Promillegrenze 1,6

Betrunkene Radfahrer müssen zur MPU

Wer mit über 1,6 Promille auf dem Fahrrad aufgegriffen wird und nicht rechtzeitig ein medizinisch-psychologisches Gutachten (MPU) vorlegt, dem kann auch der Autoführerschein entzogen werden.
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Für betrunkene Radfahrer kann es teuer werden (Symbolfoto).

Eine Radtour mit Alkohol im Blut kann böse enden. Wer angetrunken Fahrrad fährt und die Promille-Grenze überschreitet muss mit harten Strafen rechnen. Im schlimmsten Fall ist der Autoführerschein weg.

Wer mit über 1,6 Promille auf dem Fahrrad aufgegriffen wird und nicht rechtzeitig ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegt, dem kann auch der Autoführerschein entzogen werden. Das hat das Verwaltungsgericht Neustadt betont und dabei den Eilantrag eines Betroffenen abgelehnt (Az. 3 L 636/14).

Wie die Deutsche Anwaltshotline berichtet, hatte die Polizei einen Fahrradfahrer mit 1,73 Promille im Blut erwischt. Daher wurde dieser zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt sowie von der Verkehrsbehörde verpflichtet, sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) zu unterziehen. Da er der Untersuchung nicht nachkam, hatte die Behörde dem Verkehrssünder nicht nur die Fahrerlaubnis entzogen, sondern ihm ebenso das Fahrradfahren untersagt.

Das Verwaltungsgericht Neustadt aber lehnte seinen Eilantrag gegen den Behördenbescheid ab. Eine Blutalkoholkonzentration über 1,6 Promille lasse darauf schließen, dass der Betroffene häufiger viel Alkohol konsumiert. Die Führerscheinbehörde tat also Recht daran, ihm aufzuerlegen, mit einer MPU seine Verkehrstauglichkeit prüfen zu lassen. Ebenso konnte sie ihm die Fahrerlaubnis entziehen, als er dem nicht nachkam - so das Gericht.

Bußgeld-Katalog: Das kosten Radl-Sünden

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Bußgeld Radfahrer
Rücksichtlose Radfahrer werden stärker zur Kasse gebeten. Was Verkehrssünden jetzt kosten: © dpa
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Wussten Sie, dass freihändiges Fahren verboten ist? 5 Euro kostet es, wenn Sie erwischt werden. © dpa
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Wer einen vorhandenen beschilderten Radweg nicht benutzt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 20 bis 35 Euro. Bisher wurde das mit 15 bis 30 Euro​ geahndet. © dpa
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Fahren auf dem Fußweg wird mit 10 bis 20 Euro geahndet. © dpa
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Wer in einer Einbahnstraße in die falsche Richtung radelt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 20 bis 35 Euro rechnen (statt bisher 15 bis 30 Euro​). © dpa
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Wenn Bremsen, Klingel oder Reflektoren fehlen oder nicht den Vorschriften entsprechen, wird ein Bußgeld von 15 Euro fällig. © dpa
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Auf dem Gepäckträger mitfahren ist ebenfalls verboten. Wer eine über sieben Jahre alte Person auf einem einsitzigen Fahrrad befödert, zahlt derzeit 5 Euro. (Kinder bis sieben Jahre dürfen in Kindersitzen mitfahren). © dpa
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Enorm gefährlich und richtig teuer wird es, wenn ein Bahnübergang trotz geschlossener (Halb-)Schranke überquert wird. Diese Radl-Sünde kostet derzeit 350 Euro. © dpa
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Telefonieren auf dem Fahrrad ohne Freisprecheinrichtung kostet 25 Euro. © dpa
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Mit dem Fahrrad in der Fugängerzone fahren: 15 bis 30 Euro. © dpa
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Wer ohne Licht unterwegs ist, zahlt künftig 20 statt 10 Euro. © dpa
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Auch für Autofahrer gelten neue Strafen: Wenn diese auf Radwegen parken, soll die Geldbuße von 15 auf mindestens 20 Euro angehoben werden. Wer mit seinem Wagen einen Schutzstreifen für Radler blockiert, muss demnach 20 statt 10 Euro zahlen. © dpa
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Wer eine rote Ampel überfährt muss 45 Euro berappen. Gefährdet man dabei andere, kostet es 100 Euro, wenn es zum Unfall kommt, muss man sogar 120 Euro zahlen. © dpa
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Wer an Fußgängerüberwegen (z. B. am Zebrastreifen) deren Vorrang missachtet, muss mit einem Bußgeld von 40 bis 60 Euro rechnen. © dpa

Alkohol auf dem Fahrrad

Alkoholmit Vorsatzfahrlässig
0,3 PromilleGeldstrafe: 15 bis 40 Tagessätze, Möglicherweise MPU („Depperltest“) Bußgeld: 10 bis 30 Tagessätze
1,6 Promille25 bis 60 Tagessätze + MPU20 bis 55 Tagessätze + 9 bis 12 Monate Führerscheinsperre

ampnet/nic

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