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Campingurlaub in Gefahr

Wohnmobil bestellt? Lange Lieferzeiten und sogar Preiserhöhungen möglich – so sollten Sie reagieren

Schwarzwaldhochstraße, eine der ältesten und bekanntesten Ferienstraßen in Deutschland. Sie ist Teil der Bundesstraße 50
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Mit dem Camper durch Deutschland: Für Wohnmobil-Käufer könnte das 2022 aufgrund von Lieferengpässen ein Traum bleiben.

Camping boomt, nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie. Daher haben sich jetzt einige ein eigenes Wohnmobil bestellt. Doch lange Wartezeiten werden zum Ärgernis.

In den letzten zwei Jahren musste Urlaub vor allem eines sein: sicher. Die Corona-Pandemie hat Reisen streckenweise sogar unmöglich gemacht, weil im Rahmen von Infektionsschutzmaßnahmen Ein- und Ausreiseverbote verhängt wurden. Nicht wenige machten sich daher auf in den Campingurlaub*. Zwar bleibt der Luxus in der Regel etwas auf der Strecke, wenn die Toilette nicht vom Hotelpersonal gereinigt wird, sondern selbst entleert werden muss. Doch in Sachen Sicherheit punktet die Reise mit Camper oder Wohnwagen. Kontakt mit anderen kann gänzlich vermieden werden, was das Corona-Ansteckungsrisiko senkt.

Sie begeistern sich für das Reisen im Wohnmobil? Für Vielcamper kann die Anschaffung eines eigenen Gefährts sinnvoll sein. Doch aktuell ist mit langen Wartezeiten und sogar Preiserhöhungen nach Bestellung zu rechnen. Was nicht immer rechtens ist, erklärt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V., kurz ADAC, als Europas größter Verkehrsclub.

Lieferketten sind aktuell schwer zu halten: Infolge werden Wohnmobile nicht rechtzeitig fertig

Wer jetzt ein Wohnmobil bestellt, muss sich auf lange Lieferzeiten einstellen. Über ein Jahr kann es dauern, bis das Objekt der Begierde geliefert werden kann. Viele Händler haben Lieferschwierigkeiten, unter anderem aufgrund der Rohstoffknappheit. Nicht nur Holz, auch Kupfer und Stahl werden knapp. Elektronikzulieferer haben etwa wegen Kupferknappheit Probleme, ihre Teile rechtzeitig zu liefern. Infolge kommen die Navigationssysteme für Wohnmobilen nicht rechtzeitig beim Hersteller an. Die Folge: Lieferketten sind schwer zu halten.

Daher bekommen viele Käufer aktuell unliebsame Benachrichtigungen: Das heiß ersehnte Wohnmobil* kann oftmals nicht zum festgelegten Termin geliefert werden. Doch es kann noch schlimmer kommen: In manchen Fällen wird der Käufer sogar dazu angehalten, mehr als vereinbart zu zahlen. Falls er sich dazu nicht bereit erklärt, fordern manche Anbieter den Rücktritt vom Kaufvertrag.

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Wann muss man als Wohnmobil-Käufer eine Preiserhöhung hinnehmen?

Dem ADAC zufolge berichten aktuell viele Mitglieder, dass Wohnmobil-Händler teilweise massive Preissteigerungen von mehreren tausend Euro angekündigt haben. Auch von weiteren Lieferverzögerungen um bis zu fünf Monate sei die Rede, so der ADAC. Wie man sich in derartigen Fällen verhält? Der Automobil-Club informiert, dass eine nachträgliche Preiserhöhung nach dem Vertragsabschluss ohne entsprechende vertragliche Vereinbarung nicht zulässig ist. Enthält der Kaufvertrag allerdings eine Preisanpassungsklausel, ist die Erhöhung grundsätzlich rechtlich möglich – aber nur, wenn die vertraglich vorgesehene Lieferfrist vier Monate oder länger beträgt. Außerdem wichtig laut ADAC: Die Preisanpassungsklausel muss die Preiserhöhung genau eingrenzen und ab einem bestimmten Betrag muss der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten können.

Neben einer Preisanpassungsklausel muss außerdem fehlende Voraussagbarkeit vorliegen. Das bedeutet: Der Verkäufer darf Preiserhöhungen nur an den Käufer weitergeben, wenn die Gründe dafür nicht vor dem Vertragsabschluss eingetreten sind und der Verkäufer sie damit nicht vorhersehen konnte.

Sie wissen nicht, ob in Ihrem Kaufvertrag eine Preisanpassungsklausel enthalten ist oder ob diese anfechtbar ist? Dann sollten Sie dem ADAC zufolge einen Anwalt hinzuziehen. Generell gilt im Falle einer nachträglichen Preiserhöhung: Fordern Sie den Verkäufer schriftlich auf, das Wohnmobil zum vertraglich vereinbarten Kaufpreis zu liefern und berufen Sie sich dabei auf Ihren Kaufvertrag. Weiter heißt es vonseiten des ADAC: Will der Verkäufer das Wohnmobil nicht liefern, die Preiserhöhung nicht akzeptieren oder kommt es zu weiteren Lieferverzögerungen, können Sie den Händler auf Herausgabe verklagen und gegebenenfalls Schadensersatz in Anspruch nehmen. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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