Die "O-bis-O-Regel" für Winterreifen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Landkreis - Jedes Jahr stellen sich die Autofahrer die Frage, von wann bis wann sie Winterreifen aufziehen sollten. Dabei wird vielfach auf die sogenannte "O-bis-O-Regel" verwiesen.

Nach den Empfehlungen von Versicherungen und Automobilclubs sollten die Autofahrer von Oktober bis Ostern die wintertauglichen Reifen am Auto montiert haben.

Wie sinnvoll dies ist, zeigt sich erst gerade wieder bei den aktuellen Wetterverhältnissen. Viele Kraftfahrzeughalter nutzten die letzten schönen und frühlingshaften Wochen für einen Reifentausch auf die Sommerpneus. Doch mit der kurzfristigen Umstellung der Wetterlage gelangte nun doch noch mal aus Norden kühlere und auch feuchtere Luft polaren Ursprungs nach Deutschland. Damit verbunden traten wiederholt schauerartige Niederschläge auf, die oberhalb von etwa 500 m als Schnee fielen. An den Alpen und dem Erzgebirge konnte es sogar noch mal länger andauernd schneien und somit für tief winterliche Straßenverhältnisse sorgen. Aber auch innerhalb von stärkeren Schnee- oder Graupelschauern trat kurzfristig bis in tiefe Lagen erhebliche Glätte auf. Dazu kam eine deutliche Sichtabnahme. Die Folge waren gleich mehrere Massenkarambolagen mit zahlreichen Verletzten auf den deutschen Straßen.

Auf der A7 bei Hildesheim krachten bei einem Graupelschauer mehr als zehn Autos ineinander. Dabei wurden mindestens 20 Personen verletzt. Auch auf der A29 bei Oldenburg oder der A92 in Niederbayern rutschen bei Eisglätte mehrere Autos zusammen. Neben hohen Sachschäden zählten auch dort die Rettungsdienste zahlreiche Verletzte. Dazu kommen noch weitere Unfälle auf Bundes- bzw. Nebenstraßen.

Sollten bei den Schnee- oder Glätteunfällen Autos mit Sommerreifen verwickelt gewesen sein, so haben die Autofahrer neben ihrem Leben auch Ihren Versicherungsschutz teilweise aufs Spiel gesetzt. Die Kaskoversicherung kann mit dem Verweis auf grob fahrlässiges Verhalten einen Teil der Leistung verweigern. Und die Kfz-Haftpflichtversicherung kann den Fahrer in Mithaftung nehmen, wenn ein Unfall auf falsche Reifen zurückzuführen ist.

Doch was macht die Winterreifen aus?

Autoreifen sind das Bindeglied zwischen Fahrzeug und Fahrbahn. Sie beeinflussen maßgeblich das Fahrverhalten eines Fahrzeugs. Reifen werden insbesondere auf die Beschaffenheit des Untergrundes, die Temperatur und die Belastung ausgelegt. In Mitteleuropa fahren Autos meist auf asphaltierten Straßen mit einer Oberflächentemperatur zwischen -15 °C und +60 °C. "Sommer"-Gummimischungen verhärten bereits bei niedrigen Plus-Graden, womit sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren könne. Winter-Typen bleiben weich und verfügen zudem über ein spezielles Lamellen-Profil, das auf Schnee und Eis besonders gut greife - also bei Witterungsbedingungen, die überall in Deutschland und auch durchaus schon um den Gefrierpunkt herum anzutreffen sei, erklärte der ADAC.

Somit muss auch heute und in der kommenden Nacht teilweise mit winterlichen Straßenverhältnissen gerechnet werden. Tagsüber treten wiederholt Schauer auf, die teilweise bis in tiefe Lagen als Graupel fallen können. Zudem kann es an de Alpen sowie im Erzgebirge noch etwas schneien. In der Nacht auf Mittwoch reißen dann die Wolken häufig auf und lassen die Temperaturen in den Keller rauschen. In der Mitte und im Süden wird verbreitet leichter Frost zwischen 0 und -5 Grad, über Schnee teilweise auch mäßiger Frost bis -8 Grad erwartet. Daher muss gebietsweise wieder mit überfrierender Nässe gerechnet werden.

Die Zeit der Winterreifen ist also noch nicht vorbei. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass bis tief in den April hinein immer wieder Kälteeinbrüche mit kurzfristigem Schneefall bis ins Flachland auftreten können.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Auto

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser