Zusatz im Verbandskasten juckt Wenige

+
Bis Ende 2014 läuft die Übergangsfrist - danach müssen die Verbandsmaterialien wichtige Zusätze enthalten
  • schließen

Wasserburg - Schon seit langem gilt Verbandskasten-Pflicht im Auto. Jetzt soll deutlich mehr Zubehör in das Erste Hilfe Set hinein. Viele aus der Region haben an ein Update noch nicht gedacht.

Seit 1. Januar 2014  muss mehr Material in Verbandskästen in Autos und Motorrädern enthalten sein.

Grund dafür sei eine Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, heißt es von Seiten des Bundesverbands für Medizintechnologie (BVMed).

Was muss mit rein?

Neben den bisherigen Materialien für eine Erste Hilfe Maßnahme am Unfallort soll zukünftig ein Set aus 14 verschiedenen Inhalten aufgenommen werden.

Zugeschnittene Pflasterstreifen, Fingerstrips sowie Fingerkuppenverbände gehören ebenso dazu wie Tücher zur Hautreinigung, ein Verbandpäckchen in Kindergröße und Desinfektionsmittel.

 

Austausch oder Update?

Wer einen Verbandskasten mit noch sterilen und nicht abgelaufenen Materialien in seinem Fahrzeug hat, kann diesen weiter verwenden.

Bis einschließlich Dezember 2014 gilt eine Übergangsfrist.

Eine Vervollständigung der Inhalte wäre dennoch baldmöglichst ratsam, sind sich viele Apotheker aus dem Altlandkreis Wasserburg einig.

Apothekerin Doris Koophamel weist darauf hin, dass nicht jeder sofort einen nagelneuen Verbandskasten braucht: „Es gibt Ergänzungssets, die für unter 10 Euro zu bekommen sind. Diese in die Materialbox im Auto oder Motorrad mit eingelegt, macht eine Versorgung im Bedarfsfall noch praktischer“.

Vor allem bei kleineren Versorgungen kämen die neu empfohlenen Utensilien gut zum Einsatz, so die Apothekerin weiter.

Wer sich mit den einzeln zugekauften Dingen nicht zufrieden gibt, sondern an den Neukauf eines frischen Verbandskastens denkt, solle darauf achten, dass dieser der Norm DIN 13164 entspreche, heißt es von BVMed und ADAC gleichermaßen. Das Verkaufspersonal solle zudem gefragt werden, ob die Materialien auch die Ergänzungen beinhalte, raten die Experten.  

Nicht erweiterte Kästen weiter in den Regalen

Auch die Herstellerfirmen teilen den Verkaufsstellen derzeit mit, dass die noch im Lager liegenden Versorgungsboxen weiter verkauft werden dürfen.

Beim TÜV in Wasserburg habe man sich bereits mit den Neuerungen auseinandergesetzt. Die bisherig gültigen Kästen werden jedoch vorerst nicht aus den Regalen genommen, sondern weiterverkauft, heißt es von der Infotheke vor Ort.

Viele Autofahrer aus der Region haben bislang noch nichts über die Veränderung in Sachen „Verbandskasten“ gewusst.

Nur vereinzelt nehmen sich die Verkehrsteilnehmer vor, sich bald um ein Ergänzungsset zu kümmern. Mehrere wollen den derzeitigen Kasten im Auto lassen, bis die Materialien darin ohnehin ausgetauscht werden müssen.

Bei Kontrollen kämen aktuell keine Schwierigkeiten auf die Fahrzeughalter zu, teilt die Polizei auf Anfrage mit.

Die Übergangsfrist bis zur eigentlichen Pflicht laufe das gesamte Jahr.

Entscheidend sei, ob dem Verkehrsteilnehmer auch jetzt schon wichtig sei, besonders gut auf einen Erste-Hilfe-Einsatz mit Verbandsmaterialien vorbereitet zu sein oder nicht, erklärt ein Beamter.

Im Ernstfall wäre es von Vorteil, gut ausgestattet zu sein.

Zurück zur Übersicht: Auto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser