Renault E-Auto

Zoe & das große Zittern

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Tester Oliver Menner fand den Zoe ziemlich toll, bis der Akku neuen Saft wollte.

Wenn Renault für seinen neuen Zoe jetzt schon einen Schuko-Stecker zum Laden an jeder x-beliebigen Dose mitliefern würde (soll im Januar 2014 nachgerüstet werden).

Wenn das städtische E-Tankstellennetz in München öffentliche Schnellladestationen böte und private Anbieter nicht ihre Stationen dichtgemacht hätten. Wenn die Angaben zu E-Tanksäulen, die man in Internet-Portalen findet, auf dem neuesten Stand wären. Wenn … ja, dann wäre der Renault Zoe ein schöne Alternative zum normalen Automobil.

Das Cockpit fand unser Tester angenehm bodenständig.

Denn, um es deutlich zu sagen: Das Auto selbst ist ein richtig feines Elektromobil. Der Zoe bietet eine sportive Beschleunigung (etwa dreineinhalb Sekunden auf 50 km/h), Platz für fünf schlanke Leute (wir sind im Kleinwagen-Segment) und passablen Kofferrauminhalt (474 Kilo). Das Cockpit erinnert weniger ans Raumschiff-Enterprise-Ambiente anderer E-Mobile und gibt sich bodenständig, dazu Klimaautomatik, ein Touchscreen-Display mit Radio, Verbrauchsanzeige und Akku-Ladestand. Passt alles.

Renault Zoe

Motor: Drehstrom-Synchron- Elektromotor
Leistung: 88 PS
Drehmoment: 220 Nm bei 250 U/min
Höchstgeschw.: 135 km/h
0 auf 100 km/h: 12,6 Sek.
Kofferraumvolumen: 338–1225 l
Akku-Kapazität: 22 kWh
Reichweite: 184 km
(90 Prozent Stadt, Hersteller)
Basispreis: 21.700 Euro

Der 43-kW-Elektromotor sorgt mit 220 Nm Drehmoment für guten Vortrieb, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 130 km/h. Die maximale Reichweite von 200 Kilometern ist ein echter Fortschritt. Zum Vergleich: Nissans Leaf bietet 145, Mitsubishi i-MiEV gar nur 107 Kilometer. Im Test kam ich auf meiner Pendlerstrecke von knappen 50 Kilometern auf nicht wesentlich mehr verbrauchte Stromkilometer. Im reinen Citydauertest – dem Wunschszenario der Elektromobilszene – sollte man den Akku bis zum Dosenstopp auf knappe 200 Kilometer ausreizen können. Allerdings nur, wenn man sich selbst und die Batterie dementsprechend konditioniert. Die merkt sich nämlich die Fahrweise. Gibt mir sozusagen immer genau so viel Reichweite, wie ich verdiene. Also heißt es: Fuß runter vom Strom. Wir wollen ja ökologisch und sparsam unterwegs sein. Deswegen – vor allem auf der Autobahn – lieber im Eco-Modus. Das spart Akku.

Nur 474 Kilo dürfen zugeladen werden – inklusive Passagiere.

Nach einigen Versuchen bin ich in der Lage, meine Gesamt­reichweite um täglich acht Kilometer zu steigern. Persönlicher Rekord aus 14 Tagen: 154 Kilometer Reichweite. Bei meinem Streckenprofil (ein Viertel Stadt, drei Viertel Autobahn und Landstraße) bleiben die vollen 200 km auf dem Display allerdings für immer ein Ding der Unmöglichkeit. Insgesamt zeigt sich das Auto recht agil, wendig und liegt gut auf der Straße. Fazit: echt okay.

Elektro kommt mit dem Zoe auch preislich allmählich in Reichweite: Der Kleine kostet ab 21.700 Euro, die Lithium-Akkus allerdings noch mal 79 Euro Leasing im Monat. Besonders erfreulich ist, dass die Wallbox zum Laden daheim im Zoe-Preis bereits enthalten ist! In der schnellsten Ladegeschwindigkeiten kriegt man den Akku damit in 30 Minuten zu rund 80 Prozent voll.

Zurück zu den eingangs erwähnten Wenn-Danns. Wenn man die Lade-Wallbox daheim hat, wenn man überwiegend in der City unterwegs ist und außerhalb gern rechts fährt. Wenn man Zeit mitbringt (beim Suchen und Betanken abseits der Heimstrecke). Wenn man sich damit abfindet, dass der Steckdosenstrom noch lange nicht komplett regenerativ-ökologisch sein kann, dann ist der Renault Zoe eine gute Wahl unter den reinen Stromern.

Oliver Menner

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