Ein Herz für Hinterbänkler

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Mt dem E-Klasse-Cabrio von Mercedes-Benz ins Frühjahr

Der Frühling ist da, die Cabriolet-Saison hat begonnen. Für alle, die nicht von Heuschnupfen geplagt sind und ein offenes Gefährt ihr eigen nennen können...

Mercedes-Benz E 350 CGI Cabriolet Blue Efficiency

Leistung: 215 kW/292 PS

0-100 km/h: 6,8 s

Spitze: 250 km/h

Verbrauch: 9,0 l/100 km

CO2-Emission: 208 g/km

Preis: ab 57.566 Euro

ist das die schönste Zeit des Jahres. Stilvoll promeniert man im Cabriolet der E-Klasse, das seit vergangenem Frühjahr die Mercedes-Benz-Palette bereichert. Der Viersitzer firmiert als Vertreter der gehobenen Baureihe, obwohl es sich eigentlich um eine Weiterentwicklung in den Dimensionen des vorhergehenden CLK-Cabrios handelt. Erbsenzählereien sind jedoch schnell vergessen, hat man hinter dem Steuer Platz genommen. Denn das Cabriolet ist mindestens so gediegen wie sein Limousinen-Namensvetter. Edles Leder, hochwertige Dekorteile, griffsympathische Oberflächen und eine handwerklich solide Verarbeitung dieser geschmackvoll abgestimmten Mischung behagen. Da wirkt manches Detail etwas verspielt, vielleicht auch altbacken, an der Funktionalität gibt es aber nicht das Geringste auszusetzen. Hohen Erwartungen wird der Sitzkomfort in erster Reihe mühelos gerecht. Große Verstellradien, gute Seitenführung und optimale Proportionen der bequemen Polster sind beste Voraussetzungen für ermüdungsfreies Reisen. Eine leistungsfähige Klimatisierung, Sitzheizung und das aus dem SLK-Roadster bekannte AirScarf-Gebläse, dessen wärmender Luftstrom sich wie ein Schal um den Nacken legt, erlauben Ausfahrten bei einstelligen Temperaturwerten.

Das Mercedes-Benz E Klasse Cabrio

Das neue Mercedes-Benz E-Klasse Cabrio

Die Wirkung des neu entwickelte AirCap, ein aus dem oberen Windschutzscheibenrahmen ausfahrbarer Spoiler, ist auf den vorderen Plätzen nur bedingt zu spüren. Stärker macht sich die Anhebung des Luftstroms auf den hinteren, sehr beengten Plätzen bemerkbar, bei offenen Ausfahrten meist die Arme-Sünder-Bank. Es herrscht bei stürmischer Fahrt zwar nicht gerade Flaute, aber immerhin greift der Wind nicht ganz so brutal nach den teuren Frisuren – und Kommunikation funktioniert hier ganz ohne Geschrei. Den Sturm im Fond beruhigt ein kleines Windschott zwischen den Kopfstützen.

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Falls Regen aufziehen sollte: Das Dach schließt innerhalb von 20 Sekunden und bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Dann wähnt man sich fast in einer Limousine. Nicht nur, weil der Geräuschpegel bei hohem Tempo noch erfreulich niedrig bleibt, sondern weil es gelungen ist, dank relativ großer Fensterflächen für gute Sichtverhältnisse zu sorgen. So lässt sich der immerhin 4,7 Meter lange Benz sicher im Stadtverkehr bewegen. Bei geschlossener Haube fasst der Kofferraum mit serienmäßiger Durchlade 390 Liter, bei offenem Dach 300 Liter. Geschützt wird das Verdeck von einem schwenkbaren Rollo.

Cruisen ist im heckgetriebenen Sternenträger eine Wonne. Abrollkomfort und Fahrwerksauslegung erfüllen höchste Ansprüche, ohne unsportlich zu wirken. Der V-Sechszylinder-Benziner ist ein höchst kultivierter Leisetreter, der dank fleißig schaltender Siebengang-Automatik in jeder Lebenslage ausreichend Drehmoment vorhält, um die Schwaben-Sänfte auf Autobahn und Landstraßen gleichermaßen souverän wie agil ihre Bahn ziehen zu lassen. Zehn Liter Testverbrauch sind da noch zu verschmerzen, zumal nur etwa zehn Prozent über dem Prüfstandswert.

In Sachen Sicherheit ist das Cabriolet ganz E-Klasse: Sieben Airbags, darunter Kopf-Airbags in den Türen und ein Airbag für das Fahrerknie, Überrollbügel in den hinteren Kopfstützen sowie elektronische Helfer wie Aufmerksamkeitsassistent, Abstandsregeltempomat und präventiver Insassenschutz PreSafe sind an Bord, teilweise gegen üppigen Aufpreis. Die Preisgestaltung ist natürlich mehr als sportlich. Aber ein billiges Vergnügen will das E-Klasse-Cabriolet sowieso nicht sein.

CARSTEN MÜLLER

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