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Bike-Check

Multitalent oder Kompromiss? Unterwegs mit dem Trekkingrad

Norite Dry 4
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Das Norite Dry 4 der Hartje-Marke Kayza ist ein typisches Trekkingbike mit Vollausstattung gemäß Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

Sie sind die beliebteste Gattung: Vollausgestattete Fahrräder mit Licht, Schutzblechen, Gepäckträger und vielen Gängen. Gründe dafür: Trekkingräder sind Pragmatiker - und preisgünstig zu bekommen.

Berlin - Oft bestimmt die Perspektive die Haltung: Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Aufs Trekkingrad übersetzt, lässt sich fragen: ein Multitalent oder doch nur Kompromisslösung?

Wer ein reines Sportgerät sucht, wird mit einem Rennrad oder einem Mountainbike besser beraten sein. Doch im Alltag warten auch weniger schweißtreibende Szenarien: der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder auch mal ein entspannter Ausflug ins Grüne.

Hier setzen Trekkingräder an: „Keine Gattung hat ein ähnlich breites Einsatzspektrum“, schreibt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) online. Typisch ist die Vollausstattung: Trekkingräder werden von den Herstellern mit Lichtanlage, Schutzblechen und Gepäckträger bestückt. So genügen sie anders als viele Sportfahrräder auch den gesetzlichen Anforderungen an ein verkehrssicheres Fahrrad und sind zudem für Gepäck ausgelegt.

Und sie verkaufen sich gut: Obwohl die Absatzzahlen normaler, nicht elektrifizierter Fahrräder rückläufig sind, lag der Verkaufsanteil von Trekkingrädern 2020 am Gesamtmarkt laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) mit einem Viertel so hoch wie bei keiner anderen Einzelgattung.

Auch große Hersteller von Kalkhoff über Cube bis Winora haben sie im Programm. Wir sind unterwegs mit dem Modell Norite Dry 4 der zum Großhändler Hartje gehörenden, eher unbekannten Marke Kayza.

  • Der Einsatzzweck: Ob über glatten Asphalt oder auch mal Feldwege und Schotterpisten - der Hersteller gibt das Bike als Begleiter für „alle Alltagswege“, aber auch die „flotte Feierabendrunde“ aus.
  • Die Technik: Trekkingbikes gibt es mit Nabenschaltungen, meist aber werden Kettenschaltungen montiert. Dank größerer Übersetzungsbandbreite erweitern sie das platte Land als Einsatzspektrum um hügelige Gegenden. Am Norite so geschehen mittels einer an sportlichen Fahrrädern nur noch selten gesehenen Dreifach-Schaltung: Die Shimano Acera mit Dreifach-Kettenblatt und Acht-Ritzel-Kassette wurde einst als Mountainbike-Schaltung für Einsteiger entwickelt.

Zur Acera-Gruppe zählen hydraulische Scheibenbremsen mit je 160 Millimeter breiten Discs. Markantes Bauteil, an Trekkingrädern oft verbaut, ist die Federgabel. Sie kommt von der Marke Suntour und lässt sich über eine Stahlfeder einstellen. Kayza verspricht etwas stereotyp: 63 Millimeter würden zum „Glattbügeln von Bodenunebenheiten und Kopfsteinpflaster“ genügen.

  • Der Fahreindruck: Mit dem Glattbügeln ist das so eine Sache: Zwar fängt die Gabel Erschütterungen in befriedigendem Maße ab, doch beim Ausfedern agiert die Gabel unsensibel. Fährt man in Schlaglöcher hinein oder Bordsteine hinunter, schießt das Tauchrohr ruppig bis zum Anschlag spür- und hörbar raus. Beim Auto würde man sagen: rumpeliges Fahrwerk. Dass die eintauchende Gabel auch Bremsenergie absorbiert, macht immerhin Überschläge weniger wahrscheinlich.

Alles in allem scheint das im Einkauf rund 100 Euro und 2,3 Kilo schwere Federelement am Norite 4 verzichtbar - mit Starrgabel und leicht gesenktem Luftdruck wäre der Fahrkomfort wohl vergleichbar und das gesamte Fahrrad etwas leichter. Aber Gewichtsprobleme hat das Trekkingbike auch so kaum. Mit 16,8 Kilo lässt es sich ohne große Mühe in den Fahrradkeller hinab- oder Treppen zum Bahnsteig hinauftragen. Allein etwas sperrig ist das recht lange Modell.

Doch der große Radstand von knapp 1,12 Meter trägt wie die 28-Zoll-Alu-Räder zum ruhigen Fahrverhalten bei. Der Geradeauslauf ist prima, das Lenkgefühl zugleich ausreichend direkt - man fühlt sich gewappnet für den manchmal hektischen Stadtverkehr.

Die Sitzposition ist leicht gebückt. So lässt es sich für etwas schnellere Abschnitte besser in die Pedale treten als zum Beispiel auf einem Hollandrad. Auch auf Feld- und Waldwegen fühlt man sich im Sattel des Kayza-Trekkingbikes nicht deplatziert - wenn man sich am erwähnten Manko der Federgabel nicht stört.

Die Stromversorgung für die Beleuchtung übernimmt ein leichtlaufender Nabendynamo von Shimano, der den Rollwiderstand kaum spürbar erhöht.

Mit Bodenwellen und weniger starken Unebenheiten kommen auch die 40 Millimeter breiten Reifen vom Hersteller Kenda gut zurecht - nur zu wurzelig darf es nicht werden. Mountainbike-Niveau darf man selbstredend nicht erwarten. Auf losem Grund erhöht leichtes Seitenprofil den Halt, während die glatteren Laufflächen den Rollwiderstand auf Asphalt und Co. geringhalten.

Die Kenda-Reifen sind für mehr Grip auf loserem Grund seitlich profiliert, die Laufflächen dagegen glatter, um auf glattem Grund den Rollwiderstand niedrig zu halten.

Vor allem aber wer über mehr als nur eine Radtour am Wochenende nachdenkt und eine Radreise mit mehr Gepäck vorhat, sollte das maximale Gesamtgewicht von Fahrzeug, Fahrer und Ladung im Blick haben. Für 130 Kilo Gesamtgewicht ist das Trekkingbike ausgelegt.

  • Ausstattung, Zubehör, Peripherie: Schon die einfache Konstruktion und Traglast des hinteren Gepäckträgers von 25 Kilo zeigen an: Ein Reiserad ist das Norite Dry 4 nicht. In Kombination mit Fahrradtaschen aber ein williger Packesel beim Lebensmitteleinkauf: Hinten voll beladen ist das Fahrverhalten zwar erwartbar hecklastig, doch immer noch vergleichsweise stabil.

Alltag schlägt Spezialeinsatz könnte man zusammenfassen. Und damit erfüllt das Bike die Erwartungen, die ein Trekkingrad weckt. Neben den notwendigen Reflektoren und der Klingel macht die Beleuchtung das Fahrrad verkehrstauglich im Sinne der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO).

Und das dank leichtlaufendem Shimano-Nabendynamo auf bequeme Weise: Das Licht ist immer einsatzbereit und nicht abhängig vom Ladezustand irgendwelcher Akkus. Der Frontscheinwerfer hat eine Einschalt-Automatik.

  • Der Preis: Das Kayza-Bike bleibt mit 759,95 Euro deutlich unter 1000 Euro - erfuhr wegen der in der Coronakrise gestiegenen Rohstoff- und Frachtkosten jedoch einen saftigen Preisanstieg von 130 Euro gegenüber dem 2021er-Vorgängermodell.

Erhältlich ist das Norite Dry 4 in vier Rahmenhöhen (48 cm, 52 cm, 56 cm, 60 cm). Mit dem Niti Dry 4 hat Kayza auch ein vergleichbares Modell mit Trapezrahmen im Programm (ebenfalls 759,95 Euro). Das

  • Fazit: Mit dem Kayza Norite Dry 4 bekommt der Kunde viel Fahrrad fürs Geld, das angesichts des großen Einsatzspektrums auch gut angelegt ist. Dass der Rotstift angesetzt wurde, zeigen die Komponenten aus dem Einsteigersegment.

Doch auf unseren Alltagsfahrten über zwei Monate und mehrere Hundert Kilometer stellte sich bis auf die schnell rostende Kette kein augenfälliger Verschleiß ein. Die Dauerhaltbarkeit von Rahmen und Komponenten müsste aber ein Langzeittest belegen, der mutmaßlich Unterschiede zu teureren Trekking-Bikes aufzeigen würde. Immerhin: Auf den Rahmen gewährt Kayza fünf Jahre Garantie. dpa

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