Was Caravan-Fahrer wissen müssen

Reisen im Wohnmobil: Darf man in der Natur campen?

Die Corona-Krise hat so manche Urlaubspläne durcheinander gebracht. Statt Pauschalurlaub am Strand mieten in diesem Jahr viele Menschen ein Wohnmobil - für manche ein Abenteuer. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
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Mit dem Wohnmobil einfach auf einer ruhigen Wiese das Lager aufschlagen - darf man das?

Ein Wohnmobil bietet auf Reisen viel Freiheit. Man kann den Urlaub damit flexibel gestalten und spontan den nächsten Ort zur Übernachtung wählen. Aber dürfen Wohnmobile im Freien überall campen?

  • Viele Menschen sind dieses Jahr mit dem Wohnmobil unterwegs.
  • Der Vorteil: Man kann die Reise flexibel und spontan gestalten und ist nicht fest an einen Ort gebunden.
  • Doch dürfen Wohnmobile auch im Freien parken und campen?

Viele unerfahrene Camper verbinden den Urlaub mit einem Wohnmobil* mit viel Freiheit: Einfach ans Steuer setzen und sehen wohin die Straße einen führt. Und wenn der Tage sich zu Ende neigt, wird spontan ein schönes Plätzchen zum Übernachten gesucht. Vielleicht ja eine weitläufige Grünfläche in der Natur, wo man sich ungestört ausbreiten und das Camp aufschlagen kann. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Mit dem Wohnmobil in der Natur campen: Ist das erlaubt?

Die schnelle Antwort auf diese Frage lautet: Nein. Grundsätzlich ist es laut der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht erlaubt, sich überall mit dem Wohnmobil niederzulassen und zu campen - auch im Freien in der Natur nicht. Wer mehrere Tage im Caravan übernachten möchte, muss wohl oder übel einen Campingplatz aufsuchen. Auch das Parken am Straßenrand ist nicht ohne Einschränkungen möglich.

Auf der Seite bussgeldkatalog.org heißt es, dass im Wohnmobil schlafen nur dann erlaubt ist, wenn es zum Wiederherstellen der Fahrtüchtigkeit des Fahrers dient. Doch das darf eine Dauer von zehn Stunden nicht überschreiten. Parken und einmaliges Übernachten ist auch nur dort möglich, wo es nicht ausdrücklich durch die StVO oder entsprechende Verkehrszeichen verboten ist.

Wer die Regelungen nicht beachtet, dem drohen unter anderem folgende Bußgelder:

VerstoßBußgeld
Wohnmobil verbotswidrig geparktmindestens 10 Euro
Durch geparktes Wohnmobil andere Verkehrsteilnehmer behindertmindestens 15 Euro
An ungeeigneter Stelle geparkt35 Euro
Verbotswidrig gecamptje nach Bundesland zwischen 10 und 200 Euro
Verbotswidrig gecampt im Landschaftsschutzgebietje nach Bundesland zwischen 15 und 1.500 Euro
Verbotswidrig gecampt im Naturschutzgebietje nach Bundesland zwischen 50 und 2.500 Euro

Lesen Sie auch: Reisen im Wohnmobil: So viel kostet der Urlaub mit dem Camper.

Mit dem Wohnmobil im Freien übernachten bei Pop-Up-Campingplätzen

Da die Coronavirus-Krise das Verreisen in diesem Jahr einschränkt, haben sich viele Menschen für einen Urlaub mit Wohnmobilen und Wohnwagen entschieden. Wie Autobild berichtet, sind aus diesem Grund zahlreiche Campingplätze überfüllt. Um der hohen Nachfrage nachzukommen, hätten viele Betreiber Pop-Up-Campingplätze aufgebaut. Wohnmobilen stehen somit ausnahmsweise Parkplätze auf ungenutzten Landstücken zur Verfügung. Allerdings fehlen dort die üblichen sanitären Anlagen sowie Anschlüsse ans Stromnetz. Von anderen, nicht erlaubten Stellplätzen im Freien ist Wohnmobil-Reisenden allerdings abzuraten. (ök)*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr

StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Das Verkehrszeichen für den Überholverbot dürfte allen Autofahrern bekannt sein. Dieses neue Straßenschild ist eine Abwandlung dessen. Es gilt explizit als Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen. Das bedeutet in Straßenabschnitten, die mit diesem Verkehrszeichen ausgeschildert sind, dürfen mehrspurige Fahrzeuge (Autos, LKWs) keine Motorräder oder Fahrräder* überholen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
StVO-Novelle 2020: Diese Straßenschilder sind neu im Verkehr
Auch dieses Straßenschild dient dem Schutz von Fahrradfahrern. Es markiert einen Bereich, der als Fahrradzone gilt. Das bedeutet für Autofahrer, dass sie ab diesem Schild maximal mit Tempo 30 km/h fahren dürfen. Außerdem dürfen sie den Radverkehr weder gefährden noch behindern. © Bundesanstalt für Straßenwesen
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Mal Hand aufs Herz: Vermutlich haben viele Radfahrer ohnehin von dieser Regelung Gebrauch gemacht - auch wenn sie bislang als Verstoß gewertet wurde. Jetzt ist das rechts Abbiegen an einer roten Ampel offiziell erlaubt - zumindest dort, wo der Grünpfeil für Radfahrer das kennzeichnet.Das gleiche Verkehrszeichen gibt es seit geraumer Zeit auch für Autofahrer. Doch es herrscht weiterhin noch viel Unwissenheit unter den Verkehrsteilnehmern bezüglich des Grünpfeils*. Denn korrekterweise muss man sich hierbei wie bei einem Stoppschild verhalten. Das bedeutet, das Fahrzeug muss zunächst vollständig anhalten und laut Straßenverkehrsordnung mindestens drei Sekunden stehenbleiben. Erst dann darf man bei einer roten Ampel rechts abbiegen, sofern kein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet wird. Die gleichen Regelungen gelten auch für Radfahrer. © Bundesanstalt für Straßenwesen
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Dieses Verkehrszeichen kennzeichnet Radschnellwege unabhängig von der Beschaffenheit der Straße. Zum Beispiel bei sandigen Straßen soll so kenntlich gemacht werden, dass es sich um einen Radschnellweg handelt. © Bundesanstalt für Straßenwesen
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Mit diesem Straßenschild sollen künftig Bereiche für Lastenfahrräder freigehalten werden, wie etwa Parkbereiche, Abstellflächen oder Ladezonen. © Bundesanstalt für Straßenwesen
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Fahrzeuge von Carsharing-Diensten* müssen mit dieser Plakette an der Windschutzscheibe klar erkennbar sein. Der Firmenname sowie das Kennzeichen müssen darauf zu sehen sein. © Bundesanstalt für Straßenwesen
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PKWs, LKWs, Fahrräder, Fußgänger: Die meisten Verkehrsteilnehmer haben ein entsprechendes Sinnbild für Verkehrszeichen. Ab sofort gibt es auch eins für Fahrgemeinschaften. Allerdings gibt es noch keine Bereiche, wo dieses zum Einsatz kommen könnte. Ähnliches gilt beim folgenden Verkehrsschild. © Bundesanstalt für Straßenwesen
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Auch Carsharing-Fahrzeuge bekommen ein eigenes Sinnbild. Es soll unter anderem in Parkbereichen eingesetzt werden, die für Carsharing-Autos bestimmt sind. © Bundesanstalt für Straßenwesen

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