Das Autojahr 2016

Diese SUV & Crossover haben wir für Sie getestet!

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Im Mercedes GLE bleibt man vor allem eines – entspannt.

Das Autojahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen und die Hersteller gaben einmal mehr richtig Gas. Damit Sie nicht den Überblick verlieren und erste Eindrücke von den Neuen gewinnen, haben wir uns auch heuer wieder hinter etliche Lenkräder gesetzt und geschaut: Lohnt sich ein zweiter Blick? 

Wie ist es um das Platzangebot, den Nutzfaktor und den Verbrauch bestellt? An dieser Stelle haben wir noch einmal sechs Fahrzeuge aus dem immer noch boomenden Segment der SUV und Crossover aller Preisklassen kurz und knapp zusammengefasst. Sechs Autoren und ihre Alltagseindrücke:

Mercedes GLE 250

Aussehen: Wo man früher mit einem Mercedes ML als Großstadt-Cowboy die Blicke auf sich zog, ist man heute mit dem Nachfolger GLE unauffällig unterwegs. Das Auto ist riesig (4,81 Meter lang, 1,93 Meter breit, 1,80 Meter hoch), aber gefällig und zurückhaltend designt.

  • Fahrleistungen: Der 250d reicht locker für alles, was man im normalen Leben braucht. Sein Vierzylinder-Diesel leistet 204 PS und bringt 480 Nm bei 1600 Umdrehungen auf die Kurbelwelle. In 8,6 Sekunden beschleunigt er von null auf 100 km/h, Schluss ist bei 210 km/h. Auf der Landstraße und der Autobahn fährt sich der Mercedes, als sei er viel kleiner. Kurven nimmt man exakt, Gas und Bremse sprechen sofort an und sind gut dosiert.
  • Preis: Los geht’s bei gut 54.000 Euro. Die Aufpreisliste ist lang – sie reicht von der Kofferraumabdeckung für 71,40 Euro über den beheizten Becherhalter für 249,90 Euro bis zu Ledersitzen für 2558,50 Euro. Richtig gut ist die 360-Grad-Kamera, die mittels Draufsicht auf den Bildschirm das Einparken erleichtert. Gehört zum Park-Paket für 1654,10 Euro.
  • Verbrauch: Laut Hersteller rund 5,6 Liter auf 100 Kilometer, das ergibt einen CO2-Ausstoß von 146 g/km. Im Test kamen wir auf rund 7 Liter pro 100 Kilometer, das wären rund 180 g/km CO2.
  • Für wen ist er geeignet? Der GLE ist kein Auto für die Stadt, nix für enge Straßen oder Parkhäuser. Wer lange Strecken fährt (mit mehreren Leuten und/oder viel Ladung), wird Komfort und Platz zu schätzen wissen.

Fazit: Nur ein Wort – entspannt.

Der neue Mercedes GLE 

Uli Heichele

Hyundai Grand Santa Fé

Macht auf das Tor: Der große Hyundai mit seinem immensen Stauraum ist vor allem für Familien geeignet.

Aussehen: Er würde wohl – wie sein Name Santa Fé vermuten lässt –, ganz gut zu den staubigen Straßen und in die Weite des Wilden Westens passen. Die 4,90 Meter Länge des SUV von Hyundai beginnen vorn in einem großen, sechseckigen Kühlergrill – ein Hingucker! Auch sonst ist der Santa Fé harmonisch gestaltet, er wirkt nicht allzu wuchtig.

  • Fahrleistungen: 200 PS bei einem Drehmoment von 3800 Nm, null auf 100 km/h in 9,9 Sekunden sind die nackten Zahlen. In Gefühlen ausgedrückt: Es geht ausreichend flott dahin, angemessen ist aber ein eher ruhiger Fahrstil, der Zeit für ein paar Blicke in die Umgebung erlaubt. Der 2,2-Liter-Diesel mit Vierradantrieb beschleunigt den mit bis zu sieben Insassen besetzten Wagen auf maximal 201 km/h.
  • Preis: Die Basis-Version liegt bei 47.800 Euro und hat schon eine sehr ordentliche Ausstattung. Für die Premiumversion muss man 52 200 Euro hinlegen und bekommt dann ein paar nette Extras wie eine sich berührungslos öffnende Heckklappe, Sonnenrollos und Ähnliches.
  • Verbrauch: Der Hersteller wirbt mit 7,0 Litern Verbrauch und 184 g/km CO2-Emission. Wir kamen im Test auf akzeptable 8,9 Liter Diesel.
  • Für wen ist er geeignet? Das Kofferraumvolumen von 634 bis 1842 Liter und der optionale siebte Sitz verraten es: Der Grand Santa Fé ist was für Familien und Menschen, die gerne mal mit dem Auto auch weiter verreisen. Er fühlt sich auf dem Lande wohl, in der Stadt gibt’s gelegentlich Platzprobleme.

Fazit: Vergleichsweise fairer Preis, dafür weniger Glamour als Volvo, BMW oder Mercedes – der Hyundai ist dennoch ein verlässlicher und schicker Partner.
Klaus Heydenreich

Ssangyong XLV

Unser Autor fand viel Gutes in dem schlichten Südkoreaner.

Aussehen: Ein wenig stutzen muss man schon. Von außen präsentiert sich der Ssang­yong XLV gewöhnungsbedürftig, Oder sagen wir lieber: beliebig. Vorne glatt und rund. Hinten flach und fad. Schade, aber der XLV ist nur die um 24 Zentimeter auf 4,44 Meter in die Länge gezogene Line Extension des südkoreanischen Erfolgsmodells „Tivoli“. Drinnen: viel Plastik, aber dafür funktional. Überraschung hinten: Der Kofferraum ist erstaunlich groß! 720 Liter – ein dickes Plus!

  • Fahrleistungen: Die Überraschungen gehen weiter: Der 1,6 Liter-Benziner zeigt sich als zwar einfaches, aber richtig zugkräftiges Aggregat (128 PS, Drehmoment von 300 Nm), Straßenlage astrein. Alles rustikal, aber durchaus gut!
  • Preis: Die billigste Variante des Ssangyong XLV startet bei 16.990 Euro. Ab 19.490 Euro gibt es den Dieselmotor mit 115 PS, für 4000 Euro mehr auch Allrad- statt ausschließlichem Frontantrieb. Mit 2000 Euro extra schlägt die sechsstufige Automatik (simpel, aber gutmütig und effektiv) zu Buche.
  • Verbrauch: 4,7 bis 7,9 Liter auf 100 km kombiniert. Im Stadtverkehr: bis zu elf Liter. Autobahn: bis 6,2 Liter. Die CO2-Werte bewegen sich entsprechend von 154 bis 156 g/km.
  • Für wen geeignet? Schlicht und ohne viel Schnickschnack kann der Ssangyong XLV junge Familien und Single-Kunden durchaus für sich gewinnen.

    Fazit: Der Ssangyong XLV fährt gut, er ist leicht zu händeln – und er ist günstig! Natürlich muss man bei der Ausstattung ein Auge zudrücken: „eXciting smart Livestyle“ (was der Name XLV eigentlich bedeuten soll) bekommt man eher nicht. Insgesamt zeigte sich der SUV aber als erstaunlich gefälliges, gutgängiges und intuitiv bedienbares SUV. Daumen hoch!
    Oliver Menner

Hyundai i20 Active

Hyundai i20 Active: Eigentlich will der i20 ein Kleiner sein. Dabei kratzt er schon am Kompaktsegment.

Aussehen: Für einen Kleinwagen kommt der Hyundai i20 Active mit seinem Offroad-Auftritt und fünf Türen ganz schön groß daher. Mit 4,07 Metern ist der Crossover gut 30 Zentimeter länger als der Golf I, den noch kaum jemand als Kleinwagen bezeichnet hat. Der Innenraum ist entsprechend geräumig, der Kofferraum hat mit 326 Litern dann wieder eher Kleinwagenformat.

  • Fahrleistungen: Unser Testwagen hatte mit 100 PS die kleinere Motorisierungsoption. Der Dreizylinder-Benzinspritzer hat dank 1000 cm3 Hubraum ein erstaunliches Drehmoment (max. 172 Nm) und bringt die 1160 Kilo in 10,9 Sekunden auf 100 km/h. Schluss ist bei 176 km/h. Gegen Mehrpreis erhältlich sind ein Dreizylinder-Benziner mit 120 PS sowie ein 1,4-Liter Diesel (90 PS).
  • Preis: Los geht es bei 17.100 Euro in der „Classic“-Ausstattung mit Klimaanlage, Radio, elekt. Fensterhebern vorn und Zentralverriegelung. Unser Testwagen in der Ausstattung „Trend“ für 18.900 Euro enthielt zusätzliche Schmankerl wie Alufelgen und Sitzheizung und als Extra ein Navi und eine Rückfahrkamera – Aufpreis 1200 Euro.
  • Verbrauch: Laut Hersteller braucht der i20 kombiniert 4,8 Liter auf 100 Kilometer, was einen CO2-Ausstoß von 110 g/km verursacht. Sanft gefahren, ist dieses Ziel haltbar.
  • Für wen geeignet? Für junge Fahrer, die ein flexibles Auto wünschen, mit dem man auch mal zu fünft und auf der Autobahn gut unterwegs sein kann.
    Fazit: Eher ein Kompakt-SUV als ein Kleinwagen.
    Jossi Loibl

Land Rover Discovery Sport 

Land Rover Discovery Sport: Ein Kumpel fürs Gelände – und durchaus auch für die Stadt.

Aussehen: Der „Disco“ ist zwar nicht ganz so cool wie sein kleinerer Bruder, der Evoque, aber für einen SUV mit echten Offroad-Qualitäten schon ziemlich lässig.

  • Fahrleistungen: Der getestete Vierzylinder-Diesel mit 180 PS und einem Drehmoment von 430 Nm spurtet in 8,9 Sekunden (mit dem Automatikgetriebe) von null auf Tempo 100, der Turbo macht anständig Druck.
  • Preis: Der kleinste Diesel mit 150 PS startet bei 33.250 Euro, der einzige Benziner (240 PS, Automatik) ab 45.000 Euro.
  • Verbrauch: Beim Testen konnten wir mit dem 180-PS-Aggregat die angegebenen 5,3 Liter nicht erreichen, wir lagen aber im ordentlichen Bereich von knapp sieben Litern.
  • Für wen ist er geeignet? Für den kleinen Landlord, den Jäger aus der Kurpfalz, für Stadtindianer und Leute, die gerne eine rollende Disco haben wollen, denn das Platzangebot ist üppig, ebenso das Kofferraumvolumen mit einem Fassungsvermögen von knapp 1700 Litern.
    Fazit: Der Di sco ist ein echter Land Rover, ein Kumpel fürs Gelände und ein Smartie für die Stadt.

Der neue Range Rover Discovery Sport

RDF

Suzuki Vitara S

Hatte Spaß im sportlichen Allrader: unser Autor.

Aussehen: Da guckt man gerne hin! Markante Front dank großem Grill, hinten weit nach oben gezogene Heckschürze. Auffällig gefällig ist die Bicolor-Optik. Länge: 4,19 Meter, Höhe: 1,60 Meter, Breite: 1,78 Meter. Gutes Gewicht für diese Klasse von nur 1730 Kilogramm. Drinnen geht’s bescheiden zu: Gut, weil das aufgeräumte Cockpit gefällt, die Seitenverkleidung wirkt hingegen billig.

  • Fahrleistungen: Unser 140-PS-Benziner mit 5500 U/min und fast 1400 cm3 Hubraum überzeugt auf ganzer Linie.Sprint von null auf 100 km/h in 10,2 Sekunden, die Spitze ist bei 200 km/h erreicht.Der Motor zieht schnell an, die Schaltung ist leichtgängig, die Lenkung genau.
  • Preis: Unser Vitara S 1.4 Boosterjet Allgrip kostet ab 26.790 Euro, mit Automatik 28.290 Euro. Grundsätzlich startet die Vitara-Familie bei 17.990 Euro.
  • Verbrauch: Laut Hersteller 5,4 Liter auf 100 Kilometer mit CO2-Ausstoß von 127 g/km. Im Test durchschnittlich 6,7 Liter kombiniert und damit Emissionen von 182 g/km.
  • Für wen geeignet? Als Allradspezialisten empfehlen sich die Suzukis stets für Menschen, die auf dem Land, am Berg oder im Forst zu tun haben. Stadtverkehr ist nicht unbedingt seins. Am Komfort erhöhter Sitze erfreuen sich auch ältere Fahrer. Ansonsten sind Platz und Stauraum sicher Argumente für Familien.
    Fazit: Beim Suzuki Vitara, den es seit 1988 in Deutschland gibt, ist es wie mit Männern in den besten Jahren – sie werden immer interessanter. Die Japaner spielen beim S auch noch ihre sportliche Note aus – gut so! Denn dieser Suzuki bereitet richtig Freude. Hans Moritz

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