Rollendes Zuhause

Krallen und Kameras: Sicherheit für Caravan und Wohnmobil

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Ungetrübte Campingidylle: Damit das auch so bleibt, raten Experten dazu, Caravans und Wohnmobile gut zu sichern. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa-tmn

Reisemobile und Wohnanhänger werden immer wieder das Ziel von Dieben. Doch es gibt ein breites Angebot an Sicherungszubehör in allen Preisklassen. Aber auch den Schutz der Passagiere sollten die Camper nicht vergessen.

Stuttgart (dpa/tmn) - Wer mit einem Reisemobil oder Caravan unterwegs ist, verbringt viel Zeit im rollenden Zuhause. Um nachts oder nach der Rückkehr von einem Ausflug keine böse Überraschung zu erleben, sollte es aber gut sichern.

"Die in aller Regel verbauten Kunststofffenster und Leichtbautüren stellen für Kriminelle keine sonderlich hohe Hürde dar", sagt Heiko Paul vom Fachmagazin "Reisemobil International" und rät zu weiteren Sicherheitselementen.

Nachrüstbare Alarmanlagen gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Manche kombinieren Bewegungsmelder mit Türsensoren, andere werden zusätzlich komplett an das Bordnetz angeschlossen und sichern dadurch bei Reisemobilen auch alle Original-Fahrzeugtüren. "Das ist sicherlich die beste Lösung", so Paul. Er weist aber darauf hin, dass sich viele Systeme durch Störsender sabotieren lassen. Grundsätzlich gebe es nachrüstbare Alarmanlagen bereits ab 149 Euro und ganz einfache Systeme, die nur einzelne Fenster oder Türen absichern, bereits ab 40 Euro.

Ist das komplette Fahrzeug verschwunden, helfen nur noch Ortungssysteme, die oft auch als Ergänzung zu Alarmanlagen angeboten werden. Sie funktionieren mit SIM-Karten und können zum Beispiel so programmiert werden, dass der Standort in regelmäßigen Abständen an eine zuvor hinterlegte Telefonnummer verschickt wird. "Der Vorteil ist, dass das System sehr schnell in jedem Fahrzeug nachgerüstet werden kann und völlig autark über eine eigene Stromversorgung funktioniert", erläutert Markus Teubner von Vodafone.

Das Mobilfunkunternehmen bietet mit dem "Vodafone Vehicle Defence" eine Telematik-Box für knapp 240 Euro an, in der die Daten-SIM-Karte gleich integriert ist. Ein zusätzlicher Mobilfunkvertrag müsse nicht abgeschlossen werden. Ähnliche Systeme gibt es auch von Thitronik oder auch von Ebi-Tec. Passende Apps zeigen dann auf einer Karte an, wo sich das gestohlene Fahrzeug befindet.

Aber "einfache, mechanische Türsicherungen haben bereits eine hohe abschreckende Wirkung", sagt Johannes Boos vom ADAC. Von Fiamma und Thule etwa gibt es Zusatzriegel ab 50 beziehungsweise 75 Euro, die sich von außen über die Tür schieben. Auch ein heller Strahler mit Bewegungsmelder kann abschrecken.

Eine weitere Möglichkeit sind Kamerasysteme. Zu den Highend-Lösungen zählt hier ein System von Tevidi, das die Bilder via WLAN an einen Rechner überträgt und ab rund 2300 Euro kostet. "Je nach Ausführung gibt es auch die Möglichkeit, sich die Bilder automatisch aufs Handy schicken zu lassen", sagt Paul. Eine einfache und günstige Alternative ab etwa 60 Euro: sogenannte Wildkameras, die auf Bewegungen reagieren und auch nachts via Infrarot funktionieren, aber keinen Alarm auslösen.

Zu den bewährtesten, einfachsten und auch günstigsten Maßnahmen gegen Fahrzeugklau zählt die Parkkralle. "Die Montage dauert nur wenige Sekunden, das Fahrzeug aber ist damit sehr effektiv gegen Diebstahl geschützt", sagt Paul. Hersteller wie Heyner oder Milenco böten solche Systeme ab etwa 70 Euro an.

Auch an die eigene Sicherheit sollten die Camper denken. Zwar seien Sicherheitslecks im Gassystem die absolute Ausnahme, sagt Daniel Rätz vom Caravaning Industrie Verband. Dennoch: Gaswarner können das Sicherheitsgefühl erhöhen. Sie reagieren in der Regel auf Propan, Butan und Narkosegase, manche zusätzlich auch auf Kohlenmonoxid.

Ein umsichtiges Verhalten kann helfen, Gefahren bereits im Vorfeld einzudämmen. So rät der ADAC, bevorzugt auf gut einsehbaren Stellplätzen zu nächtigen. "Man sollte sein Fahrzeug auch nicht unbedingt direkt hinter hohen Hecken abstellen", rät Boos. Generell aber sei die Zahl von Diebstählen auf Campingplätzen sehr gering. "Die meisten Einbrüche gibt es nach wie vor zu Urlaubszeiten und beim Abstellen auf Autobahnrastanlagen."

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