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Fahrzeugtest

Wohnmobil von Hymer: So schaut Glamping aus – was kann der Luxus-Camper noch?

Das Luxus-Wohnmobil von Hymer - so sieht Glamping aus.
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Das Luxus-Wohnmobil von Hymer bietet sämtlichen Komfort.

Wer es sich leisten kann, finanziell, nimmt quasi eine Wohnung mit auf Reisen. Was das Luxus-Wohnmobil von Hymer, die B-Klasse Masterline I 790, in der Praxis noch zu bieten hat.

Für viele Camper ist Zelten immer noch das Nonplusultra. Die Urform. Sie können wenig anfangen mit einem Trend, der sich am anderen Ende der Fahnenstange abspielt. Das sogenannte Glamping, kurz Glamourous Camping, hat in Zeiten von Corona weiteren Zulauf erfahren. Wer es sich leisten kann, finanziell, nimmt quasi eine Wohnung mit auf Reisen. Wir haben das Luxus-Wohnmobil von Hymer getestet, die B-Klasse Masterline I 790. Grundpreis: 112.990 Euro. Und erfahren, wo Vorteile und Tücken liegen.

Hymer B-Klasse Masterline I 790: Camping-Mobil im Test

Handling: Eine kleine Herausforderung. Der fast acht Meter lange und drei Meter hohe Reise-Gigant ist anfällig für Windböen, nahezu jeder Überholvorgang verursacht einen kleinen „Schlenker“. Zudem will jede Fahrt gut geplant sein, wegen des großen Wendekreises. Selbst ein kleiner Kreisel kann zum Hindernis werden, ebenso eine 90-Grad-Kurve in einer kleinen Straße. Ansonsten fährt der 4,4-Tonner, der auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter 414 CDI steht, sich vergleichsweise handlich. Die Federung ist grundsätzlich komfortabel und sanft eingestellt. Lediglich kurze Unebenheiten auf der Straße kommen straff in den Innenraum durch. 

Rundumsicht: Durch die riesige Frontscheibe ist die Sicht nach vorne (und zur Seite) exzellent. Auch die zwei großen Seitenspiegel, mit Tote-Winkel-Unterteilung, bieten gute Sicht nach hinten und ersetzen und den fehlenden Innenspiegel recht gut. 

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Innenausstattung mit viel Camping-Komfort

Die Innenausstattung bietet viel Komfort.

Innenraum: Hinter den beiden drehbaren Frontsitzen befindet sich die klassische L-Sitzgruppe – größer und bequemer als je zuvor, sagt Hymer. Die Kopfstützen können in einem Holzfach unter der Sitzgruppe verstaut werden. Überall gibt es Steckdosen und USB-Anschlüsse. Der ebene Laufboden zieht sich von vorne bis hinten vors Bett. Das Ambiente ist schick, die Qualität gut, alles ist perfekt durchdacht. Gegen Aufpreis kann die 65 Zentimeter breite Eingangstür mit Zuziehhilfe, RFID-Zugang und Zentralverriegelung versehen werden. Speziell die Zuziehhilfe ist empfehlenswert, da die Tür in unserem Test kräftig zugeschlagen werden musste, um sie abschließen zu können. Übrigens: Dort steigt auch der Beifahrer ein und aus, denn vorne rechts neben seinem Sitz gibt es ausnahmsweise keine Tür. 

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So sieht Glamping aus.

Küche: Hinter der Sitzgruppe befindet sich ein 3-Flamm-Kocher, der sich schnell und einfach anschalten lässt. Die ausziehbaren Apothekerschränke und Schubladen bieten enorm viel Platz. Der neue 153 Liter fassende Kühlschrank mit Doppelanschlag lässt sich in beide Richtungen öffnen - praktisch. Darüber gibt es ein Gefrierfach.

Raumgefühl: Die stattliche Breite des Fahrzeugs (2,35 Meter) zeigt sich schon auf den beiden Frontsitzen: Die Ellbogen können nicht auf dem Fensterrahmen abgelegt werden, weil die Türen seitlich zu weit entfernt sind. Aber: Es gibt freilich Armlehnen. Auch im Wohnbereich fühlt es sich luftig an, während es in der Dusche und im Bad schon beengt zugeht, speziell für größere Personen. Die Stehhöhe im Wohnbereich beträgt etwa 198 cm. Der Radstand stolze 4500 cm.

So viele Schlafplätze bietet das Luxus-Wohnmobil von Hymer

Das Camping-Mobil bietet wahre Luxusbetten.

Schlafplätze: Im Heck befand sich in unserem Testfahrzeug ein elektrisch höhenverstellbares Queensbett (200x156 cm). In den verschiedenen Grundrissen sind auch zwei Längseinzelbetten mit über zwei Metern Länge und 90 Zenteimetern Breite, die zur großen Liegefläche umgebaut werden können, bestellbar. Dann wird ein zusätzliches Bett-Teil zwischen die Einzelbetten gelegt. An den Seiten gibt es zwei beleuchtete Kleiderschränke mit Schubladen, sechs Staufächern und Kleiderstange. Das Hubbett vorne über den beiden Frontsitzen ist 199x145 cm groß und enthält serienmäßig eine Mehrzonenkomfortkaltschaummatratze mit Tellerfederrost. Optional sind anstelle eines Hubbetts auch Dachstauschränke erhältlich. Über beiden Betten befinden sich wieder Dachfenster, die geöffnet werden können – und wie alle Fenster einen Fliegen- und Sichtschutz enthalten.

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Bad mit Waschbecken und fester Toilette

Sogar die Dusche bietet viel Platz.

Bad/Toilette: Auch das 90 cm breite und 80 cm tiefe Bad mit Waschbecken und fester Toilette enthält ein eigenes Dachfenster. Der große Wandspiegel ist indirekt beleuchtet. Darunter gibt es drei Schubladen. Die separate Dusche mit verglasten Türen misst 73x77 cm und bietet eine Stehhöhe von 1,94 Meter. Praktisch: Die geöffnete Bad-Tür lässt sich auch an der gegenüber liegenden Dusche schließen. Dadurch ist der hintere Bereich mit Bett, Bad und Dusche vom vorderen Wohnbereich abgetrennt – wie in einem Zwei-Zimmer-Appartement. Das Bett im Heck kann zudem durch eine Plissee-Jalousie vom vorderen Bereich inklusive Bad blickdicht abgetrennt werden. 

Stauraum: Ok, ein Smart-Pkw passt nicht in die Heckgarage. Aber dank der Türen rechts und links gehen selbst großes Gepäckstücke wie Fahrräder hinein – insgesamt bis zu 450 Kilo. Erwachsenen-Fahrräder müssen allerdings etwas umgelegt werden, weil sie in der Höhe nicht ganz reinpassen. Das neue GFK-Heck ist deoppelschalig und hagelrestistent. In der Mitte des Wagens gibt es im Unterboden noch ein 36 cm hohes Durchladestaufach, das ebenfalls von beiden Seiten geöffnet werden kann - ideal für flachere Taschen, Schuhe oder Skier. Das Staufach ist auch aus dem Innenbereich durch mehrere Luken zu erreichen. 

Technik: Heizung, Wasser etc. werden über drei Bedienelemente über der Eingangstür bedient – und neuerdings auch über eine praktische Handy-App. Der Gasvorrat beträgt elf Kilo, der Frischwassertank fasst etwa 180 Liter, der Abwassertank 150 Liter. Während der Fahrt stehen etwa 20 Liter zur Verfügung. Eine Warmwasserheizung ist Serie. 

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So hoch ist der Verbrauch in der Stadt und auf der Autobahn

Motor: Zwei Mercedes-Diesel mit 143 und 170 PS stehen zur Wahl. Wir haben das stärkere Modell getestet (laut KFZ-Schein 130 KW, sprich 177 PS). Der Mercedes-Sprinter-Triebkopf kommt mit dem großen Gewicht des Hymer auch voll beladen gut zurecht. Der Anzug ist erstaunlich flott. Allerdings wird der Selbstzünder etwas laut, wenn er bei Beschleunigung oder an Steigungen zurückschaltet und hoch dreht. Im hohen Gang beim Cruisen gibt er sich sehr laufruhig und angenehm. Unser Verbrauch lag auf der Autobahn zwischen 10 und 13 Litern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 100 km/h. In der Stadt kann der Verbrauch freilich schnell Richtung 20 Liter hochschnellen.

Praktisch: In der Parkposition kann unter dem Fahrzeug eine hydraulische Hubstützenalage ausgefahren werden. Die Stelzen mit Tellern richten das Fahrzeug per eingebauter Wasserwaage automatisch waagerecht aus, damit man etwa im Bett nicht abschüssig liegt. Das System kann unter anderem auch als Wagenheber verwendet werden, etwa beim Reifenwechsel.

Sonderausstattung: Natürlich ist die Liste lang. Optional gibt es etwa einen 32-Zoll-Flachbildschirm (1890 Euro), der per Knopfdruck elektrisch aus der Rücklehne in der Sitzgruppe ausfährt, sowie im Schlafbereich einen zweiten LED-TV (1440 Euro) mit 22 Zoll. Vorne in der Cockpit-Mitte gibt es das von Mercedes bekannte MBUX Multimediasystem inklusive Rückfahrkamera und 10,25-Zoll-Touchscreen gegen 3750 Euro Aufpreis. Eine digitale Satellitenantenne kostet 3190 Euro. Natürlich kann man locker preislich weiter nach oben gehen. Etwa durch eine große seitliche Markise (1790 Euro), eine elektrische Trittstufe an der Fahrertür (450 Euro), einen elektrischen Rollladen als Nachtsichtschutz für die Frontscheibe (1595 Euro), eine Lederausstattung (2690 Euro), ein elektrisch absenkbares Hubbett (1495 Euro), eine zweite Aufbaubatterrie (95 Ah AGM) inklusive Zusatzlader 18 A (450 Euro) oder dritte Aufbaubatterie (150 Ah Lithium/2690 Euro), eine Solaranlage mit 2x90 Watt (1690 Euro), eine Dachklimaanlage (2290 Euro) oder Toilettenlüftung (295 Euro). Vieles ist möglich. Wenn das Portemonnaie es hergibt. Serie ist, dass der Hymer durch seine gute Dämmung und das Heizsystem Winterfestigkeit bietet - wenngleich es den Frontrriebler nicht als Allrader gibt.

Fazit: Durch ein derart langes Reisemobil geht freilich bei der Reise etwas Flexibilität verloren, weil man kleine Städtchen eher nicht durchfährt und auch schwerer einen passenden Parkplatz findet. Aber der großartige Wohnkomfort macht vieles wett und ist ein großes Plus. Und wem das Luxusgefährt immer noch zu kurz ist, der kann auf den noch größeren Bruder B-ML I 880 zurückgreifen. Länge: 8,99 Meter.

Hymer B-Klasse Masterline I 790 - Technische Daten

  • Motor und Getriebe:
    Vierzylinder-Diesel (Mercedes), Hubraum 2143 ccm, Leistung 177 PS bei 3800 U/Min, Abgasnorm Euro 6, max. Drehmoment 350 Nm bei 1400 bis 3400 U/Min, Frontantrieb.
  • Fahrleistungen:
    Spitze 142 km/h.
  • Kraftstoffverbrauch (Test):
    Ca. 15 l/100 km EU-Norm innerstädtisch, ca 12 l/100 km außerstädtisch, ca 13,5 l/100 km kombiniert; CO2-Emission 357 g/km.
  • Maße und Gewichte:
    Länge/Breite/Höhe: 7,89/2,35/2,96 Meter, Schlafplätze 4-5. Stehhöhe im Wohnbereich ca. 1,98 Meter. Leergewicht 4430 Kilo. Maximale Zuladung 950 Kilo.
  • Grundpreis:
    112.990 Euro.

joi

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Das gehört alles in die Camping-Küche

Draußen sitzen und gemeinsam essen: Damit das Spaß macht, sollten Camping-Urlauber sich gut ausrüsten. Foto: PRIMUS
Draußen sitzen und gemeinsam essen: Damit das Spaß macht, sollten Camping-Urlauber sich gut ausrüsten. Foto: PRIMUS © PRIMUS
Vielleicht nicht die komplizierten Gourmetgerichte einer Sterne-Küche, aber an sich lässt sich auch beim Campen alles zubereiten. Man muss nur gut ausgerüstet sein, hier von Primus. Foto: PRIMUS
Vielleicht nicht die komplizierten Gourmetgerichte einer Sterne-Küche, aber an sich lässt sich auch beim Campen alles zubereiten. Man muss nur gut ausgerüstet sein, hier von Primus. Foto: PRIMUS © PRIMUS
Wer etwas mehr Platz hat, kann einen Eimergrill verwenden - dann gibts auch am Strand leckere Steaks. Foto: Florian Schuh
Wer etwas mehr Platz hat, kann einen Eimergrill verwenden - dann gibts auch am Strand leckere Steaks. Foto: Florian Schuh © Florian Schuh
Was viele Camper gerne vergessen: Eine kleine Tube Universalseife. Mit ihr lassen sich die fettigen Teller gut spülen - aber notfalls auch die Haare waschen. Foto: Tobias Hase
Was viele Camper gerne vergessen: Eine kleine Tube Universalseife. Mit ihr lassen sich die fettigen Teller gut spülen - aber notfalls auch die Haare waschen. Foto: Tobias Hase © Tobias Hase
Viktoria Groß ist Sprecherin des Deutschen Camping-Clubs (DCC) in München. Foto: DCC
Viktoria Groß ist Sprecherin des Deutschen Camping-Clubs (DCC) in München. Foto: DCC © DCC
Ganz wichtig: Der Campingkocher und Grill brauchen vielerorts einen Windschutz. Foto: PRIMUS
Ganz wichtig: Der Campingkocher und Grill brauchen vielerorts einen Windschutz. Foto: PRIMUS © PRIMUS

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