Lack abkratzt. Denn in der Nobelschmiede in Neckarsulm setzt man auf einen neuen Leichtbau-Mix aus vier Materialien. Die tragende Karosseriestruktur besteht aus Aluminium, Stahl, Magnesium und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, kurz CFK. Die jüngste Entwicklung nach mehr als einer Million Serienautos mit dem Audi Space Frame (ASF – der Rahmen, auf dem die Karosserie aufgebaut wird) zielt auf ein möglichst geringes Gewicht bei gleichzeitig möglichst hoher Steifigkeit. Das soll die Agilität, die Effizienz sowie die Sicherheit erhöhen. Dennoch wird der neue Audi A8 um 50 Kilogramm schwerer als sein Vorgänger sein. Der Grund hierfür sind noch mehr Technik und Sicherheits-Tools, die in das Ingolstädter Flaggschiff gepackt werden.

Neue Materialien in der Karosserie des Audi A8

Der Materialmix der Karosserie stellt dabei einen neuen Meilenstein in der ASF-Bauweise dar, seit der erste A8 1994 mit einer Aluminiumkarosserie auf den Markt rollte. 1999 kam der Alu- A2 auf den Markt, der zwar als innovativ gefeiert wurde, bei den Kunden aber nie so recht ankam. 2005 wurde dessen Produktion daher ersatzlos eingestellt.

Die A8-Rückwand aus CFK ist ultrahochfest und verwindungssteif. Sie bildet das flächenmäßig größte Bauteil der Passagierzelle und trägt zu 33 Prozent zur Torsionssteifigkeit bei. Diese wird um etwa ein Viertel verbessert. Sechs bis 19 Faserlagen liegen übereinander. Jede einzelne ist aus 50 Millimeter breiten Bändern zusammengesetzt.

Audi Space Frame in Multimaterialbauweise: So setzt sich die Karosserie des neuen A8 zusammen.

Untere Stirnwand, Seitenschweller, B-Säulen sowie der vordere Dachbogen bestehen aus warmumgeformtem Stahl und bilden den höchstfesten Verbund der Fahrgastzelle. Mit 58 Prozent ist der Aluminium- Anteil der größte. Aus ihm sind Gussknoten, Strangpressprofile und Bleche gefertigt. Magnesium wird für die Domstrebe verwendet, ein maßgebliches Bauteil für die Steifigkeit eines Fahrzeugs. Im Vergleich zum Vorgängermodell spart sie 28 Prozent Gewicht.

Audi A8 feiert Premiere bei der IAA in Frankfurt

Das flächenmäßig größte Bauteil der Fahrgastzelle besteht aus dem neuen Materialmix.

Der neue Audi A8 wird im September auf der IAA, der Internationalen Automobilausstellung, in Frankfurt vorgestellt. Markant sind neben dem Fließheck eine breite, flache Front mit ihren aggressiven Scheinwerfern sowie Leuchtbänder, die das Heck durchziehen. Viel darüber hinaus weiß man über den kommenden Flottenkönig aber noch nicht. Bekannt ist unter anderem sein neues Bedienkonzept mit zwei Touchscreens, die direkt in die Mittelkonsole eingelassen sind. Der untere dient allein der Steuerung der Klimaanlage und der Sitzheizung.

In der eigens für die Leichtbau-Technologie vorgesehenen neuen Werkshalle in Neckarsulm schaffen die Ingenieure schon einmal die Voraussetzung für das autonome Fahren mit dem A8. 60 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen werden technisch möglich sein, so ihr Versprechen. Serienmäßig wird der neue A8 mit Allradantrieb ausgestattet. Später soll es auch einen Plug-in- Hybriden geben.

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von Hans Moritz

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