Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gericht klärt

Unfallschaden: Reparatur günstiger als fiktive Abrechnung?

KfZ-Werkstatt
+
Die tatsächlichen Reparaturkosten nach einem Unfallschaden dürfen laut Gerichtsentscheid niedriger ausfallen als die fiktiven Abrechnung.

Bei der Abrechnung eines erlittenen Sachschadens hat der Geschädigte die Wahl: Will er reparieren lassen oder nicht. Was aber, wenn nach Gutachten abgerechnet wird und die spätere Reparatur billiger ist?

München (dpa/tmn) - Ein Geschädigter darf wählen: Er kann die Reparatur des Unfallschadens nach den tatsächlichen Kosten abrechnen. Oder er lässt sich Geld laut Gutachten auszahlen - die so genannte fiktive Abrechnung. Aber auch dann kann man sein Auto natürlich mit dem Geld reparieren lassen.

Wenn aber der Verursacher des Schadens behauptet, dass die tatsächlichen Kosten niedriger wären, muss der Geschädigte eine entsprechende Rechnung nicht vorlegen. Das zeigt ein Urteil (Az.: 24 U 4397/20) des Oberlandesgerichts München, über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltverein (DAV) informiert.

Nach einem Unfall musste ein Beteiligter zur Hälfte haften. Der Geschädigte wollte nach Gutachten abrechnen, das ergab eine Summe von rund 9000 Euro. Er ließ sein Auto tatsächlich reparieren. Der Unfallgegner behauptete, dass dabei lediglich 5000 Euro Kosten entstanden wären. Nur darauf bezogen wollte er seinen hälftigen Anteil zahlen. Die Sache ging vor Gericht, da der Betroffene klagte.

Müssen Geschädigte auch die Reparaturrechnung vorlegen?

In erster Instanz unterlag er allerdings. Der Kläger hätte seine Reparaturrechnung nicht vorgelegt, so das Gericht. Als Folge bekam er nur die Hälfte von 5000 Euro zugesprochen. Dagegen legte er Berufung ein.

Mit Erfolg. Das Oberlandesgericht München bestätigte die grundsätzliche Wahlfreiheit, entweder die tatsächlich anfallenden Kosten oder die durch ein Sachverständigengutachten ermittelten Kosten abzurechnen, also fiktiv. Das gelte ausdrücklich auch nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahre 2013. Dabei wurden beide Rechnungen vorgelegt, wonach der Betroffene nicht mehr nach der höheren fiktiven Abrechnung entschädigt werden konnte.

So als hätte der Unfall nie stattgefunden

Das war in diesem Fall nicht der Fall und zur Herausgabe der Reparaturrechnung kann ein Betroffener demnach nicht gezwungen werden. Das würde die Wahlfreiheit Geschädigter unterlaufen, wenn man sie mit einer Behauptung „ins Blaue hinein“ zwingen könnte, die tatsächlichen Reparaturkosten vorzulegen. Geschädigte seien so zu stellen, als hätte es den Unfall nicht gegeben. Wie man mit dem Schaden umgehe, ist deren Sache, ergänzt der DAV.

© dpa-infocom, dpa:210429-99-406145/2

Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht

Kommentare