Massenproduktion geplant

Tesla Model 3: Wird Elon Musk damit scheitern?

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Wird er sich im Massenmarkt durchsetzen oder nicht? Die Meinungen gehen auseinander.

Teslas große Hoffnung ist das Model 3. Es wird gehypt, bald soll die Produktion starten. Doch ist es konkurrenzfähig? Ein Experte verrät seine Sicht der Dinge.

Mit dem abgespeckten Mittelklassewagen Model 3 will Tesla massentauglich werden. Im Gegensatz zu vorherigen Modellen scheint der E-Auto-Hersteller aus Palo Alto bei dem mit 35.000 Dollar günstigeren Wagen nun im Zeitplan zu liegen. Elon Musk selbst verkündete jüngst auf Twitter, dass das Fahrzeug alle gesetzlichen Voraussetzungen für die Produktion zwei Wochen vor dem Zeitplan erfüllt habe.

Diesen Freitag soll also voraussichtlich die Serienproduktion starten. Die Meinungen dazu sind wie immer gespalten. Die einen geben sich positiv und meinen, der Wagen könnte sich tatsächlich auf dem Massenmarkt durchsetzen. Andere, kritischere Stimmen hingegen glauben, Tesla könne gerade an dieser Massenstrategie scheitern. Es stellt sich also die Frage, ob der Wagen wirklich ein Erfolg wird oder eher nicht?

Model 3 von Tesla: Mögliche Probleme

Gegenüber dem Online-Portal Business Insider ist der Automobilexperte Guido Reinking - ehemaliger Chefredakteur der Automobilwoche - um eine differenzierte Einschätzung bemüht: "Zunächst mal ist das Model 3 für Tesla wichtig, weil es das Volumen steigert. Aus rein ökonomischen Gesichtspunkten stelle ich mir aber die Frage: Wenn das Unternehmen mit den großen, teuren Autos kein Geld verdient, wie soll das mit dem kleinen, günstigen gelingen?" Auch wenn Tesla die anvisierte Verkaufszahl von 100.000 Stück schaffe, reiche das vom Volumen her bei Weitem nicht aus.

Apropos Verkaufszahlen. Tesla-Chef Musk rechnet mit 20.000 Autos pro Monat im Dezember diesen Jahres:

Abgesehen von den Verkaufszahlen sieht Reinking jedoch ein besonderes Problem für Tesla: "Bislang waren die Tesla-Modelle konkurrenzlos: Weder das Model S, noch das Model X hatten einen ebenbürtigen Rivalen. Doch jetzt stößt Tesla in ein Preissegment vor, in dem es bereits eine breite Konkurrenzsituation gibt: BMW, Opel oder auch Nissan haben ebenfalls Autos zwischen 30.000 und 40.000 Euro im Angebot. Dadurch wird die Situation für Tesla noch schwieriger." 

Scheitern von Tesla im Automobilgeschäft "sehr wahrscheinlich"

Erschwerend kommt hinzu, dass die Reichweite - sonst ein großes Tesla-Kaufargument - in diesem Segment eben nicht mehr so viel höher ist als die der Konkurrenz. Die Basisversion bleibt in dieser Hinsicht sogar hinter den Konkurrenten zurück. Aus diesem Grund kann Auto-Experte Reinking Tesla auch keine gute Zukunft prognostizieren: 

"Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Tesla rein mit dem Automobilgeschäft scheitern wird. Ob andere Bereiche, wie beispielsweise die Batterieproduktion, den gesamten Konzern auf den richtigen Weg bringen können, steht noch in den Sternen. Aber rein mit dem Bau und Verkauf von Autos lässt sich für Tesla kein Geld verdienen".  

Ein weiteres Problem liegt er in der Herstellung der Batteriezellen. Dabei wird sehr viel Energie benötigt und dementsprechend die Umwelt stark belastet. Reinking kommt daher zu dem Schluss, "dass ein Elektro-Auto aus Klima-Gesichtspunkten noch immer keine echte Lösung darstellt."

Tesla-Ziele realistisch?

Man kann die Ziele von Konzernchef Musk aber auch positiver beurteilen. Im Gespräch mit der Wirtschaftswoche meint Auto-Experte Stefan Bratzel: "Es ist so, wie es immer bei Elon Musk ist: Ohne Risiko macht er es nicht." Er relativiert aber auch, dass man abwarten müsse, ob sich der geplante hohe Automatisierungsgrad im Betrieb tatsächlich realisieren lasse.

Am Ende wird die Frage, die auch schon Reinking aufgeworfen hat, entscheidend sein: Kann Tesla damit Geld verdienen? Möglich ist, dass die hohen Produktionskosten und mögliche Investitionen in neue Werke mögliche Gewinne verhindern. Antworten wird es wohl erst im nächsten Jahr geben.

Ebenfalls interessant im Zusammenhang mit Tesla: Das Model Y, welches das Tesla-Portfolio komplettieren soll, wird wahrscheinlich erst 2020 auf den Markt kommen.  

mop

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