13-Jährige im Internet sexuell belästigt

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Mühldorf - Ein 40-jähriger Mann aus NRW machte einem jungen Mädchen aus dem Landkreis im Internet eindeutig sexuelle Avancen. Wie sich herausstellte, war es nicht sein erstes Vergehen.

Die Mühldorfer Kriminalpolizei ermittelte seit Monaten gegen einen 40-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen, der einer 13-Jährigen aus dem Landkreis Mühldorf in einem Internetchat eindeutig sexuelle Nachrichten schrieb. Die Kripo konnte ihre Ermittlungen nun abschließen und der Staatsanwaltschaft Traunstein vorlegen.

Die 13-Jährige war bei einer Online-Spiele-Plattform mit einem eigenen Profil angemeldet. Als ein Mann dabei über die integrierte Chat-Funktion Kontakt zu ihr aufnahm und dabei eindeutig sexuelle Absichten äußerte, vertraute sich das Mädchen seiner Mutter an. Diese erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei und die Ermittler der Kripo Mühldorf übernahmen den Fall. Gegen den Tatverdächtigen wurde von da an wegen eines Vergehens des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt. Denn er wusste aus dem Profil des Opfers, dass es erst 13 Jahre alt war.

Diese Ermittlungen gegen den bereits einschlägig in Erscheinung getretenen 40-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen waren zeitaufwändig und umfangreich. Nachdem der Computer des Tatverdächtigen sichergestellt worden war, konnten Computerspezialisten der Traunsteiner Polizei auf der Festplatte mehr als 35.000 gelöschte Bilddateien wieder sichtbar machen. Unter den über 10.000 Bildern mit pornographischen Inhalten waren auch mehrere mit eindeutig kinderpornographischem Hintergrund. Gegen den Mann wurde deshalb zusätzlich noch ein Ermittlungsverfahren wegen des Besitzes von kinderpornographischen Schriften eingeleitet.

Aber wie können Eltern ihre Kinder im Internet schützen? Die Kriminalpolizei rät:

„Chatten“ ist in der heutigen Zeit aus dem Leben vieler Kinder und Jugendlicher schwer wegzudenken. Hier trifft man sich unter Verwendung sogenannter „Nicknames“ mit Freunden, plaudert, spielt online, lernt neue Freunde kennen oder flirtet gar mit bislang unbekannten Personen. Sehr großer Beliebtheit bei Kindern und Jugendlichen erfreuen sich große Chats, die sich an sehr viele Altersgruppen richten, allerdings auch Risiken wie Beleidigungen, Belästigungen bis hin zu sexuellem Missbrauch bergen. Beachtet man beim „Chatten“ einige wichtige Verhaltenshinweise, kann das Risiko, Opfer von Übergriffen zu werden, jedoch erheblich reduziert werden:

  • Eltern sollen den zeitlichen und inhaltlichen Umfang der Internetnutzung mit ihren Kindern abstimmen. Dabei sollen die Kontrollmöglichkeiten, die in den Browsern eingerichtet sind genutzt werden – vor allem bei Kindern!
  • Eltern sollen mit Kindern und Jugendlichen über die möglichen Gefahren sprechen und ihnen das Gefühl vermitteln, für all ihre Probleme jederzeit ein offenes Ohr zu haben!
  • Es sollten niemals persönliche Daten wie Name, Adresse, - Telefonnummer, EMail- Adresse oder Fotos weiter gegeben werden!
  • Dialoge, die unangenehm werden (Beleidigungen, sexistische Bemerkungen etc.) sollten schnellst möglich abgebrochen werden. Zuvor sollte der Bildschirm mittels screenshot gesichert werden. Vorfälle sollten dem Chatbetreiber gemeldet werden, um Maßnahmen gegen die Störer zu ergreifen.
  • Möglichst nicht unter Benutzung einer Webcam chatten, da hier das Risiko besteht, Bildern mit sexuellen Handlungen ausgesetzt zu sein!
  • Möglichst keine persönlichen Treffen mit „Chat- - Bekanntschaften“ vereinbaren. Wenn ein solches Treffen wichtig erscheint, dann immer nur in Begleitung eines Erwachsenen und an öffentlichen Orten!

Kommt es trotz Beachtung dieser Hinweise zu Übergriffen, sollte man sich umgehend an den Chat-Betreiber wenden, um den Störer aus dem Chat aussperren zu lassen. Sexuelle Belästigungen von Kindern oder Jugendlichen sollten immer bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden!

Hier finden Sie weiter Informationen zur Medienkompetenz von Kindern.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Rubriklistenbild: © dpa

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