Vulgäre Geste

Polizist reduziert Strafe, Frau bedankt sich mit Stinkefinger und kommt am Ende straffrei davon

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In Deutschland sollte man den Stinkefinger lieber nicht zeigen.
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Der Mittelfinger ist im Straßenverkehr schnell gezeigt, wird aber richtig teuer – zumindest in Deutschland. In anderen Ländern kommen Autofahrer dafür straffrei davon.

Deutsche Autofahrer sollten ihren Unmut über einen Strafzettel besser im Privaten äußern, ansonsten wird es richtig teuer. Wer zum Beispiel einem Polizisten den ausgestreckten Mittelfinger – auch als Stinkefinger bekannt – zeigt, kann je nach Verdienst mit einer Geldbuße von bis zu 4.000 Euro bestraft werden.

Polizist reduziert Strafe, Frau bedankt sich mit Stinkefinger

Damit gehört die vulgäre Geste zu einer der teuersten Beleidigungen im deutschen Straßenverkehr. In den USA hingegen gehört der Stinkefinger zur freien Meinungsäußerung. Das hat das United States Court of Appeals for the Sixth Circuit Mitte März entschieden, wie das Nachrichtenportal New York Times berichtet.

Das Berufungsgericht verhandelte einen Fall, der sich bereits im Juni 2017 zugetragen hatte. Damals stoppte ein Polizist im US-Bundesstaat Michigan eine Frau wegen überhöhter Geschwindigkeit. Allerdings habe sich der Beamte gnädig gezeigt und ihr einen Strafzettel wegen eines weniger schwerwiegenden Vergehens ausgestellt – der auch entsprechend günstiger war.

Damit immer noch unzufrieden, sei die Frau losgefahren und habe dem Polizisten den Stinkefinger gezeigt oder wie es in der Stellungnahme hieß: "scheinbar undankbar für die Reduzierung der Strafe, machte sie eine allzu vertraute Geste mit der Hand, ohne dass vier ihrer Finger zu sehen waren."

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US-Gericht urteilt: Stinkefinger ist Meinungsäußerung

Anschließend stoppte der Beamte die Frau wieder und gab ihr doch einen Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens. Das hätte der Polizist laut Gericht nicht machen dürfen, da die Geste nicht ausgereicht habe, um ein nochmaliges Anhalten zu rechtfertigen.

Die Frau verklagte zudem den Polizisten wegen Verletzung ihrer Meinungsfreiheit, unbegründeter Festnahme und Einschränkung ihrer Freiheit. Das Gericht gab der Frau recht, dass der gezeigte Mittelfinger von der US-Verfassung als freie Meinungsäußerung geschützt sei.

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anb

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